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Warum es bei der TSG Hoffenheim so viel internen Zoff gibt 

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Aktuell geht es bei der TSG Hoffenheim um die Zukunft von Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker. Aber interne Querelen sind beim Fußball-Bundesligisten aus dem Kraichgau nichts Neues. Das liegt an der speziellen Rolle von Dietmar Hopp. 

TSG-Patron Dietmar Hopp kommt in die Zuschauerloge des Sinsheimer Stadions.
TSG-Patron Dietmar Hopp kommt in die Zuschauerloge des Sinsheimer Stadions.  Foto: Uwe Anspach

Es ist ein modernes Gebäude, in dem man sich rundum wohlfühlen könnte. Reservierte Parkplätze direkt davor gibt es auch. Aber wer einen Chef-Job in der Geschäftsstelle der Fußball-Spielbetriebs GmbH der TSG Hoffenheim hat, muss wissen, dass er am grünen Ortsrand von Zuzenhausen ein Büro bezieht, das von Kälte umgeben ist.

Nicht weil beim Kraichgau-Bundesligisten im Winter gerne mal die Heizungsregler heruntergedreht werden. Nein. An sowas muss bei der TSG Hoffenheim nicht gespart werden. Die Kälte entsteht im zwischenmenschlichen Bereich. Internes Gegeneinander der Bosse hat beim aktuellen Bundesliga-Dritten Tradition.

Dietmar Hopp als Schutzherr: SAP-Mitgründer thront über TSG Hoffenheim

Zoff, Zank und Zwistigkeiten, Stunk und Schlammschlachten – es gab immer wieder persönliche Eitelkeiten und schädliche Missgunst, die zu Machtkämpfen geführt haben. Weil über all den TSG-Amtsinhabern Dietmar Hopp thront, als GmbH-Gesellschafter und Geldgeber, als Schutzherr des von ihm geschaffenen Fußball-Konstrukts. Das Wohlwollen des Patrons zu erlangen und zu erhalten, das war und ist im ganz speziellen Hoffenheimer Gefüge für jeden GmbH-Geschäftsführer eine bedeutsame Sache.

Als zusätzlicher Faktor im schwierig auszulotenden Entscheidungsfeld der TSG ist in jüngerer Vergangenheit der e.V. erwachsen. Die TSG Hoffenheim hat 2023 ihre Struktur grundlegend geändert und ist zu einer „50+1“-konformen Aufteilung zurückgekehrt. Dietmar Hopp hat seine Stimmrechtsmehrheit an der Fußball-Spielbetriebs GmbH auf den eingetragenen Verein rückübertragen – seitdem ist der Präsident des e.V. eine mächtige Person. Oder eben dessen Stellvertreter.

Seit dem Rücktritt von Jörg Albrecht im zeitlichen Umfeld der Rausschmisse von Markus Schütz (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Frank Briel (Geschäftsführer Finanzen) hat Christoph Henssler als zweiter Vorsitzender das Sagen – der ehemalige Ultra-Fan sieht sich selbst als Gegenpart des zuweilen auch durch die Hintertüre allmächtig agierenden Dietmar Hopp.

"Geiler Weg" – TSG Hoffenheim in Bundesliga auf Platz drei

Am höchst erfolgreich arbeitenden Hoffenheimer Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker hat sich die jüngste Front im TSG-internen Kriegsgebiet aufgetan. Es hieß, Henssler wollte den Österreicher vom Hof haben. Hopp stellte sich in einem Interview der „Rhein-Neckar-Zeitung“ ausdrücklich hinter Schicker – wie auch nach der 1:5-Niederlage der TSG am Sonntagabend in München die Führungsspieler Oliver Baumann und Grischa Prömel sowie Trainer Christian Ilzer.

Es sei „einfach ein geiler Weg“ mit Schicker, sagte Prömel. „Er hat eine super Mannschaft zusammengestellt“. Die TSG Hoffenheim kämpft in dieser Saison als Tabellendritter überraschend um einen Champions-League-Platz.

Ärger bei TSG Hoffenheim: Interimschef Christoph Henssler rudert öffentlich zurück 

Henssler als Interimschef des e.V. ruderte nun öffentlich zurück – mit Worten in einem Statement auf der TSG-Homepage, die er im authentischen Gespräch so eher nicht gewählt hätte. Wer auch immer die Stellungnahme formuliert hat, sie soll offenbar Friedenswillen bekunden. „In meiner Funktion als Mitglied des Vorstands des TSG Hoffenheim e.V. liegt mir eine vertrauensvolle und zukunftsorientierte Zusammenarbeit aller Gremien am Herzen“, heißt es da.

„Ausdrücklich möchte ich betonen, dass die fachliche Arbeit im sportlichen Bereich meine volle Wertschätzung genießt. Die sportliche Entwicklung der letzten Monate ist ein Beleg für die Kompetenz der handelnden Personen.“ Die „anstehenden Gespräche“ werde man bei der TSG Hoffenheim nutzen, um „im sachlichen Austausch gemeinsam die Weichen für eine stabile und verlässliche Zusammenarbeit zu stellen“. Dann könnte wieder ein bisschen Ruhe einkehren bei der TSG.

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