Freuen durften sich in der Pichterichhalle nur Neckarsulmer Masochisten

Handball  Schmerzhafte 25:42-Niederlage der Neckarsulmer Sport-Union gegen den TSV Neuhausen/F. Oberligist zeigt desaströse zweite Halbzeit.

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Freuen durften sich in der Pichterichhalle nur Neckarsulmer Masochisten

Robin Mahl (beim Wurf) war einmal mehr der beste Neckarsulmer. In dieser Szene setzt er sich gegen den gebürtigen Heilbronner Leon Pabst durch.

Foto: Andreas Veigel

Wenn zur Begrüßung in der Pichterichhalle schon der Satz fällt, ob dem Besuch des Heimspiels der Neckarsulmer Oberliga-Männer eine "masochistischen Veranlagung" zugrunde liege, wird deutlich, dass die sportlich prekäre Situation auch im Umfeld Spuren hinterlässt.

Für die 160 Zuschauer - sofern sie Anhänger der Sport-Union waren - dürfte die 25:42 (13:20)-Niederlage am Samstag gegen den TSV Neuhausen/Fildern wohl ausschließlich schmerzhaft und gar nicht befriedigend gewesen sein.

Neuhausen lässt noch Gnade walten

In der 25. Minute hatte Niklas Brake den Rückstand auf 12:14 verkürzt. Es folgte ein 1:6-Lauf bis zum Seitenwechsel und eine ganz bittere zweite Hälfte, die mit 22:12 an die Gäste ging. Die Neckarsulmer durften froh sein, dass der Drittliga-Absteiger nach dem 41:22 (57.) Gnade walten ließ, sonst wären auch 20 Tore Differenz möglich gewesen.

"In der zweiten Hälfte hat jeder nur noch nach sich geschaut, wir müssen wieder als Team funktionieren", sagte Neckarsulmer Sportlicher Leiter Henning Tittel.

Desaströs war auch das Rückzugsverhalten der Neckarsulmer

Natürlich, die Neckarsulmer waren ersatzgeschwächt. Außer den Kreisläufern Felix Hofacker und Din Kandic fehlte krankheitsbedingt auch noch Felix Trumpp. Der frühere Europapokalteilnehmer Veton Broqi blieb am Kreis auch in seiner zwölften Oberligapartie ohne Torerfolg, wurde bereits nach zehn Minuten von Trainer Clemens Borchardt auf die Bank gesetzt und durch den gelernten Linksaußen Jonas Heilmann ersetzt. "Veton sagt selbst, dass er gerade desaströs spielt", gab Tittel zu.

Desaströs war auch das Rückzugsverhalten der Neckarsulmer. Ein ums andere Mal konnten sich die Neuhausener aussuchen, wer den Gegenstoß abschließen soll. Und dies war nicht erst in der Schlussphase der Fall, als die Partie ohnehin gelaufen war und die Wege natürlich immer weiter werden.

Neckarsulmer Notwürfe ohne Kreisoption

"Neuhausen hat uns für unsere vielen Fehlwürfe gnadenlos bestraft", sagte Trainer Clemens Borchardt. Ohne Kreisoption waren die Rückraumakteure teilweise zu Notwürfen gezwungen, immer wieder schlossen die Gastgeber aber auch einfach viel zu überhastet ab.

Da halfen auch die tröstenden Worte des ehemaligen Neckarsulmers Leon Pabst wenig, der fünf Treffer zum Neuhausener Sieg beitrug: "Auf dem Feld hat es sich nicht so deutlich angefühlt wie das Endergebnis aussagt. Neckarsulm hat super gekämpft."

Am Samstag (20 Uhr) geht es für die Sport-Union zum Kellerduell nach Fellbach. "Da müssen wir ein andere Gesicht zeigen", fordert Borchardt. Endspielcharakter habe die Partie aber nicht, betonte Tittel.

Masochistische Zuschauer könnten weiter auf ihre Kosten kommen.


Neckarsulmer SU: Bognar, Max Kerner (Tor) - Broqi, Brake (3), Track (1), Schenk, Moritz Kerner (3/2), Schreider (1), Matschke (4), Heilmann (4), Gohly, Mahl (9).

Beste Schützen des TSV: Letzgus (10), Fleisch (7), Pabst (5), Roos (5).

Siebenmeter: NSU 4/2; TSV 2/1.

Zeitstrafen: 3/3.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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