Erfolgreiche Landesliga-Handballer

Handball  Am vergangenen Wochenende waren in sechs Landesliga-Partien gleich viermal die Teams aus der Region Heilbronn-Franken erfolgreich.

Von Michael Roll
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Lediglich die Männer des SV Heilbronn a.L mussten sich in eigener Halle mit einem Punkt beim 27:27 gegen den TSV Alfdorf begnügen, die HSG Hohenlohe unterlag in der Creuzfelder-Halle mit 22:31 sehr deutlich der HSG Weinstadt. Bis auf die Niederlage der HSG Hohenlohe sind in dieser Woche alle Berichte eingegangen. 

Neckarsulmer SU II - SV Fellbach 33:25 (14:14)

Am vergangenen Sonntag empfing die Neckarsulmer Reserve den Württembergliga-Absteiger SV Fellbach in der Pichterichhalle. Leider waren im Vorfeld nicht viele Informationen über die Gäste bekannt, außer dass sie nach ihrem Abstieg noch mitten im Umbruch stecken und ihren bisherigen  Ergebnissen nach selbst noch auf der Formsuche sind. Nichtsdestotrotz waren die Männer um Trainer Orciari gewarnt, denn die Gäste machten einen hochmotivierten Eindruck, waren sie doch mit einem Reisebus samt großer - und vor allem lautstarker - Anhängerschaft vorgefahren.

Doch die Gastgeber waren ebenso heiß auf dieses Spiel, was man auch von Beginn an merkte. Es gestaltete sich eine schnelle und technisch gute Partie, bei der sich bis zum Stand von 3:3 keine Mannschaft einen Vorteil verschaffte. Dann allerdings drehte der stärkste Fellbacher Akteur M. Schäfer auf und ließ der Abwehr keine Chance. Er zeigte sich sehr treffsicher von Feld und der Siebenmeter-Linie, oder er setzte seine Mitspieler erfolgreich in Szene. Die Gastgeber hatten alle Mühe, ihn zu verteidigen und machten zu viele individuelle Fehler. Obwohl es im Angriff besser lief als in den vergangenen Wochen, waren die Motorenstädter nicht in der Lage einen 3-Tore-Rückstand (8:11) zu verhindern. Es folgte eine Auszeit der Neckarsulmer und eine Umstellung der Abwehr um den gefährlichsten Spieler der Gäste zu entschärfen. Diese Maßnahme schien zu funktionieren, denn im Anschluss zeigte  sich die Defensive deutlich sicherer und kam so auch zu mehr Ballgewinnen. 

Die Fellbacher ihrerseits wechselten ihre Abwehr in eine offensivere Formation. Doch S. Koroumlidis ließ sich dadurch nicht beirren. Er hielt den Druck auf das gegnerische Gehäuse hoch und markierte weitere Treffer für seine Mannschaft. Als Folge gelang den Gastgebern kurz vor der Halbzeitpause der 14:14-Ausgleich. Die Zuschauer sahen in den ersten 30 Minuten ein sehr intensives aber faires Spiel, was aber die Frage offen ließ, ob die Mannschaften in der Lage sind, diesen Einsatz über die volle 60 Minuten zu bringen.

Nach der Pause zeigte sich das gleiche Bild. Beide Mannschaften kämpften verbissen um den Sieg, und die Partie sollte sich bis zum 20:20 in der 41. Spielminute offen gestalten. Doch dann gelangen den Neckarsulmern vier Tore in zwei Minuten ohne einen Gegentreffer zu bekommen. Dies veranlasste den Gästetrainer, Gesprächsbedarf bei seinem Team anzumelden. Die Fellbacher verkürzten den Rückstand nach der Pause kurzweilig auf zwei Tore, doch die Gastgeber zeigten sich hier eher unbeeindruckt. Ab jetzt spielten nur noch die Blau-Weißen. Die Abwehr zeigte sich sehr kompakt und erspielte sich immer wieder einfache Ballgewinne – auch gegen zeitweise sieben Feldspieler.

