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Zweiflingen scheitert an sich selbst

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B-Ligist zeigt im Pokal eine starke Leistung, bringt den Ball aber nicht im Tor unter − selbst vom Elfmeterpunkt nicht

Von unserem Redakteur Marc Schmerbeck
Er wurde zum Matchwinner: Eugen Frescher, Torhüter des TSV Hessental. Er parierte im Elfmeterschießen gleich drei Zweiflinger Schüsse.
Foto: Marc Schmerbeck
Er wurde zum Matchwinner: Eugen Frescher, Torhüter des TSV Hessental. Er parierte im Elfmeterschießen gleich drei Zweiflinger Schüsse. Foto: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Die Hessentaler wussten genau, wem sie zu danken hatten. Ihrem Torhüter Eugen Frescher. Er hielt den Bezirksligisten 90 Minuten lang gegen das B2-Team des TSV Zweiflingen im Spiel. Ihm hatten es die Gäste zu verdanken, dass es mit einem 0:0 ins Elfmeterschießen ging. Dort wurde er dann endgültig zum Matchwinner.

Ein Klassenunterschied war beim Pokal-Viertelfinale am Freitagabend in Westernbach nicht zu sehen gewesen. 0:2 nach Elfmeterschießen hieß es am Ende aus Sicht der Zweiflinger. Statt Pokalhelden standen am Ende traurige Gestalten auf dem ramponierten Spielfeld.

Doch die Enttäuschung hielt nur kurz an. Schnell registrierten die Zweiflinger, dass sie stolz auf ihre Leistung sein konnten, dass sie nur ganz knapp an der ganz großen Überraschung vorbeigeschrammt waren. "Klar ist man enttäuscht, wenn man zwei Mal den Pfosten trifft und dann im Elfmeterschießen verliert", sagte Trainer Helmut Hammer. "Aber man hat gesehen, was möglich ist, wenn man ohne Druck spielt."

Er hatte seine Mannschaft mutig eingestellt. Zweiflingen − eher untypisch für einen Außenseiter − setzte nicht auf Defensive, igelte sich keineswegs ein. Die Gastgeber waren phasenweise das agilere Team, hatte die Partie gegen freilich ersatzgeschwächte Hessentaler im Griff. Bei den Gästen fehlten unter anderem Slawek Radzik oder Alexander Befus. "Wir wollten unser Ding spielen. Wir hatten ja nichts zu verlieren", sagt Hammer. "Wenn man experimentiert und umstellt klappt es ja meist eh nicht." Es war die richtige Entscheidung, nur das Quäntchen Glück fehlte. Als Denis Weippert (38.) den Pfosten traf, ein Hessentaler (59.) kurz vor der Linie rettete, Frescher gegen Markus Stang (60.) klärte − für Hammer die spielentscheidende Parade −, und in der Schlussphase der eine oder andere Abschluss zu schwach war. Die Hessentaler blieben in der Offensive dagegen schwach, spielten allerdings auch ab der 47. Minute in Unterzahl, da Erik Kronmüller die Hand im Gesicht eines Zweiflingers hatte. Nicht stark, aber eben als Tätlichkeit zu interpretieren.

Nach dem 0:0 ging es direkt ins Elfmeterschießen. "Jetzt wird es spannend, jetzt macht es Spaß", sagte Frescher und parierte kurz darauf die ersten drei Zweiflinger Schüsse. Nach einem Fehlschuss trafen Marcel Huß und Daniel Schiele für Hessental. Als sich Frescher dann doch mal für die falsche Ecke entschied, rollte der Ball am Tor vorbei und Hessental hatte gewonnen.

"Wir haben super gespielt. Wer weiß, wann es so etwas für Zweiflingen noch mal gibt", sagte Hammer. Immerhin waren rund 200 Zuschauer am ungemütlich kalten Freitagabend nach Westernbach gekommen. "Vor so einer Kulisse spielst du als B-Ligist auch nicht immer", meinte Hammer. "Eigentlich hat alles gepasst." Bis auf die Chancenverwertung seiner Mannschaft.

So stehen nun mit dem TSV Hessental und dem SV Wachbach zwei Bezirksligisten und mit dem SV Gerabronn sowie der Spvgg Apfelbach/Herrenzimmern zwei A-Ligisten im Halbfinale des Bezirkspokals.

Der beste B-Ligist verabschiedete sich erhobenen Hauptes.

TSV Zweiflingen: Kropf, Schneck (78. Thomä), Domke (70. Frölich), Specht, Ruf, Riedling, Denis Weippert (83. Saager), Lang, Stang, Nico Weippert, Specht (90. Frank).

TSV Hessental: Frescher, Ventura, Pflugfelder (63. Philipp), Schiele, Becker, Wittmann (77. Anskinewitsch), Huß, Bretthauer, Hajian, Grindler, Kronmüller.

Karte: Rot (47.) Erik Kronmüller (Hessental).

Schiedsrichter: Mario Kuhn.

Zuschauer: 200.

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