Bittere Drittliga-Premiere für Schozach-Bottwartal

Handball  Frauen der SG Schozach-Bottwartal führen lange, verlieren gegen Regensburg aber mit 24:25.

Bittere Drittliga-Premiere für Schozach-Bottwartal

Svenja Kaufmann beim Wurf. Die vom Bundesligisten Neckarsulmer Sport-Union zur SGSB gekommene Spielmacherin erzielte drei Tore.

Foto: Andreas Veigel

Man musste nur in die traurigen Augen von Svenja Kaufmann schauen. Eigentlich brauchte es dann keine Worte mehr. Die 24:25 (15:13)-Niederlage der SG Schozach-Bottwartal bei der Drittliga-Premiere schmerzte sehr, aber keiner Spielerin sah man die Enttäuschung nach der knappen Niederlage gegen den Meisterschaftsaspiranten ESV Regensburg so deutlich an wie der Spielmacherin.

Selbst schuld - das war ihre treffende Analyse. "Wir haben in den letzten zehn Minuten nur noch technische Fehler gemacht. So kann man kein Spiel gewinnen."

Handball-Coup ist lange möglich

Zumindest nicht dieses gegen ein Top-Team der 3. Liga Süd. Beim 23:20 hatte es eine Viertelstunde vor Schluss ganz danach ausgesehen, als werde der Aufsteiger SGSB mit einem Handball-Coup in die Saison starten. Doch dann gelang bis zur 60. Minute nur noch ein Siebenmeter-Treffer durch Anna Asmuth.

Weg waren die Punkte.

Die vom Bundesligisten Neckarsulmer Sport-Union zur SGSB gekommene Svenja Kaufmann hatte in letzter Sekunde noch die Möglichkeit, in Überzahl zumindest ein Unentschieden zu retten. Doch ihr Wurf landete im Gesicht von Carina Vetter, die in der Beilsteiner Langhanshalle erst zu Boden ging, dann von ihren Mitspielerinnen geherzt wurde.

"Es war nur noch eine Sekunde, ich konnte nicht mal richtig abspringen", haderte Kaufmann. "Schade, dass wir gar nichts mitnehmen konnten, verdient hätten wir es gehabt."

Da wollte der Regensburger Trainer Stefan von Frankenberg nicht wirklich widersprechen. Er bescheinigte der SG Schozach-Bottwartal, eine "tolle Mannschaft" zu haben. Es sei "ein Spiel auf Augenhöhe" gewesen - was sehr viel heißen will, schließlich ist der ESV Regensburg ein Meisterschaftskandidat.

SGSB-Trainer Michael Stettner verteilte trotz der bitteren Niederlage ein "Riesenkompliment an die Truppe". Auch er haderte mit den vielen unnötigen Fehlern am Schluss. "Das wurde knallhart be-straft." Aber: "Ich wüsste keine, der ich nicht eine gute Leistung bescheinigen sollte." Der ESV Regensburg sei nunmal "nicht die Mannschaft, gegen die man auf Teufel komm raus punkten muss". Für Stettner ist nach der ersten Drittliga-Partie des Aufsteigers klar: "Wenn wir weiter so spielen, können wir sicher eine gute Rolle in der Liga spielen."

Denise Geier mit gutem Debüt

Beste Werferin war Denise Geier, die wie Svenja Kaufmann und Torhüterin Jana Brausch als Neuzugang gleich zur Leistungsträgerin wurde. Sie traf sechs Mal aus dem Rückraum und schüttelte nach 60 Minuten den Kopf. Ein "scheiß Ende" sei das, "schmerzhaft". Und trotzdem könne man "erhobenen Hauptes" aus der Halle gehen. "Wir waren in den letzten zehn Minuten einfach nicht mehr so konsequent. Aber die Regensburgerinnen wollen ja auch hoch in die zweite Liga."

Die Handball-Frauen der SG Schozach-Bottwartal haben keinen Druck dieser Art. Aber fraglos viel Potenzial, um in der ersten Saison gleich eine sehr gute Rolle in der 3. Liga Süd zu spielen. In der ersten Halbzeit hatten sie über ein 7:4 (14. Minute) eine 15:13-Pausenführung herausgeworfen. Nach dem 20:20 (43.) zogen sie auf 23:20 davon. Doch es gab kein Happy End. Bei der TG Pforzheim geht es jetzt weiter. "Und zwar genau da, wo wir heute angefangen haben", sagte Michael Stettner. Die Leistung gegen Regensburg war stark. Sollte die SGSB daran anknüpfen können, dürften die ersten Punkte ganz schnell geholt sein. Dann könnten Svenja Kaufmanns Augen leuchten.

SG Schozach-Bottwartal: Brausch, Keller - Riek (4), Hönig, Hanak, Müller (3), Kaufmann (3), Brunn (3), Geier (6), Günsoy, Benz (1), Klenk (1), Wehe, Lang, Mangold, Asmuth (3/3)

Beste Werferin ESV: Peter (9/3)

Siebenmeter: 5/3 SGSB - 6/5 ESV

Zeitstrafen: 2 /2. Zuschauer: 400


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme. 

Kommentar hinzufügen