Den Fellbachern schienen langsam die Kräfte zu schwinden, denn in den letzten 15 Minuten netzten sie nur noch drei Mal ein. Herausragend in dieser Phase zeigte sich K. Diel, der sich hinten wie ein Bollwerk aufbaute und nur aus der aggressiven Abwehr heraus alleine fünf Treffer markierte. Die Gäste setzten alles auf eine Karte und versuchten mit einer offensiven Spielweise die Partie noch zu drehen, doch auch hier ließ Neckarsulm nichts anbrennen. Nach 60 Spielminuten und einer tollen Mannschaftsleistung sowie großem Einsatz freuten sich die Gastgeber über einen verdienten 33:25 Heimsieg. 

NSU Neckarsulm 2: Martin Gola und Tobias Greiner im Tor, Kai Diel (5), Timo Kiel, Tom Jochim (4), Philipp Eberhardt (1), Kevin Weippert (2), Savvas Kouroumlidis (11), Jonas Kaufmann (1), Christoph Joost (1), Benjamin Ungermann, Felix Wald (8/2)

SV Fellbach: Lukas Weil (3), Moritz Schäfer (7/2), Cornelius Rost, Louis Rieck, Sven Nowak, Jonas Roth, Manuel Weinmann, Maximilian Pfeil (1), Bastian Treiber (4), Timo Kelle, Julian Bach (1), Alexander Schuhbauer (6), Benjamin Manz (3)

TSV Bönnigheim - SSV Hohenacker  28:19 (15:8)

Zu einem ungefährdeten und locker herausgespielten 28:19-Sieg gegen Aufsteiger SSV Hohenacker kam Landesligist TSV Bönnigheim am ungewohnten Sonntagnachmittag in eigener Halle. Dabei schonte TSV-Trainer Uwe Sauerbrey nach einer 15:8-Führung zur Pause seine Stamm-Sieben über weite Strecken der zweiten Halbzeit, und sorgte dafür, dass der zweite Anzug Spielpraxis sammeln konnte. Doch so richtig passte dieser verständlicherweise noch nicht. „Es war ein ungefähdeter Heimsieg ohne wirklich zu glänzen, auch weil der Gegner zu wenig durchschlagskräftig war“, konstatierte TSV-Coach Uwe Sauerbrey.

Allerdings monierte er auch ob des deutlichen Spielstandes die unkonzentrierten, hektischen und des öfteren überhasteten Aktionen seines Teams, sowie in der Abwehr, als auch im Angriff. Bis zum 3:3 (9.) hielten die Gäste noch mit, auch weil Bönnigheim mit einigen Chancen recht fahrlässig umging. Beim 8:4 durch ein Tempogegenstoss-Tor von Dominik Lorenz hatten sich die Einheimischen erstmals deutlich abgesetzt. SSV-Coach Rolf Fischer wollte den Lauf des TSB durch eine Auszeit unterbrechen. Doch trotz Manndeckung gegen Lukas Hepperle, der beim 12:6 (22.) bereits seinen sechsten Treffer erzielen konnte, zogen die Einheimischen bis zur Pausensirene auf 15:7 davon. Dabei scheiterte gerade Lukas Hepperle in den letzten Minuten etwas übermotiviert dreimal frei vor dem gegnerischen Torhüter.

Nach dem Wechsel kassierte der TSV in Überzahl leichtfertig zwei Gegentore zum zwischenzeitlichen 16:10 (35.). Dazu vergab Dominic Zäh einen Siebenmeter und Timo Zundel scheiterte mit einem Konter am stark haltenden Hohenacker Keeper Dennis Gonschorek. Beim Stande von 21:14 (48.) stimmte Uwe Sauerbrey seine Mannen auf die letzten 12 Minuten ein, forderte von seiner zweiten Garde vor allem ein konsequenteres Zurücklaufen und mehr Geduld im Angriff. Marius Rösch blieb es vorgehalten drei Minuten vor dem Ende des gut und unauffällig leitenden Schiedsrichtergespanns den 10-Tore-Abstand herzustellen (27:17). Den Schlusspunkt setzte SSV-Torjäger Martin Kleinhans mit seinem achten Tor, so dass die Hausherren es nicht ganz schafften, die bei der Auszeit anvisierten Zehn-Tore-Differenz zu halten.  

