Heymann und Co. kaschieren gekonnt

Beim am Ende noch klaren 43:25-Sieg bei der WM gegen Argentinien tun sich die deutschen U21-Handballer in der ersten Hälfte schwer. Auch der Horkheimer Sebastian Heymann wird seiner Führungsrolle im Team zunächst nicht gerecht.

Von Dominik Knobloch
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Ja, die Erwartungen an Sebastian Heymann sind hoch. "Ich habe das Gefühl, er spielt mit angezogener Handbremse", sagte der Elitementor des Deutschen Handballbundes (DHB) Wolfgang Sommerfeld am Mikrofon von Eurosport, als der Privatsender den gebürtigen Horkheimer nach seinem Tor zum 27:18 einige Sekunden lang im Großformat einblendete.

Das WM-Auftaktspiel der deutschen U21 gegen Argentinien lief da nach 43 Minuten endlich in die erwartete Richtung. Als Kapitän Heymann noch einen Assist und zwei Treffer zum 30:19 nachlegte, war es entschieden. Der Weg zum 43:25-Endstand nur noch Auslaufen. Und doch reichte das deutliche Ergebnis gestern nicht ganz aus, um die erste Hälfte vergessen zu machen. Auch wenn es gekonntes Kaschieren war.

Griff zur Auszeit war schon das letzte Mittel

Mit einem 17:16 hatte sich das Team von Martin Heuberger in die Halbzeitpause gemüht. Nach der ersten Viertelstunde im spanischen Pontevedra war ein Griff zur Auszeit beim 8:10-Rückstand gegen den unangenehmen Außenseiter das letzte Mittel des Bundestrainers gewesen.

"Das sind 15 Jungs, die Bock haben. Bock, Deutschland zu repräsentieren", lautete Bastian Heymanns Beschreibung für die Mannschaft vor dem Anwurf. Davon war später auf dem Feld in der Defensive allerdings kaum etwas zu sehen. Weder Aggressivität noch Absprachen stimmten. Auch Heymann, der sich bei Bundesligist Frisch Auf Göppingen in den Fokus gespielt hat, erfüllte die ihm zugedachte Rolle des Abwehrchefs im Mittelblock der 6:0-Deckung nur unzureichend.

Die Rolle als Anführer hemmt Heymann zunächst

Nachdem der 21-jährige 1,98-Hüne bereits bei Deutschlands Aktiven debütiert hat, sind die Ansprüche an ihn freilich enorm. Gemeinsam mit Torwart-Toptalent Till Klimpke soll Sebastian Heymann das Team in Spanien führen. "Das ist eine Rolle, die meiner Entwicklung gut tut", war sich der Halblinke vor dem Auftakt noch sicher. Zunächst schien sie ihn aber eher zu hemmen.

Als die Deutschen sich nach dem Seitenwechsel gegen Argentinien dann deutlich steigerten, wurde aber auch Heymann besser. Im nächsten Gruppenspiel an diesem Mittwoch (18 Uhr/Eurosport) gegen Topteam Dänemark sollte er das über einen längeren Zeitraum sein. Nicht nur Wolfgang Sommerfeld wird ganz genau hinsehen.

 

 


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