Der Drittliga-Aufsteiger ist ein Spitzenteam

Handball  SG Schozach-Bottwartal bleibt nach 24:17-Heimsieg gegen Kappelwindeck in der 3. Liga auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Mannschaft feiert zweiten Heimsieg.

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Der Drittliga-Aufsteiger ist ein Spitzenteam

Den Sieg gegen die SG Kappelwindeck-Steinbach mussten sich Isabel Mangold (am Ball) und ihre Mitspielerinnen hart erkämpfen.

Foto: Andreas Veigel

Die nackten Zahlen sind die eines Spitzenteams: Platz drei, beste Abwehr der 3. Liga Süd, beste Auswärtsmannschaft, sechs der vergangenen sieben Spiele gewonnen. Am Samstagabend fuhr Drittliga-Aufsteiger SG Schozach-Bottwartal gegen die SG Kappelwindeck-Steinbach endlich auch den zweiten Heimsieg ein. Für das 24:17 (10:7) vor 350 Zuschauern in der Langhanshalle gab es zwar keinen Schönheitspreis, aber zwei weitere Zähler. "Glanz und Gloria geht nicht immer", sagte Trainer Michael Stettner. "Es wird Zeit für eine Pause."

Abwehrreihen dominieren das Spiel

Es war eine zähe, umkämpfte, fehlerbehaftete Partie. Die beiden Abwehrreihen dominierten. Nach 20 Minuten stand es gerade einmal 4:4. Gegen die aggressive 3:2:1-Deckung der Gäste tat sich die SGSB im Angriff schwer. Es fehlte an Tempo, es fehlte an Breite und es unterliefen viel zu viele Fehler. Umgekehrt war es ähnlich. Gegen die 6:0-Abwehr der Gastgeberinnen fanden die Blau-Schwarzen übers gesamte Spiel kein Mittel. Nur drei Treffer gelangen aus dem stehenden Angriff. "Abwehr und Torhüterinnen waren über 60 Minuten richtig geil", lobte Stettner.

Schon in der Vorsaison hatte sein Team den Ausfall von Shooterin Alisa Berger mit grandioser Deckungsarbeit kompensiert und den Aufstieg geschafft. Aktuell fehlt neben Berger auch noch Denise Geier. Ohne die Rückraumzange ist das Angriffsspiel auf die Eins-gegen-Eins-Aktionen von Theresa Müller und Svenja Kaufmann angewiesen. Das Duo ist zwar unermüdlich, jedes Tor, jeder Siebenmeter muss aber hart erkämpft werden, vor allem wenn die Kreisanspiele nicht gelingen und die Außen kaum in Szene gesetzt werden.

4:0-Lauf zur 8:4-Führung der SGSB

Letztlich genügten der SGSB aber fünf gute Angriffsminuten mit einem Siebenmeter, zwei Gegenstößen und einem Tor vom Kreis, um mit einem 4:0-Lauf zum 8:4 (26.) den spielentscheidenden Vorsprung herauszuholen. Näher als auf drei Treffer kamen die Gäste nie mehr heran. Gefährlich waren lediglich ihre pfeilschnellen Gegenstöße, bei denen sie aber ein ums andere Mal an den Keeperinnen Jana Brausch und Rena Keller scheiterten. Dass Torwarttrainer Steffen Sotzny die überragende Brausch zur Pause auswechselte, erstaunte sogar Stettner. Doch der Chefcoach hielt sich raus und Keller stand der Kollegin in nichts nach. "Alles gut. Der Trainer wollte einen neuen Impuls setzen", sagte Brausch hinterher grinsend. Den hatte es auf der Position sicher nicht gebraucht, aber das Torhüterduo harmoniert auch menschlich.

Ab Januar mit voller Angriffspower

"Ich bin stolz, was die Mannschaft seit Juni geleistet hat", zog Stettner das Halbjahresfazit. Und die Konkurrenz zittert schon, wenn der Aufsteiger ab Januar wieder mit voller Angriffspower am Start ist. "Wir können jeden schlagen", sagt Brausch.

SG Schozach-Bottwartal: Keller, Brausch - Riek (1), Hönig (4), Berger, Müller (4/1), Kaufmann (4), Brunn (1), Benz (1), Klenk (3), Wehe (1), Lang, Mangold (2/1), Asmuth (3/3).

Beste Schützin der SG: Aliu (4).

Siebenmeter: SGSB 6/5; SG 2/0.

Zeitstrafen: 1/2.

Zuschauer: 350.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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