Bottwartal-Duo setzt auf die Sieben

Handball  Vor der Württembergliga-Spaltung gibt es für SKV und SGSB kein graues Mittelfeld mehr, sondern jede Menge Druck.

Bottwartal-Duo setzt auf die Sieben

Weitere Württembergliga-Jahre im Visier: Timo Stauch (Mitte), seine Oberstenfelder und die SGSB wollen den Gang in die Verbandsliga vermeiden.

Foto: Andreas Veigel

So nah sich die beiden Nachbarschaftsvereine SKV Oberstenfeld und SG Schozach-Bottwartal geografisch sind, so dicht liegen auch ihre diesjährigen Württembergliga-Ziele beieinander. Das Duo setzt alles auf die Sieben. Genauer gesagt die ersten sieben Plätze des Klassements.

Die gilt es schließlich zu erreichen, soll es 2020/21 nach der Strukturreform des Handball-Verband Württembergs (siehe Hintergrund) nicht in die neue Verbandsliga gehen.

Der SKV Oberstenfeld setzt auf junge Wilde und hohes Tempo

"Das Ziel ist ganz klar Platz sieben", sagt SKV-Coach Michael Walter. Mehr nimmt er gerne, doch schon das Minimalziel dürfte für seine Oberstenfelder nach den Rängen acht und neun in den beiden vergangenen Jahren schwer genug werden. Zumindest kann Walter auf frische Kräfte setzen. Seine fünf Zugänge auf dem Feld senken den Altersschnitt und "sorgen dafür, dass wir schneller spielen". Dafür sorgen gleich acht Abgänge für einen gehörigen Umbruch. Das Gros ging allerdings zur zweiten Oberstenfelder Mannschaft und wäre im Notfall reaktivierbar, wie Walter verrät. Auch Oldie Sebastian Sauerland wird beruflich nur begrenzt zur Verfügung stehen.

Doch eigentlich will Michael Walter ohnehin nicht um Hilfe rufen müssen, sondern mit dem jungen Team etwas entwickeln. Das reizt ihn. "Die Vorbereitung lief auch ganz gut. Wir sind ein Team geworden, es gab kaum Diskussionen", gibt sich der Trainer zuversichtlich für den Start an diesem Sonntag (15 Uhr) zu Hause gegen den HC Oppenweiler/Backnang II.

Junges Torhüter-Duo soll den Fels Uhl ersetzen

Ein Restrisiko bleibt beim SKV-Projekt Jugend forscht natürlich bestehen, dessen ist sich Michael Walter durchaus bewusst. Zumal es im Ringen um das obere Drittel extrem eng zugehen dürfte und beinahe jeder Punkt zählt. Trotzdem sieht er in der Frischzellenkur das richtige Konzept für die Zukunft.

Besonders zwischen den Pfosten bricht eine neue Ära an. Torwart-Fels Nicolai Uhl steht nicht mehr im Kader und hinterlässt große Spuren. Schließen sollen die Zwei-Meter-Lücke Tim Schniering und Yannick Zieker. die sich für Michael Walter ideal ergänzen. Mit ihrer zügigen Spieleröffnung soll das neue Tempo schon im Tor starten. Im neuen SKV steckt viel Potenzial, zunächst wird er aber wahrscheinlich noch etwas Zeit zur Findung brauchen. Der Coach ist aber optimistisch.

Der Königstransfer der SGSB hat sich das Kreuzband gerissen

Größer sind die Sorgen bei der SG Schozach-Bottwartal vor dem Auftakt gegen den TSV Schmiden an diesem Samstag (20 Uhr). Mit Königstransfer Tobias Hold war die Stimmung eigentlich zunächst prächtig. Bis der ehemalige Zweitligaspieler sich in der Vorbereitung das Kreuzband riss. Dass das fest eingeplante Eigengewächs Cedric Ziegler Tobias Klischs Team in Richtung Flein verlassen hat, verstärkt die brisante Lage im SG-Rückraum. Deshalb soll Co-Trainer Patrick Sattler aushelfen. Viel passieren darf somit in Sachen Verletzungen aber nicht mehr.

Dennoch hat die SG die Qualität, um unter den ersten Sieben zu landen. Auch in den vergangenen beiden Jahren gelang Schozach-Bottwartal das als Sechster und Fünfter. Das Aufleben alter Erfolgszeiten ist zwar auch in dieser Saison nicht zu erwarten, dafür aber das Erreichen der Ziele.

Das Bottwartal-Duo setzt dabei geschlossen auf die Sieben. Auch, um weiterhin ein naheliegendes Derby spielen zu können.

SKV Oberstenfeld: Tim Schniering, Yannick Zieker (Tor) - Jan Fuhrmann, Moritz Schädlich, Jonas Krautt, Richard Babjak, Lars Eisele, Philipp Goller, Nick Meder, Marc Pfulgfelder, Timo Stauch, Eric Stahl, Hannes Eisele, Sebastian Sauerland, Güngör Cakar.

SG Schozach-Bottwartal: Thomas Fink, Philip Hämmerling (Tor) - Robin Baumann, Christian Zluhan, Patrick Sattler, Lukas Gallus, Tobias Hold Yannis Heinz, Felipe Soteras Merz, Luca Schmid, Valentin Weckerle, Felix Linder, Sebastian Schmitz, Daniel Zieker, Jonas Keller, David Schneider, Nicolas Eschbach.


Strukturreform des HVW

Der Handball-Verband Württemberg (HVW) wird die Spielklassen auf Verbandsebene neu ordnen. Im Zentrum steht für 2020/21 eine Zusammenführung der Württembergliga. Die bisherigen Nord- und Südstaffeln werden gebündelt, darunter die neue Verbandsliga geschaffen. Es galt für den HVW, Relegationsspiele über mehrere Wochen nach der Saison künftig zu vermeiden, aber auch der sinkenden Anzahl von Schiedsrichtern mit weniger Spielen Rechnung zu tragen.

In der Landesliga wird es statt den bisherigen drei künftig vier Staffeln geben, in denen sich aber jeweils nur zehn Mannschaften messen - neben der fehlenden Relegation der Schlüssel zu weniger Partien. Gerade dort hält sich die Begeisterung bei den kleinen Vereinen in Grenzen, weil mit weniger Heimspielen wichtige Einnahmequellen wegfallen. Beim Verband wird deshalb überlegt, die Staffelgrößen in der Landesliga doch noch nach oben zu korrigieren.

 


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

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