Fleiner Handballteams bei der Saisoneröffnung: 72 Gegentreffer und trotzdem zufrieden

Handball  Die Fleiner Landesliga-Männer und die Württembergliga-Frauen sehen sich trotz der Niederlagen gegen höherklassige Gegner bei der Saisoneröffnung für die anstehende Spielzeit gewappnet. Die Trainer der gegnerischen Teams reagieren dagegen teils allergisch.

Fleiner Handballteams bei der Saisoneröffnung: 72 Gegentreffer und trotzdem zufrieden

Kaum ein Durchkommen war für Pauline Hochstetter und den TV Flein.

Stolze 37 Gegentore für die Männer, immerhin 35 für die Frauen - die Teams des TV Flein haben bei der Saisoneröffnung am Sonntag in der Sandberghalle ordentlich kassiert. Doch angst und bange muss einem weder um die Landesliga-Jungs noch die Württembergliga-Mädels sein.

Denn mit Oberligist Neckarsulmer Sport-Union und Drittligist SG Schozach-Bottwartal hatten sich die Gastgeber jeweils zwei Klassen höher spielende Gegner eingeladen.

Insofern überrascht es nicht, dass Männer-Coach Patrice Payer mit dem Auftritt seines Teams "super zufrieden" war: "Wir wollten zeigen, was wir in der Vorbereitung geleistet haben. Das ist uns über 60 Minuten gelungen." Knapp zehn Minuten vor dem Ende waren die Fleiner beim 28:29 noch auf Augenhöhe mit dem Nachbarn. Am Schluss gewann die nicht in Bestbesetzung angetretene Sport-Union mit 37:31.

Borchardt will Steigerung von jedem Einzelnen sehen

"In der Abwehr müssen wir uns deutlich steigern. Insgesamt erwarte ich von jedem Einzelnen eine Steigerung", sagte Neckarsulms Trainer Clemens Borchardt mit Blick auf den Oberliga-Start am Samstag (17.30 Uhr) in der Pichterichhalle gegen die SG H2Ku Herrenberg.

Fleiner Handballteams bei der Saisoneröffnung: 72 Gegentreffer und trotzdem zufrieden

Duell am Kreis: Neckarsulms Felix Hofacker (links) gegen Fleins Marco Schilpp. Die Sport-Union gewann mit 37:31.

Fotos: Andreas Veigel

Die Fleiner hingegen scheinen gut gerüstet für den Landesliga-Auftakt am 15. September gegen den SV Kornwestheim II. "Wir sind natürlich die Gejagten. Jeder will gegen uns gewinnen", prognostiziert Payer einen schweren Weg zurück in die Württembergliga. Mit Tim Gröger (Neckarsulm) und Marius Braun (Weinsberg) hatten die Fleiner nur zwei namhafte Abgänge zu verzeichnen, haben mit Cedric Ziegler von der SG Schozach-Bottwartal aber ein großes Rückraumtalent hinzugewonnen. "Cid ist unser Mann für die einfachen Tore. Er ist auf einem sehr guten Weg, muss aber auch noch viel lernen", sagt Payer zu seinem 2,03-Meter-Riesen.

Erste Halbzeit war für Michael Stettner inakzeptabel

Nerven gekostet hat Michael Stettner die erste Hälfte seiner Bottwartal-Mädels gegen die Fleinerinnnen. "Inakzeptabel" sei das Auftreten gewesen, "da reagiere ich allergisch". Wohlgemerkt, sein Team führte nach 30 Minuten mit 15:8, hatte gerade ein viertägiges Trainingslager hinter sich gebracht und am Vorabend noch ein Testspiel über 3x20 Minuten gegen Oberligist Bönnigheim absolviert. Dennoch war die Stettnersche Mängelliste lang: fehlende Laufbereitschaft, mangelnde Körpersprache, keine Zweikampfbereitschaft. Den Unmut des Trainers bekam das Team in der Halbzeit lautstark vermittelt. Die Wirkung blieb nicht aus. 20 Tore legte sein Team zum 35:18-Endstand nach.

"Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagte Fleins Trainer Denis Braun, der das Team erst vor zwei Wochen von Andreas Drauz übernommen hat. Der Aufstiegstrainer hatte schweren Herzens aufgegeben, weil er den erhöhten Trainingsbedarf nicht mit seinem Beruf vereinbaren konnte. Eine bei einer gemeinsamen Aussprache zwischen Team, Vorstand und Trainer anvisierte Kompromisslösung kam ebenfalls nicht zu Stande.

So kam Nachwuchscoach Braun ins Spiel, der das Gros des Teams schon in der B- und A-Jugend betreut hat. "Ich musste einen Tag überlegen, dann habe ich zugesagt." Umgehend zog er das Pensum an: "Wir haben zwölf Einheiten in den vergangenen 14 Tagen absolviert", betonte Braun. Als Saisonziel hat der Aufsteiger die Qualifikation für die Verbandsliga ausgegeben, will also einen Platz zwischen sechs und zwölf erreichen.


Siebenmeterverbot für den Neuzugang

Fleins Neuzugang Cedric Ziegler wollte kurz vor Ende des Spiels gegen Neckarsulm auch mal einen Siebenmeter werfen. Ein wenig widerwillig überließ ihm Kai Herrmann die Kugel. Ziegler probierte es mit einem Trickwurf gegen Keeper Michael Bognar und scheiterte kläglich. "Nie wieder", rief ihm Kapitän Herrmann schon auf dem Spielfeld zu und drohte hinterher: "Das Ding kostet noch." 

 

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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