Nationalmannschafts-Duo versperrt Neckarsulm II die Hintertür zur Oberliga

Handball  Ende eines Kuriosums: Das Württembergliga-Team der Neckarsulmer Sport-Union kann in die Sommerpause gehen. Das Relegationsrückspiel gegen Fridingen ist abgesetzt. Grund dafür sind auch zwei große Namen des Frauen-Handballs.

Von Stephan Sonntag
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Nationalmannschafts-Duo versperrt Neckarsulm II die Hintertür zur Oberliga

Die Mini-Relegation ist für Lena Halupka (re.) und ihr Team beendet.

Foto: Bertok

Die kürzeste Aufstiegsrelegation in der jüngeren Geschichte ist für die Neckarsulmer Württembergliga-Frauen nach gerade mal einem Spiel schon wieder zu Ende. Nach der 20:24-Niederlage bei der HSG Fridingen-Mühlheim ist das für Sonntag geplante Rückspiel in Neckarsulm abgesetzt worden. Der einfache Grund: Es gibt keinen weiteren Aufstiegsplatz mehr in die Oberliga Baden-Württemberg.

"Schade, das Rückspiel hätten wir gerne noch gespielt, um wenigstens das direkte Duell für uns zu entscheiden. Wir sind aber auch nicht traurig, die Saison jetzt beenden zu dürfen", sagt Neckarsulms Trainer Tobias Gärttner. Die Partie in der Sepp-Hipp-Halle ist bei der Sport-Union jetzt als weitentferntes Freundschaftsspiel vor großer Kulisse verbucht worden. "Letztlich war es völlig bedeutungslos. Zum Glück hat sich niemand verletzt", sagt Gärttner.

Alicia Stolle und Emily Bölk helfen beim THC II aus

Der Grund für die Absage des Rückspiels waren letztlich die deutschen Nationalspielerinnen Alicia Stolle und Emily Bölk. Gemeinsam mit weiteren U23-Spielerinnen aus dem Bundesligakader des Thüringer HC verhalf das Duo der zweiten Mannschaft am 1. Mai zum Klassenerhalt in der 3. Liga Ost. Das direkte Duell am letzten Spieltag gegen den TSV Birkenau gewann der THC II mit 31:24. Damit steigt der Club von der hessischen Bergstraße in der Oberliga Baden-Württemberg ab, denn der TSV spielt schon seit Jahrzehnten im Handallverband Baden.

"Da wir mit Birkenau und der SG BBM Bietigheim II nun zwei Absteiger in die Oberliga haben, ist die Aufstiegsrelegation hinfällig. Die wurde nur für den Fall angesetzt, dass wir keinen oder nur einen Absteiger gehabt hätten", erklärt Michael Roll, Vorsitzende des Verbandsausschusses Spieltechnik beim Handballverband Württemberg (HVW).

Steigt Pforzheim ab, sinkt die Zahl der Oberligisten

Der eine fehlende Platz in der 3. Liga, der durch den fehlenden Aufsteiger aus der Oberliga Ostsee-Spree entstanden ist, wird durch eine interne Relegation der Zehntplatzierten ermittelt. Mit dabei die TG 88 Pforzheim. "Sollte Pforzheim absteigen, wird die Oberliga auf 15 Teams aufgestockt", erklärt Roll.

Bei der HSG Fridingen-Mühlheim ist man zwar nicht unglücklich darüber, sich die weite Fahrt nach Neckarsulm zu sparen. "Ohne konkret jemandem einen Vorwurf zu machen, war die Planung aber schlecht. Auch wenn uns von vornherein klar war, dass es wohl eine Alibi-Relegation werden wird", sagt Trainer Frank Rohrmeier. Diesen Umstand hatte der Verein bisher aber verschwiegen, ebenso wie die örtliche Presse. "Wir haben die Spannung künstlich hochgehalten", gibt Rohrmeier zu.

 

 


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