TSV Bönnigheim: Rupprecht, Schultz; Track (1), Mathias Hepperle (6/2), Lorenz (1), Noack (3), Lukas Hepperle (7), Rösch (1), Dominic Zäh (5/2), Patrick Stierl, Vogelmann (1), Zundel, Böer (3).

SV Heilbronn a.L. - TSV Alfdorf 27:27 (16:11)

Am Sonntagtagabend war zum zweiten Heimspiel in der Römerhalle der TSV Alfdorf zu Gast, der sich in diese Saison erneut zu den Favoriten zählen kann. Das SV-Team begann sehr konzentriert und motiviert und konnte in den Anfangsminuten das Spiel recht ausgeglichen gestalten. In der elften Spielminute gingen die Gastgeber zum ersten Mal mit 5:4 Führung und konnten durch einen erneuten Treffer den Vorsprung auf zwei Tore ausbauen. Durch schöne Spielzüge und ausgespielte Angriffe kam das SV-Team immer wieder zu schönen Toren. Auch eine Auszeit von Alfdorf konnte den Lauf der Heilbronner nicht unterbinden und so setzten sich die SV’ler auf 10:6 Toren ab.

Auch die Verletzung von Sven Graf in dieser Phase konnte das Team gut kompensieren und verteidigte den Vorsprung weiter. Die Abwehrreihe stand kompakt, nur im Angriff wurden leichtfertig die Bälle vertändelt und so verpasste das SV-Team den Vorsprung deutlicher bis zur Halbzeit auszubauen. Beim Stande von 16:11 Toren für den SV Heilbronn wurden die Seiten gewechselt.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte wurde im Angriff auf Seiten der SV’ler der Ball wieder leichtfertig verloren, dass die Gäste im schnellen Gegenzug zum Anschlusstreffer nutzten. In der Abwehr wurde auf einmal nicht mehr konzentriert auf die Ballseite gearbeitet und dadurch entstanden zu große Lücken und im Angriff wurden die Gäste durch weitere Ballverluste und unnötige technische Fehler regerecht eingeladen, einfache Tore zu erzielen. Die Alfdorfer witterten Ihre Chance und konnten den Vorsprung der Gastgeber durch fünf Tore in Folge in wenigen Minuten zum 17:16 verkürzen. Die SV’ler konnten sich nach der Auszeit von Joe Künzel zwar nochmals durch Sören Vogt auf 18:16 absetzen, musste aber in der 40. Spielminute den 18:18 Ausgleich hinnehmen.

In dieser Phase verletzte sich Dennis Schulz am Knie und wenige Minuten später auch noch Stefan Kanzler am Knöchel, Beide konnten ebenfalls nicht mehr weiterspielen. Das Spiel verlief nun recht ausgeglichen, bei dem die Führung nun ständig wechselte. In der 59. Spielminute gingen die SV’ler erneut durch den Treffer von Sören Vogt mit 27:26 Toren in Führung. Erneute Auszeit durch den Alfdorfer Trainer Michael Rill und noch 22 Sekunden zu spielen. Die Gäste setzten alles auf eine Karte und brachten im letzten Angriff den 7 Feldspieler aufs Feld und erspielten sich in den letzten 5 Sekunden einen Strafwurf, der mit Ablauf der Spielzeit zum 27:27 Unentschieden eingenetzt wurde. 

SV Heilbronn: Gerardo Weber(Tor), Patrick Schropp (Tor), Philipp Lang (2), Dennis Schulz, Sven Graf (3), Markus Seifer, Sören Vogt (9/2), Stefan Kandziora (1), Marco Künzel (5), Serkan Vurmaz (6/1), Benjamin Lepple, Jonathan Feldmann (1) und Kenan Filp.


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