HSG Hohenlohe: Der Titel als Abschiedsgeschenk für den Spielertrainer

Handball  Die HSG Hohenlohe ist vorzeitig Meister der Handball-Bezirksliga. Spielertrainer Sören Vogt verlässt den Verein aber am Saisonende. Die Vorzeichen für die Landesliga stehen nicht gut.

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Besondere Aktion nach einem besonderen Spiel: Lucas Breitner von der HSG Hohenlohe trägt nach dem 26:22-Sieg gegen die SG Schozach-Bottwartal II HSG-Torhüter Rainer Folberth vom Spielfeld − die Meisterschaft ist klar.

Foto: Andreas Veigel

Die Titelfrage in der Bezirksliga ist geklärt. Die HSG Hohenlohe ist nicht mehr einzuholen. Und das bei noch drei ausstehenden Spielen. Die letzten nötigen Punkte holten sich die Hohenloher am Sonntag beim 26:22-Sieg in Beilstein gegen die SG Schozach-Bottwartal II.

"Es war trotz allem ein anstrengendes Spiel. Das ist ein ambitioniertes, junges Team, das hart spielt", sagte HSG-Spielertrainer Sören Vogt. Allerdings war es kein optimaler Termin für eine ausgelassene Party. "Auswärts und dann auch noch sonntagabends ist die Feierlaune nicht ganz so riesig", sagte Vogt. "Zu Hause und samstags ist es schon schöner." Beim Heimspiel am Samstag gegen den Tabellenzweiten TV Flein II soll dann der Meisterwimpel überreicht werden.

Ganz unbeschwert geht es jetzt ins Spitzenspiel gegen den TV Flein II

Das anschließende Spitzenspiel hat dann für die HSG keine allzu große Bedeutung. "Ich bin froh, dass wir es jetzt geschafft haben. So können wir da ganz unbeschwert reingehen", sagt Vogt. Zumal danach vor den abschließenden beiden Saisonspielen eine beinahe vierwöchige Pause folgt. Die Fleiner folgen hinter der HSG mit zwölf Minuspunkten. Nominell ist der TSB Horkheim II mit zehn Minuspunkten Zweiter. Doch selbst wenn die Hohenloher ihre drei Partien verlieren, reicht es für den TSB wegen des direkten Vergleichs nicht mehr.

Erfolgsduo kehrt dem Verein den Rücken

Für den Spielertrainer Sören Vogt ist der Titelgewinn und zweite Aufstieg ein schöner Abschluss seiner vierjährigen Trainertätigkeit bei der HSG Hohenlohe. Auch sein Co Dietmar Stirner wird aufhören. "Wir hatten vor, weiterzumachen", sagte Vogt. "Aber es gab gewisse Vorstellungen und Voraussetzungen, die nicht erfüllt werden konnten. Da gab es keine Lösung. Und ich will es nicht halbherzig machen. Gerade in der Landesliga." Allzu genau wollte der Spielertrainer noch nicht auf die Gründe seines Abschieds eingehen. "Man muss voll und ganz dahinter stehen", sagt Vogt. Das tat er nicht mehr. Deshalb trafen er und Stirner auch die Entscheidung.

Zum einen zerschlugen sich Planungen mit möglichen Neuzugängen, zum anderen kündigten einige Stützen der Mannschaft an, aufzuhören. "Das war auch eine neue Situation für uns", sagte Vogt. Also traf er den Entschluss und gab ihn auch bereits bei Mannschaft und Verein bekannt. "Das Thema Handball ist für mich aber noch nicht abgeschlossen", sagt er. "Ich bin da für alles offen. Ich kann mir vorstellen, als Spieler, Trainer oder Spielertrainer weiterzumachen. Es kommt auf das Angebot an. Das muss halt passen."

Die HSG hat auch die knappen Spiele für sich entschieden

Zumindest was die Punkte anbelangt, passte es in dieser Saison für die HSG fast perfekt. "Ich denke, vier Minuspunkte sind in Ordnung. Auch wenn die Niederlagen nicht hätten sein müssen", sagt Vogt. "Ansonsten haben wir meist souverän gespielt, auch wenn es das eine oder andere knappe Ergebnis gab." Zum Beispiel gegen Degmarn/Oedheim oder gegen den TB Richen. "Aber auch solche Spiele muss man halt gewinnen", sagt Vogt. Zusammen mit Stirner an der Seitenlinie harmonierte das Trainergespann. "Es hat gut funktioniert. Wir ticken da ähnlich", sagt Vogt. "Und auch die Leute, die im Training waren, haben gut mitgezogen. Auch wenn man sich vielleicht eine etwas höhere Trainingsbeteiligung erhofft hatte."

Nun könnte es der HSG Hohenlohe erneut wie in den vergangenen Jahren gehen. Zumindest im Moment scheint das zukünftige Landesliga-Team personell schwächer aufgestellt zu sein als das Meisterteam. Doch die Verantwortlichen der HSG haben auch noch Zeit, einige Neuzugänge und vor allem einen neuen Trainer zu finden.

HSG: Jan Sauer, Rainer Folberth (Tor), Lucas Breitner (3), Vincent Reinalter (2), Sven Graf (7/1), Rico Scheub (2), Yannick Wörz (1), Lukas Kinkel (1), Kevin Weippert (2), Sören Vogt (4), Alexander Mies (3/1)


Marc Schmerbeck

Marc Schmerbeck

Autor

Marc Schmerbeck ist seit 2009 zuständig für den Sport in Hohenlohe. Als Heilbronner geht sein Blick aber auch über jegliche Grenzen hinweg.

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