Neues Handball-Schwergewicht erwächst aus der Mitte der Stadt

Handball  Die Handball-Abteilungen des SV Heilbronn am Leinbach und der TSG Heilbronn kooperieren in der kommenden Saison im Aktivenbereich. Die Gründung einer HSG Heilbronn als Gegengewicht zu den Handball-Hochburgen im Umland ist die Zielvorstellung.

Von Stephan Sonntag

Neues Handball-Schwergewicht erwächst aus der Mitte der Stadt

Wollen gemeinsam mehr erreichen (v.l.): Sebastian Aatz, Timo Betz, Ricarda Gehlhaar, Philipp Heinrich, Matthias Künzel und Sebastian Schmidt.

Foto: Andreas Veigel

Die Handballhochburgen der Region liegen im Heilbronner Umland: Neckarsulm, Weinsberg, Beilstein, Flein. Matthias Künzel zählt selbst den Heilbronner Stadtteil Horkheim dazu. "Denen allen wollen wir auf lange Sicht Paroli bieten", sagt der stellvertretende Handball-Abteilungsleiter des SV Heilbronn. Aus der Mitte der Stadt soll ein neues Schwergewicht heranwachsen.

Als ersten Schritt auf diesem Weg machen die Handballer des SVH und der TSG Heilbronn ab der kommenden Saison gemeinsame Sache. "Die Kooperation ist zunächst einmal auf den Aktivenbereich beschränkt", sagt Philipp Heinrich, Abteilungsleiter der TSG-Handballer. Spielen werden die drei Frauen- und Männerteams unter dem Namen SV Heilbronn, die TSG verschwindet.

Wunschvorstellung ist die Verschmelzung der Abteilungen

"Natürlich ist das ein Verlust für den Hauptverein, aber der Stichtag für die Anmeldung einer neuen Handballspielgemeinsschaft war bereits verstrichen. Die TSG-Spieler bleiben jedoch weiter Mitglieder im Hauptverein", erklärt Heinrich. Eine Verschmelzung beider Abteilungen zu einer "HSG Heilbronn" ist die Wunschvorstellung beider Seiten für die kommenden Jahre.

Die Idee zur Kooperation der bisherigen Konkurrenten kam von Seiten der TSG am letzten Bezirksligaspieltag auf. Am 13. April gewann der SVH gegen die TSG mit 34:31. Auf den ernüchternden Plätzen neun und zehn beendeten die Teams die Saison. Der gemeinsame Weg soll möglichst schnell aus den Niederungen der siebten Liga hinausführen.

Stefan Krebs ist neuer Trainer der Bezirksliga-Frauen

Die Frauen des SV Heilbronn klopften vergangene Saison ans Tor der Landesliga, mussten sich im Aufstiegs-Endspiel aber letztlich der HSG Lauffen-Neipperg mit dem neuen SV-Trainer Stefan Krebs geschlagen geben. "Mein Ziel ist es, eine schlagkräftige und zukunftsorientierte Mannschaft zu formen, die schnellen und attraktiven Handball spielt", formuliert Krebs die Zielvorgabe. Die TSG hatte mangels Spielerinnen bereits 2017 ihr Bezirksligateam zurückgezogen, kann jetzt den eigenen Jugendspielerinnen aber wieder eine Perspektive im Aktivenbereich bieten.

Obwohl die Kooperation zunächst nur die Aktiven betrifft, liegt der Fokus klar auf der Jugendarbeit. "Wir müssen unseren eigenen Unterbau an Spielern und Trainern ausbilden", fordert Künzel. Geld bekommt kein Spieler im Aktivenbereich. "Wir kaufen keine Bomben von Außen ein", stellt SVH-Abteilungsleiter Timo Betz klar, dem natürlich bewusst ist, dass die "Konkurrenz heiß auf uns ist" und das neue Bezirksliga-Schwergewicht auf den Favoritenschild heben wird. "Wir können und wollen vorne mitspielen, müssen jetzt aber erst einmal zusammenwachsen. Da wird es sicher auch mal holpern", formuliert Betz die Saisonziele vorsichtig.

Handball-Repräsentant für die Stadt Heilbronn

In Sachen Sponsorenakquise erhoffen sich die Kooperierten eine erhöhte Zugkraft. "Als Sponsor verdopple ich durch die Kooperation meine Reichweite, das ist natürlich attraktiv", sagt Künzel, als Transportunternehmer selbst Sponsor des Vereins, und verweist auf den Aushängeschildcharakter: "Wir repräsentieren die Stadt Heilbronn in Sachen Handball. Das ist Pflicht und Chance zugleich."


Trainer-Baustelle

Mehr als 500 Mitglieder stark wäre eine gemeinsame Handball-Abteilung des SV Heilbronn und der TSG Heilbronn. Rund die Hälfte davon wären Jugendspieler. Eine große Baustelle gibt es aktuell allerdings noch: "Wir suchen dringend noch einen Trainer für unsere dritte Frauenmannschaft und die A-Juniorinnen", sagt die stellvertretende Abteilungsleiterin Ricarda Gehlhaar. Frauen-Bezirksligatrainer Stefan Krebs wirbt für die Aufgabe mit der jungen Truppe: "Da sind viele Talente drin, bei einem anderen Verein wäre das die erste Mannschaft." 

 


Kommentar hinzufügen