Zwischen WM-Euphorie und Verdruss: Die Stimmung der Hohenloher

Hohenlohe  Ist die Region schon im WM-Fieber? Wir haben uns unter Hohenloher Passanten umgehört.

Von Christian Nick

Zwischen WM-Euphorie und Verdruss: Die Stimmung der Hohenloher

Ernst Dutz ist skeptisch.

 

Angekickt: Ab Donnerstagnachmittag, 17 Uhr, rollt der WM-Ball. Wie schaut es aus mit der Turnier-Euphorie in der Region?

Für Julian Dietz aus Cappel ist die WM eine runde Sache: "Ich fiebere dem Start entgegen und werde mir jedes Spiel anschauen", sagt der 21-Jährige. Und das durchaus standesgemäß: mit Trikot am Leib und Fahne in der Hand.

Und auch ein unvergessenes Relikt aus früheren Zeiten kommt bei ihm "zu besonderen Spielen" noch zum Einsatz: die legendäre Vuvuzela. Von damals aus Südafrika. 50 Euro gibt der junge Mann pro Jahr für Fanartikel aus.

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Julian Dietz fiebert mit.

 

Mit gänzlich anderen Gefühlen begegnet indes Ernst Dutz den kommenden tollen Wochen der rollenden Kugel. Dem 53-Jährigen schlagen ganz faustisch zwei Seelen in der Brust. Er habe selbst lange Jahre aktiv Fußball gespielt, berichtet Dutz in der Öhringer Fußgängerzone − aber rechte Stimmung ob des beginnenden Spektakels wolle bei ihm dennoch nicht aufkommen.

Kreisliga versus Weltmeisterschaft

Der Grund? "Echten Fußball gibt es doch nur noch in den unteren Ligen zu sehen", ist er sich sicher. Die Millionen, die Sportwetten, die Machenschaften der Fifa: All das sorgt bei Dutz dafür, "dass ich noch gar nicht weiß, ob ich mir überhaupt ein Spiel des Turniers ansehen werde". Nicht gefallen hat ihm im Vorfeld der "Seitensprung" von Özil und Gündogan.

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Dirk Hermann freut sich...

 

Ebendiesen Besuch beim türkischen Präsidenten hat freilich auch Dirk Hermann nicht gerne gesehen: "Öffentlichkeitswirksam mit Despoten zu posieren − das ist kein gutes Vorbild", ist er sich sicher. Nichtsdestotrotz: "Ich freue mich jetzt auf das Turnier."

Fanartikel für die Kinder

Seine Wünsche und Erwartungen? "Ich hoffe, dass das Sportereignis nicht zu sehr politisch aufgeladen wird." Wenig Kommerz, aber viel Spielspaß − das erhofft sich Hermann vom Turnier in Russland. Wie hält er es mit den Fanartikeln? "Ich selbst brauche solche Dinge nicht − aber meine Kinder bekommen ein paar kleinere Sachen."

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... und Ursula Haas auch.

 

Ursula Haas ist bereits ebenfalls längst im Fußballfieber: "Ich habe mir extra Urlaub genommen, um am 27. Juni das Spiel Deutschland gegen Südkorea anschauen zu können", berichtet die 53 Jahre alte Öhringerin. Und wo wird sie ebendieses tun? "Auf jeden Fall bei einem Public-Viewing-Event hier in der Stadt."