Isabel Tissekker sucht ihr Glück hinter der Grenze

Handball  Gundelsheimerin und Ex-Neckarsulm-Handballspielerin wechselt in die Schweiz zum Erstliga-Aufsteiger HSC Kreuzlingen.

Von Dominik Knobloch
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Isabel Tissekker sucht ihr Glück hinter der Grenze

Wirft sich ins Abenteuer: Isabel Tissekker (Mitte) ist der Sprung von Nellingen ins Ausland letztlich nicht schwer gefallen.

Foto: Archiv/Veigel

Ein bisschen klingt es schon nach Ausland. Zumindest, wenn die ein oder andere einheimische Mannschaftskollegin das Sprachtempo anzieht, berichtet eine gut gelaunte Isabel Tissekker. Eine ganz andere Welt hat sie aber sicher nicht betreten. Hier, in ihrer neuen Handball-Heimat am Bodensee.

Direkt hinter der deutschen Grenze ist der Schweizer Erstliga-Aufsteiger HSC Kreuzlingen zu Hause. Und jetzt auch die wurfgewaltige Halbrechte aus Gundelsheim. Für zwei Jahre hat sie beim HSCK unterschrieben. Und hofft darauf, dort ihr sportliches Glück zu finden.

Über Tissekkers Ziel wurde viel spekuliert

Bei ihren beiden Bundesliga-Stationen in Neckarsulm und zuletzt Nellingen war das der 25-Jährigen nicht langfristig gelungen. Bereits im März hatte der TVN bekannt gegeben, dass Tissekker den Zwangsabsteiger verlassen wird. Über ihr mögliches Ziel wurde seitdem viel spekuliert. Auf ein Engagement in der Schweiz zu setzen, war aber maximal ein Geheimtipp. Wenn überhaupt. Doch für Isabel Tissekker stand schon eine ganze Weile fest: "Ich wollte etwas ganz Neues. Beruflich und sportlich."

Als die Anfrage aus dem Nachbarland kam, war Tissekker sofort interessiert. Nach "sehr guten Gesprächen" umso mehr. Am Ende war es dann "nicht mehr so schwer, den Schritt zu gehen". Mutig bleibt er allemal. Schon vier Jahre lang ist Isabel Tissekker in festen Händen. Und bleibt es auch. Ihrem Freund habe sie von Anfang an gesagt, "dass so ein Schritt von mir einmal kommen kann - für ihn ist es kein Problem, er steht hinter mir". Genau wie Familie und Freunde, die Tissekker bei der Entscheidung für einen Wechsel in die Schweiz bestärken. Selbst, wenn er die Kündigung ihres Jobs bei Lidl bedeutet hat.

Konstanzer Ferienwohnung für den Übergang

Auch in ihrer neuen Wahlheimat wird Isabel Tissekker neben dem Handballspielen arbeiten. Wohl weiter im Einkauf der Lebensmittelbranche: "Zwei Vorstellungsgespräche stehen noch aus." Zum 1. August hofft sie dann auf eine Job-Zusage. Die sei auch Voraussetzung, um in der Schweiz eine eigene Wohnung beziehen zu dürfen, weiß Tissekker. Für die Vorbereitung lebt sie erst einmal in einer Konstanzer Ferienwohnung.

"Ich habe für August aber schon zwei Wohnungen im Blick und der Verein hilft mir auch dabei." Den Bodensee vor der Haustüre - in beiden Fällen ein kostenloser Bonus, den Isabel Tissekker genießt: "Ich war natürlich schon Schwimmen und habe die Umgebung erkundet."

Tissekker sieht gute Chancen aus einen Stammplatz

Vor allem ist sie aber wegen des Handballspielens in die Schweiz gekommen. Am 31. August startet die Saison. Ihre Chance, dann einen Stammplatz im breiten Kreuzlinger Kader zu haben "stehen gut - aber den musst du dir auch hier erkämpfen". Im Team hat sich Tissekker sofort gut zurecht gefunden. Dass mit Anna Mayer und Katharina Winger zwei alte Bekannte aus der Württemberg-Auswahlmannschaft im Kader stehen hilft.

Der Kern des Teams mit vielen Schweizerinnen sei aber ebenfalls "total unkompliziert". Nur, wenn die ein oder andere einheimische Mannschaftskollegin das Sprachtempo anzieht, dann kann es sich ein bisschen nach Ausland anfühlen.


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