Grün-weißer David, schwarz-roter Goliath

Handball  Aufsteiger TV Flein geht nach vier Niederlagen in Folge als krasser Außenseiter in das Württembergliga-Derby gegen Schozach-Bottwartal.

Von Michelle List und Stephan Sonntag
Email
Grün-weißer David, schwarz-roter Goliath
Marius Braun und der TV Flein brauchen die Trendwende. Fotos: Archiv/Veigel

Ein Derby in den vergangenen vier Jahren taugt als Mutmacher für den TV Flein. Am 29. Oktober 2016 standen die Grün-Weißen mit dem Rücken zur Wand. Nach 0:14 Punkten zum Saisonstart hatten sich der Verein und Trainer Henning Fröschle getrennt.

Die SG Schozach-Bottwartal hätte mit einem Sieg in der Sandberghalle die Tabellenführung übernehmen können. Unterschiedlicher hätten die Ausgangspositionen kaum sein können. Das Ergebnis war ein 29:26-Sieg der Fleiner.

Bei den Fleinern herrscht "Zugzwang"

Ähnliches würde man sich beim Württembergliga-Aufsteiger für die Partie am Sonntag um 17 Uhr wünschen. Zwar haben die Fleiner im Gegensatz zur Situation vor zwei Jahren immerhin schon vier Punkte auf der Habenseite, nach zuletzt vier Niederlagen in Folge herrscht aber "Zugzwang", wie Ralf Pitzke sagt. "Aus der Englischen Woche wollen wir vier Punkte mitnehmen", fordert der Abteilungsleiter.

Bereits am Mittwoch um 20.15 Uhr steht das Nachholspiel gegen die HSG Schönbuch an, am darauffolgenden Samstag geht es zum Tabellenführer SV Leonberg/Eltingen. Ein straffes Programm mit einer straffen Vorgabe.

Schozach-Bottwartal hat drei der vergangenen vier Spiele gewonnen

Grün-weißer David, schwarz-roter Goliath

Die SG Schozach-Bottwartal kann zwar nicht wie vor zwei Jahren die Spitzenposition übernehmen, aber ihre Position im oberen Drittel festigen. Obwohl das Team von Trainer Tobias Klisch fast immer zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten spielt, wurden drei der vergangenen vier Spiele gewonnen. Gerade die ultra-knappen Erfolge gegen Oberstenfeld und Bietigheim II haben Selbstvertrauen gegeben.

Davon zeugt Klischs Analyse des Bietigheim-Spiels: "Wir haben jetzt gewonnen, indem wir keine der beiden Halbzeiten richtig gut gespielt haben und das hat gereicht." Die Botschaft ist klar: Mit zwei richtig guten Halbzeiten stünde der Sieger fest. Soweit kann sich Flein gar nicht strecken. "Wir müssen ein gewisses Grundlevel abrufen, versuchen, die Phasen, in denen auf diesem Grundlevel gespielt wird, immer länger werden zu lassen. Dann können wir so ziemlich jede Mannschaft schlagen. Anders schlägt uns jede Mannschaft", sagt Klisch.

Fünf der jüngsten sechs Duelle mit den Fleinern haben die Bottwartaler für sich entschieden. In fremder Halle ist die SGSB allerdings in bisher zwei Auswärtsspielen in dieser Saison noch ohne jeden Punkt.

Fleiner setzen auf den Derbyeffekt

Auf das Heimpublikum zählt natürlich der TV Flein. Und natürlich auf den Derbyeffekt. Die Sache mit den eigenen Gesetzen und so weiter. Sehr viel ist das erst einmal nicht. "Wir müssen an die Chance glauben, mit der Überzeugung gewinnen zu können, ins Spiel gehen", sagt Pitzke. Immerhin kann Trainer Krunoslav Jelinic personell aus dem Vollen greifen, lediglich der Einsatz von Patrick Kachelmuß ist fraglich. "Wir haben gezeigt, dass wir es können" , sagt Pitzke und spielt damit auf den Heimsieg gegen Waiblingen an. "Wir dürfen uns nur nicht wie in den letzten Spielen zehn katastrophale Minuten erlauben", sagt Pitzke.

Bei den Gästen fehlen weiterhin die Linkshänder Philipp Kroll und Luca Schmid. Der nachverpflichtete Damit Marjanovic kompensiert diese Ausfälle aber immer besser, war gegen Bietigheim mit seinem Siebenmeter nach Spielende der Matchwinner. "Wir wollen dem Gegner unser schnelles Tempospiel aufzwingen", sagt Klisch.

 


Kommentar hinzufügen