Große Kulisse, wenig Klasse beim Handball-Derby in Neckarsulm

Handball  Oberliga-Duell zwischen der NSU und Weinsberg findet verdienten Sieger, mahnt aber beide Teams für den weiteren Saisonverlauf.

Email
Große Kulisse, wenig Klasse beim Handball-Derby in Neckarsulm

Felix Trumpp war für die Weinsberger kaum zu halten.

Foto: Andreas Veigel

Vor der stattlichen Kulisse von 700 Zuschauern - darunter die gesamte Handballprominenz der Region - ging am Freitag in der Ballei das Oberliga-Derby zwischen der Neckarsulmer Sport-Union und dem TSV Weinsberg über die Bühne. "Das ist ein geiles Gefühl vor so einer Kulisse zu spielen", sagte Felix Trumpp. Nicht zuletzt dank seines gigantischen Einsatzes und seiner sieben Tore hatten die Gastgeber mit 28:24 (15:10) das bessere Ende für sich und feierten erstmals in dieser Saison zwei Siege in Folge.

"Das war eine bockstarke Mannschaftsleistung. Wir hatten über das gesamte Spiel genug Ruhe mit einer geilen Deckung. Alleine in einem Angriff der Weinsberger haben wir vier Bälle geblockt - megageil. Wir merken, dass es wieder funktioniert", war NSU-Trainer Clemens Borchardt begeistert von seinem Team, das noch zwei Wochen zuvor bei der 25:42-Klatsche gegen Neuhausen wie ein Absteiger spielte.

Partie den Tabellenpositionen im unteren Drittel entsprechend

Das Derbyfeuer loderte am Freitag in den Neckarsulmern deutlich heißer als bei den teils pomadig wirkenden Weinsbergern. Die Partie war sicher auch alles andere als hochklassig, sondern eher den Tabellenpositionen im unteren Drittel entsprechend. Insofern war das Derby auch eine Mahnung an beide beteiligten Teams, dass das Saisonziel nur Klassenerhalt lauten kann.

Die verstärkten Weinsberger Bemühungen in der zweiten Hälfte genügten letztlich nicht, um an Zählbares heranzukommen. "Wir haben zu viele Eier bekommen", sagte Benjamin Röhrle mit Blick auf die überschaubaren Leistungen der TSV-Keeper Tobias Krems und Tobias Tauterat.

Selbstkritik von Benjamin Röhrle

Der erfahrene Neuzugang aus Oppenweiler übte aber trotz seiner acht Tore auch Selbstkritik: "Den Siebenmeter kurz vor Schluss werfe ich überhastet." Es wäre der 24:25-Anschlusstreffer gut drei Minuten vor dem Ende gewesen. Doch Röhrle feuerte den Ball am rechten Pfosten vorbei. Nicht zuletzt, weil das Schiedsrichtergespann die Zeit nicht stoppte.

Doch verdient wäre der Punktgewinn auch nicht gewesen. Ohne Jan König und mit einem angeschlagenen und deshalb nur sporadisch eingesetzten Max Schulze blieben den Weinsbergern nur Röhrle und Sven König als Zielspieler. Eine überschaubare Aufgabe für die Neckarsulmer Defensive, zumal das Kreisspiel beim TSV gar kein Faktor war. Hier hatten die Neckarsulmer neben der Torhüterposition die größten Vorteile. "Felix Hofacker hat uns massiv Probleme bereitet", gab Röhrle zu.


Dominik Knobloch

Dominik Knobloch

Sportredakteur

Dominik Knobloch ging 2012 erstmals als Praktikant für die Heilbronner Stimme aufs Feld. Nach seinem Volontariat wurde er 2015 als Redakteur im Sportressort übernommen.

Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

Kommentar hinzufügen