Aussetzung des Spielbetriebs im Handballverband Württemberg bis zum 19. April

Handball  Die Handball-Saison scheint für die Teams aus der Region beendet. Der HVW lässt sich aber ein Hintertürchen offen. Vorzeitige Glückwünsche zum Klassenerhalt lehnt zumindest auch NSU-Trainer Clemens Borchardt ab.

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Markus Kübler und seine Weinsberger haben erst einmal frei.

Foto: Archiv/Veigel

Um 16 Uhr brach gestern die Internetseite des HVW erst einmal zusammen. Kein Wunder, der Handballverband Württemberg hatte Minuten zuvor seine Vereine darüber informiert, dass der Spielbetrieb ab sofort bis mindestens zum 19. April ausgesetzt wird. Den Wahrheitsgehalt dieser Mitteilung wollten viele natürlich sofort auf der Website überprüfen.

"Wir schaffen es aufgrund der unterschiedlichen Entscheidungen auf kommunaler Ebene beziehungsweise der Gesundheitsbehörden vor Ort nicht mehr, einen flächendeckenden Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und durchzuführen, selbst wenn wir wollten und könnten", erklärte HVW-Präsident Hans Artschwager in einer Pressemitteilung. Die Landesverbände Baden, Bayern, Hessen, Pfalz, Saar, Rheinland, Rheinhessen und Südbaden zogen unmittelbar mit.

Der Rest der insgesamt 22 deutschen Landesverbände zog und zieht wohl Region für Region nach. "Dynamische Entwicklungen bedürfen vorausschauender Abwägungsentscheidungen", wurde Artschwager zitiert: "Durch unsere Entscheidung wollen wir nicht nur der Verbreitung des Corona-Virus, sondern auch der Infektion mit Angst entgegenwirken."

Bewusstes Hintertürchen

Im Jugendbereich ist die Saison mit dieser Entscheidung beendet. Hier hätte ohnehin nur noch ein Spieltag auf dem Programm gestanden. Für den aktiven Bereich ist ausdrücklich nur von einer Aussetzung die Rede. Hier haben sich die Verantwortlichen bewusst ein Hintertürchen für eine Saison-Fortsetzung offengehalten. "Mein persönliches Ziel ist es, den Ligabetrieb nach dem 19. April wieder aufzunehmen", sagte Michael Roll.

Der Vorsitzende des Verbandsausschusses Spieltechnik betonte zudem: "Wir haben jetzt erst einmal Zeit und Ruhe, um einen Plan B zu entwickeln." Die Saison für beendet zu erklären, sei ohne weitere Beratungen nicht einfach möglich.

Neckarsulmer Oberliga-Handballer stecken knietief im Abstiegssumpf

Daher weigerte sich auch Clemens Borchardt am Donnerstag beharrlich, Glückwünsche zum Klassenerhalt entgegenzunehmen. Seine Neckarsulmer Oberliga-Handballer stecken knietief im Abstiegssumpf, ein vorzogenes Saisonende käme da nicht ungelegen. "Wir hören jetzt nicht einfach auf", betonte Borchardt. Obwohl auch dem NSU-Coach klar ist, dass eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs unwahrscheinlich sein dürfte. "Es stellt sich aber natürlich die Frage, wie die Saison dann gewertet würde, ob die aktuellen Platzierungen eingefroren würden, ob es überhaupt Auf- und Absteiger gibt."

Spätestens zum 19. April soll über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs der aktiven Mannschaften sowie die Saisonwertungen in den jeweiligen Landesverbänden entschieden werden. "Momentan kann ich zu diesen Themen noch überhaupt nichts sagen", erklärte Roll. Immerhin eine gute Nachricht gab es gestern noch: die Website des HVW war bereits nach kurzer Zeit wieder erreichbar.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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