VfB Eppingen muss Aufsteiger VfL Kurpfalz Neckarau auf Abstand halten
Nach der bitteren Niederlage in Bruchsal und nur zehn Punkten darf sich Verbandsligist Eppingen gegen Neckarau keinen Ausrutscher leisten. Der Vorsprung der Kraichgauer auf den Abstiegs-Relegationsplatz beträgt nur drei Punkte.

Anfang der Woche rauchten die Köpfe der Spieler und Verantwortlichen des VfB Eppingen noch. Das 1:2 in Bruchsal war gar nicht so leicht zu verarbeiten, passte doch das Ergebnis nicht so recht zum Erlebten. Das 0:1 hatte der VfB beim Oberliga-Absteiger noch ausgeglichen. Das 1:2 in der dritten Minute der Nachspielzeit war der K.o., den die Kraichgauer nicht kommen sahen.
"Das war schon ein Schlag ins Gesicht", brachte es Trainer Christian Schweinfurth auf den Punkt. Er erinnerte sich spontan daran, dass seine Mannschaft es vor ein paar Wochen noch andersherum erlebt hatte - gegen Waldhof Mannheim II kurz vor Abpfiff das Spiel drehte und mit 2:1 gewann. Gegen Waldhof II war Eppingen das bessere Team, verdiente sich die drei Punkte. In Bruchsal lief es andersrum - wobei der VfB auch diesmal besser war.
Der FC Bruchsal war keine Laufkundschaft für den VfB Eppingen
"Es war mehr oder weniger das beste Spiel, seit ich da bin", sagt Schweinfurth. Die Phasen in Ballbesitz hatten ihm besonders gefallen, auch wie seine Mannschaft die Gastgeber - der FC Bruchsal sei schließlich alles andere als Laufkundschaft - unter Druck setzte. "Das sah richtig nach Fußball aus", fasste der VfB-Trainer zusammen. Umso weniger wollte der Ausgang der Partie in die Köpfe der Eppinger. Diese Niederlage.
Wenn gut spielen am Ende bedeutet, leer auszugehen, "spiele ich lieber schlecht und gewinne", meinte der Coach süffisant. Als Vorgabe für das Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Kurpfalz Neckarau darf das freilich nicht verstanden werden. Die Eppinger verfolgen weiterhin den Anspruch, guten Fußball zu spielen. Aber auch erfolgreichen. Und Punkte müssen angesichts des eher durchwachsenen Starts in die Saison dringender denn je her. Zehn Punkte aus zehn Spielen bedeuten aktuell Platz zehn, zum Relegationplatz, auf dem der VfL Gommersdorf steht, beträgt der Abstand gerade einmal drei Punkte.
VfL Neckarau sitzt dem VfB Eppingen im Nacken
"Es ist insgesamt sehr eng, zwischen Platz sechs und 14 liegen nur fünf Punkte", sagt Schweinfurth. Der VfL Neckarau sitzt Eppingen mit acht Punkten aus bisher sieben Spielen im Nacken, kann bei einem Sieg in Eppingen sogar vorbeiziehen und den VfB in die Bredouille bringen. Entsprechend erwartet der Trainer des VfB ein sehr schwieriges Spiel. "Es ist wichtig, dass wir uns durchsetzen", weiß er. Sonst stehen sie im Kraichgau vor ganz anderen mentalen Herausforderungen.
Im Vorfeld der Saison hatte Gegner Neckarau für negative Schlagzeilen gesorgt: Trainer und Verein, so hieß es, lägen im Clinch, es kam zur Trennung. Viele rechneten gar mit einem totalen Zusammenbruch, irrten aber. "Neckarau ist dann aber gut in die Runde gestartet", konstatiert Christian Schweinfurth. Nach einem zwischenzeitlichen Hänger holte der VfL zuletzt vier Punkte: mit dem 2:0 im Duell der Aufsteiger gegen Türkspor Mosbach und dem 1:1 unter der Woche in Kirrlach. Solche Ergebnisse sorgen eher für Selbstvertrauen.
Alessandro Sautter wieder im Training des VfB Eppingen
Die Eppinger versuchen, das Ergebnis in Bruchsal - so gut es geht - auszublenden, "und die positiven Aspekte rauszunehmen", wie es der Trainer sagt. "Wir haben uns was zugetraut, wir haben Fußball gespielt: Das war gut zu sehen", sagt Christian Schweinfurth, der langsam wieder auf seinen vollen Kader zurückgreifen kann. Unklar war die Situation noch bei Valerij Felk, der sich am Sonntag ein bisschen das Knie verdreht hatte. Dafür habe Binak Elshanaj wieder voll mittrainiert.
Seit zwei Wochen ist inzwischen auch Alessandro Sautter wieder im Mannschaftstraining - ein MRT seines Knies steht jedoch noch aus. Er soll am Samstag trotzdem wieder im Kader stehen. Seine Rückkehr wird dem VfB auch mental sicher weiterhelfen.
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