Nordheimer Neuausrichtung ohne Popken

Handball  Beim Heimdebüt von Trainer Nils Koch gibt es für die Württembergliga-Handballerinnen aus Nordheim zwar einen Hoffnungsschimmer, allerdings auch die nächste Niederlage. Die zweite Mannschaft des TSV geht in ihrer Partie unterdessen unter - und das bei der Rückkehr von Koch-Vorgängerin Jessica Popken.

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Nordheimer Neuausrichtung

Im Dezember noch Teamkolleginnen, am vergangenen Wochenende schon Gegnerinnen: Jessica Popken (li.) und Jule Müller.

Foto: Andreas Veigel

Die Rückkehr fiel entspannter aus, als Jessica Popken erwartet hatte. "Ich war die ganze Woche nervös, aber jetzt war alles okay. Es hat mir sehr geholfen, dass meine Mannschaft mir den Rücken gestärkt hat", betonte die 34-Jährige.

Mitte Dezember hatte die Trainerin der Nordheimer Württembergliga-Frauen und aktive Landesligaspielerin ihren Heimatverein nach 15 Jahren verlassen. "Von einer Person aus dem Vorstand ist gegen mich intrigiert worden", hatte Popken den Wechsel zur HABO SG begründet.

Im ersten Spiel zurück an alter Wirkungsstätte

Wie es der Zufall wollte, führte sie ihr erstes Spiel mit dem neuen Team direkt an die alte Wirkungsstätte. Dass die sportliche Seite des Aufeinandertreffens eindeutig ausfallen würde, war vorher schon klar und bewahrheitete sich am Sonntag. Mit 46:15 (22:9) gewannen die Gäste beim überforderten Landesliga-Schlusslicht. Vier Treffer steuerte Popken zum Torreigen bei, darunter Tor Nummer 40.

"Das dürfte teuer werden. Ich muss ja schon zehn Euro in die Mannschaftskasse zahlen, weil mein Heber neben das Tor ging", sagte sie schmunzelnd. Die gute Laune resultierte nicht nur aus dem klaren Sieg: "Für mich wäre ein Spiel gegen die erste Mannschaft schlimmer gewesen, weil da die ganzen Mädels drin sind, mit denen ich jahrelang gespielt habe."

Natürlich ließ es sich Popken im Anschluss nicht nehmen, noch das Württembergligaspiel ihrer alten Weggefährtinnen gegen die Sportfreunde Schwaikheim anzuschauen. Es war gleichzeitig das Heimdebüt ihres Nachfolgers auf der TSV-Trainerbank.

Schwierige Aufgaben sind die besten

Nils Koch hat die Herkulesaufgabe übernommen, den Tabellenletzten wenigstens vor dem Absturz in die Landesliga zu bewahren. "Schwierige Aufgaben sind die besten", sagt der 39-jährige Oberstenfelder, der viele Jahre als Trainer bei der SG Schozach-Bottwartal gearbeitet hat.

Noch in der 53. Minute des Spiels roch es nach einer Sensation. 21:20 führte Kochs Team gegen den Tabellendritten. Doch das heiß ersehnte Erfolgserlebnis blieb aus. In den letzten sieben Minuten gelang den Gastgeberinnen kein Treffer mehr, das 21:24 war die siebte Niederlage in Serie - und trotzdem ein positives Zeichen. "Wenn wir es schaffen, weiter auf diesem Niveau zu spielen, dann werden wir in der Rückrunde noch einige Punkte holen", ist Koch überzeugt.

Mindestens Vorletzter muss der TSV werden, um nur in die kommende Saison neu geschaffene Verbandsliga abzusteigen. Vier Punkte fehlen aktuell auf den VfL Pfullingen. Das ist am 25. Januar auch der nächste Gegner.

Klärung der Trainerfrage war ein wichtiger Mosaikstein

"Wir sind gerade dabei, die Grundvoraussetzungen dafür zu schaffen, uns im Frauenbereich neu aufzustellen und neue Perspektiven zu schaffen", sagt TSV-Abteilungsleiter Michael Wiest. Die Klärung der Trainerfrage bei der ersten Mannschaft war da ein wichtiger Mosaikstein. Basis der Zukunft soll die gute Jugendarbeit im Rahmen der SG Heuchelberg sein. "Wir werden wieder mehr auf eigene Kräfte setzen", kündigte Wiest an. Konkrete Ziele für die laufende Rückrunde gibt er nicht vor: "Wir versuchen zu erreichen, was möglich ist."

Da liegt der Abteilungsleiter voll auf der Wellenlänge des neuen Trainers. "Das ist ein Projekt der kleinen Schritte. In den ersten Wochen ging es jetzt erst einmal darum, die Stimmung wieder in gute Bahnen zu lenken", sagt Koch. Der zweite wichtige Schritt wäre ein Erfolgserlebnis - das sollte zwingend im Kellerduell in zwei Wochen her, um das rettende Ufer im Blick zu behalten. Einen Vorteil sieht Koch mit Blick auf die Rückrunde: "Mit uns rechnet ja keiner mehr." Abschreiben sollte man den TSV aber besser nicht.


8915 Euro für Kaio

Beim Benefizspiel der SG Heuchelberg und der HSG Lauffen-Neipperg sind am 23. Dezember 8915 Euro für den kleinen Kämpfer Kaio zusammengekommen. Diese Spendensumme gaben die Abteilungsleiter Michael Wiest und Uwe Kurrle am Sonntag bekannt. Der vierjährige Junge aus Nordhausen war im Sommer bei einem Unfall im Nordheimer Freibad beinahe ertrunken und liegt seitdem im Wachkoma (wir berichteten). Das Geld soll dazu dienen, Kaio zu Hause zu betreuen. Derzeit ist er in einem Kinder-Hospiz in Stuttgart. Der Betrag wird zeitnah den Eltern von Kaio im privaten Rahmen übergeben. 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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