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Vier Teams, ein freier Platz: Im Halbfinale der Bezirksliga-Relegation könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein

In Schluchtern spielen die Spfr Neckarwestheim gegen MassenbachHausen, auf dem Sportgelände der TSG Heilbronn duellieren sich Höchstberg/Tiefenbach und der FV Wüstenrot. Erfahrung, Ambiente, das Personal und die Statistiken beschäftigen die Protagonisten im Vorfeld.

Alexander Bertok
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Vier Teams, ein freier Platz: Im Halbfinale der Bezirksliga-Relegation könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein
 Foto: Bertok, Alexander

Wer sichert sich im Relegations-Endspiel am 26. Juni in Dahenfeld den letzten freien Platz in der Bezirksliga? An diesem Sonntag (17 Uhr) ermitteln der erste Nicht-Absteiger der Bezirksliga und die drei A-Liga-Vizemeister in den Halbfinalpartien die beiden Endspielteilnehmer. Auf dem Sportgelände der TSG Heilbronn trifft der FV Wüstenrot auf die SGM Höchstberg/Tiefenbach und in Schluchtern spielen die Spfr Neckarwestheim gegen die SGM MassenbachHausen.

Halbfinale I: FV Wüstenrot gegen SGM Höchstberg/Tiefenbach

103 Gegentore und 22 Niederlagen, der FV Wüstenrot hat die Bezirksliga-Saison nach enttäuschender Saison auf dem viertletzten Platz abgeschlossen. A2-Vizemeister SGM Höchstberg/Tiefenbach verpasste im Liga-Endspurt den möglichen Titel, blickt bei 21 Siegen und 117 erzielten Toren aber dennoch auf eine erfolgreiche Punktrunde zurück.

"Die Mannschaft will den Aufstieg unbedingt schaffen", sagt der Höchstberger Vereinsvorstand Gundolf Kappes und hofft, dass seine junge Truppe mit dem großen Druck Relegation umgehen kann. "Der Wille, es zu schaffen, ist da und zwar zu 101 Prozent", sagt Kappes, dass der Aufstieg auch der perfekte Abschied vom Spielertrainerduo Kai Bauer und Marvin Flad wäre, die die SGM in Richtung ihres Heimatvereins TSV Billigheim verlassen werden. Kappes sieht die Chancen auf einen Erfolg gegen Wüstenrot bei 51 zu 49.

Wüstenrot sieht sich als Außenseiter

Wüstenrot musste bereits vor der Saison einen personellen Aderlass verkraften, der sich auch während der Runde fortsetzte. Zweimal konnte der Verein wegen Personalmangels nicht antreten. Zudem fehlt jetzt in der Relegation der ein oder andere Stammspieler, was das Unternehmen Klassenerhalt zusätzlich erschwert. "Wir gehen als Außenseiter in die Partie, gegen einen Gegner, der mit der Euphorie antritt, viele Spiele gewonnen zu haben", sagt Oliver Köhler. Auch für den FVW-Spielertrainer steht der Abschied bevor, er legt aus beruflichen Gründen eine Pause ein. "Wir haben viele verletzte Spieler und daher etliche Baustellen, was es für uns noch schwerer macht."

Andre Fritz, der sportliche Leiter des FVW hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben, trotz mehr negativer als positiver Vorzeichen: "Wir mobilisieren alle Kräfte und sollten 16 Spieler zur Verfügung haben, wobei nicht alle topfit sind, aber jeder wird alles geben." Köhler hofft im K.o.-Modus auf die größere Erfahrung seiner Mannschaft und sieht den Druck eher auf Seiten der SGM, "die um den Aufstieg spielt und unbedingt hoch will, während wir als gefühlter Absteiger nochmals die Chance auf den Klassenerhalt bekommen".

Halbfinale II: Spfr Neckarwestheim gegen SGM MassenbachHausen

Es ist ein interessanter Vergleich, der A1-Vizemeister Spfr Neckarwestheim gegen den A3-Zweiten SGM MassenbachHausen. Beide Vereine haben eine starke Punktrunde gespielt und müssen nicht enttäuscht sein, "nur" Zweiter geworden zu sein, da die jeweiligen Meister TSV Ellhofen (A1) und TSV Botenheim (A3) einfach zu stark waren und die Saison verdient auf Platz eins abschlossen.

Neckarwestheims Co-Trainer Pascal Wolter ist im Duell zweier spielstarken Teams zuversichtlich, eine Runde weiter zu kommen. "Wir gehen das Spiel positiv und voll motiviert an und glauben, dass wir das am Sonntag packen", sagt Wolter. "Die Mannschaft ist jung, hungrig und hat den Anspruch, Bezirksliga spielen zu wollen." Beide Vereine trafen in der Runde bereits im Pokal aufeinander, MassenbachHausen siegte 4:1. "Wir waren da aber nicht in Bestbesetzung angetreten, da es drei Tage danach gegen Ellhofen ging. Von daher ist diese Niederlage kein Maßstab mehr", sagt Wolter.

Wie schlägt sich dezimierte SGM im Schluchterner Hitzekessel?

"Wie immer in so einem Spiel stehen die Chancen 50 zu 50", gibt es für SGM-Abteilungsleiter Jochen Mühling keinen Favoriten. Auch den Pokalerfolg hat er noch in Erinnerung: "Das war eines unserer besten Spiele überhaupt. Das Ergebnis täuschte aber über den Spielverlauf hinweg, da Neckarwestheim schon auch richtig gut war."

MassenbachHausen kann nicht in Bestbesetzung antreten. "Wir müssen schauen, wie wir das im zu erwarteten Hitzekessel von Schluchtern kompensiert bekommen", sagt Mühling. "Aber steht man in so einem Spiel, will man es auch gewinnen. Es ist schon etwas anderes, spielt man vor 500 oder mehr Zuschauern." Die SGM plant zur Einstimmung einen Fan-Marsch von Massenbach nach Schluchtern.

 
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