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WFV-Pokal: FSV Hollenbach müht sich in Runde zwei

Bei der drei Klassen tiefer spielenden SG Schorndorf tut der Neu-Oberligist beim 3:1 (0:1) nur das Nötigste, um weiterzukommen. Doch Trainer Martin Kleinschrodt kann sich auf sein bewährtes Personal verlassen.

Nils Buchmann
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Lesezeit 3 Min
WFV-Pokal: FSV Hollenbach müht sich in Runde zwei
Die Hollenbacher um Jonas Limbach (links), Daniel Schmelzle (Mitte) und Robin Dörner (2. v. rechts) rissen das Ruder in Schorndorf gerade noch herum.  Foto: Schmerbeck, Marc

Am Ende schlenderten sie fast alle gemütlich vom Platz. Der eine lachend mit dem Trikot über der Schulter, der andere etwas erschöpft mit dem Ballsack unter dem Arm. Einzig Jann Baust musste mit seinem bandagierten linken Knöchel von seinen Teamkollegen auf dem Weg in die Kabine gestützt werden. Doch bis auf die Sorgen um den angeschlagenen 20-Jährigen herrschte aufseiten des FSV Hollenbach eine gelöste Stimmung. Warum auch nicht? Die Aufgabe in der ersten WFV-Pokalrunde bei Bezirksligist SG Schorndorf war mit 3:1 (0:1) pflichtgemäß erledigt worden.

Dass eine solch entspannte Atmosphäre rund eine Viertelstunde zuvor noch in mehr oder weniger weiter Ferne lag, daran verschwendete beim Neu-Oberligisten schon niemand mehr einen Gedanken. Selbst Trainer Martin Kleinschrodt strahlte dasselbe Grundvertrauen aus, das wohl auch seine Spieler durch die vorangegangenen 90 Minuten getragen hatte: "Wir haben schon erwartet, dass es ein hartes Stück Arbeit wird", betonte Kleinschrodt, "aber mir war klar, dass wir hintenraus noch unsere Tore machen werden". "Hintenraus", das umfasste am frühen Samstagabend in Schorndorf die Schlussviertelstunde, in der der FSV dank eines Doppelpacks von Joker Samuel Schmitt und eines Tores von Lorenz Minder aus einem 0:1 noch ein 3:1 gemacht hatte.

Neuzugänge machen noch nicht den Unterschied

Mit Marc Wagemann, Daniel Schmelzle und Benjamin Kurz hatte Martin Kleinschrodt gleich drei seiner Neuzugänge in die Startelf beordert. Frischen Wind brachte das allerdings kaum. Gemeinsam mit seinen sieben Feldspielerkollegen ließ sich das Trio erst einmal gemächlich durch die erste Halbzeit treiben. Je eine Halbchance von Schmelzle und Hannes Scherer (8./10.) dazu der Versuch von Michael Kleinschrodt, aus 30 Metern mit roher Kraft doch noch ein Gebild zu gestalten (22.) - mehr war lange Zeit nicht zu sehen.

Schon gar nicht machte sich der Drei-Klassen-Unterschied zwischen Bezirksligist Schorndorf und Oberligist Hollenbach bemerkbar. Die Gastgeber spielten frech mit, liefen das FSV-Mittelfeld situativ an und verhinderten so einen kontrollierten Spielaufbau. "Dass sie es so gut machen, hat mich auch überrascht", gestand Trainer Kleinschrodt im Nachgang. "Aber mit ihren Neuverpflichtungen sind sie auch eher ein Verbands- als ein Bezirksligist."

Joker Samuel Schmitt überragt in der Schlussphase

Zu diesen Neuverpflichtungen zählte unter anderem der ehemalige Fellbacher Koray Yildiz, der in der Mittelfeldzentrale einen starken Part spielte. Und Abwehrchef Timo Strohmayer bewies, dass man auch mit der 9 auf dem Rücken Defensivzweikämpfe gewinnen kann. Zu Beginn hatte die Hollenbacher Hintermannschaft zudem ihre liebe Mühe mit dem zweitligaerfahrenen Mittelstürmer Matthias Morys, der jedoch - wie auch seine Teamkollegen - nach dem Seitenwechsel bald an seine konditionellen Grenzen kam.

Dass der Oberligist rund eine halbe Stunde lang einem Rückstand hinterher laufen musste, hatte er seiner schläfrigen Vorstellung vor der Pause zu verdanken: Einen schnell ausgeführten Freistoß verwertete Altin Gashi zur Führung für die Hausherren (44.), nachdem er Philipp Hörner im FSV-Tor umkurvt hatte. Danach stachen aus dem eher durchschnittlichen Hollenbacher Kollektiv vor allem zwei Akteure hervor: Lorenz Minder prüfte die Standfestigkeit von Pfosten und Latte (45.+1/59.) und blieb ein dauerhafter Unruheherd auf Linksaußen; der eingewechselte Samuel Schmitt brachte nicht nur wegen seiner zwei Treffer jene Zielstrebigkeit ins Spiel, die den Hollenbachern zuvor gefehlt hatte.

Es sind noch Startelf-Plätze frei

So war gegen körperlich abbauende Gastgeber innerhalb von nicht einmal 15 Minuten das Zweitrunden-Ticket dann doch gelöst. "Wir wollten heute auch sehen, wer am 6. August zum Oberliga-Auftakt unbedingt auf dem Platz stehen will", erklärte Martin Kleinschrodt. Die gute Nachricht für alle, die am Samstag nicht zum Einsatz gekommen sind: Für Anfang August sind noch Startelf-Plätze frei.

Die zweite Runde des Verbandspokals wird bereits am nächsten Wochenende ausgetragen. Die Hollenbacher gastieren am Samstag (15.30 Uhr) bei Türkspor Neckarsulm. Der Landesligist gewann in Runde eins beim TSV Botenheim nach zwei frühen Toren mit 4:0 (3:0). Im Viertelfinale am 7. September würde dann der Sieger aus der Partie VfR Heilbronn gegen TSG Backnang auf den FSV warten.

FSV Hollenbach: Hörner; Wagemann (46. Hofmann), Schülke, Uhl, Schmelzle (77. Hahn); Dörner (46. Baust), Mi. Kleinschrodt, Limbach, Minder, Kurz (46. Schmitt), Scherer.

Tore: 1:0 (44.) Gashi, 1:1 (74.) Schmitt, 1:2 (78.) Schmitt, 1:3 (88.) Minder.

Schiedsrichter: Jonas Rosenberger (SpVgg Bissingen).

Zuschauer: 200.

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