"Ich bin dafür, die Saison abzusagen"

Handball-Zweitligist TV Hüttenberg war einer der ersten Clubs in Deutschland, der in Zeiten der Corona-Krise Einkäufe für Risikogruppen und Menschen in Quarantäne anbietet. Initiator war Trainer Fred Griesbach, ehemaliger Horkheimer Spieler und Jugendcoach.

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Fred Griesbach

Foto: Archiv/Veigel

Handball-Zweitligist TV Hüttenberg war einer der ersten Clubs in Deutschland, der in Zeiten der Corona-Krise Einkäufe für Risikogruppen und Menschen in Quarantäne anbietet. Initiator war Trainer Fred Griesbach, ehemaliger Horkheimer Spieler und Jugendcoach. Unser Redakteur Stephan Sonntag hat mit dem 31-Jährigen aber nicht nur darüber gesprochen.

Herr Griesbach, wie ist die Einkaufshilfe angenommen worden?

Fred Griesbach: Eher schleppend. Das liegt zum einen daran, dass wir hier in Mittelhessen bisher wenig Coronafälle haben. Zum anderen hatten wir selbst Anlaufschwierigkeiten. Manche gewünschten Produkte waren nicht verfügbar, es war unklar, ob dann ein vergleichbares gekauft werden soll und ähnliche Vorfälle.

Was machen Ihre Spieler sonst mit ihrer freien Zeit?

Griesbach: Von mir gibt es zurzeit keine Vorgaben, auch keine individuellen Trainingspläne. Ganz einfach aus dem Grund, dass nach körperlicher Belastung das Immunsystem für kurze Zeit angreifbar ist und das Virus genau dann womöglich zuschlägt. Das kann ich nicht verantworten. Daher sollen die Jungs einfach gar nichts machen.

Fehlt Ihrem Team dann nicht die Fitness, sollte die Saison in vier Wochen wieder starten?

Griesbach: Wer glaubt daran? Ich bin dafür, endlich Klarheit zu schaffen und die Saison abzusagen. Die aktuelle Situation ist untragbar. Ich habe zwei Tschechen und einen Schweden im Team. Die kann ich jetzt nicht nach Hause zu ihren Familien schicken, weil ich nicht weiß, ob die schnell wieder zurückkommen könnten. Zudem ist statistisch klar, dass das Virus bald einen von uns erwischen wird, dann stehen wir unter Quarantäne und können auch kein Handball spielen.

Wie würden Sie persönlich das Saisonende regeln?

Griesbach: Es wird keine faire Lösung für alle geben, soviel ist sicher. Wer aktuell auf einem Aufstiegsplatz steht, sollte auch aufsteigen, Absteiger sollte es dann keine geben. Dadurch würden die Ligen größer, zusätzliche Heimspiele könnten den Clubs aber dabei helfen, die Verluste aus dieser Saison zumindest ein Stück weit aufzufangen.

 


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