VfB Eppingen beantwortet die Frage nach der Mentalität, gewinnt aber trotzdem nicht
Eppinger liefern Verbandsliga-Spitzenreiter VfR Mannheim einen leidenschaftlichen Fight. Der Aufstiegsfavorit gewinnt zwar 2:1, freut sich aber nur bedingt.

Wie Sieger sahen die Spieler des VfR Mannheim am Samstagnachmittag nicht wirklich aus. Völlig ausgepumpt saßen sie nach der Partie gegen den VfB Eppingen am Rande des Felds im Schatten der HWH-Arena, bildeten eine Art Kreis - und lauschten der Ansprache ihres Trainers. Der musste am Ende noch einmal alle daran erinnern: "Lachen, lachen: Ihr habt gewonnen", sagte Volkan Glatt nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg und schob zur Sicherheit in englisch hinterher - damit es auch wirklich jeder verstand: "You won the fucking game."
VfB Eppingen tritt wieder als Team auf
2:1 - das klang für die hoch favorisierten Mannheimer nach zu wenig. Glatt sah das positiv. "Die Jungs haben eine unglaubliche Gier, sind unzufrieden mit ihrer Leistung. Sie hätten es heute definitiv einfacher haben können", sagte der Trainer des mit neun Punkten perfekt gestarteten VfR. Der Titelanwärter Nummer eins der Verbandsliga untermauerte seine Ambitionen von Anfang an und übte viel Druck auf die Eppinger Defensive aus. Doch die ließ sich relativ wenig beeindrucken, stand überwiegend sicher. Gemeinsam verteidigte der VfB nahezu alles kompromisslos weg, trat als Team auf. Viel vom Spiel hatte der VfB aber nicht.
"Der Fokus lag heute im Agieren gegen den Ball", sagte Christian Schweinfurth. Der Coach hatte seiner Mannschaft ins Aufgabenheft geschrieben, Nadelstiche zu setzen. Schon in der zweiten Minute hätte das fast perfekt geklappt, doch Jan-Hendrik Hoyer sprang der Ball frei vor dem Tor stehend an den Hacken. Und auch Florian Kradija vergab die mögliche Führung der Eppinger später (23.).
Mentalitätsfrage stellt sich dieses Mal nicht
Ansonsten tat sich der VfB offensiv aber schwer. "Wir haben es nicht gut gemacht", sagte Hoyer. Der VfB spielte lange Bälle, schob nicht nach und so entstanden zu viele Räume in der Mitte. "Dadurch läufst du so viele unnötige Meter", klagte der ausgepumpte Offensivspieler später. Und dann war da auch noch der VfR: Ihre Überlegenheit münzten die Gäste in der 38. Minute per Foulelfmeter zur 1:0-Führung um. Ein zarter Kontakt reichte für den Pfiff. "Wir müssen es vorher verteidigen", sagte Christian Schweinfurth.
Verdient war die Führung sicherlich allemal. Aber zum Zeitpunkt ungünstig, denn irgendwie hatten sich die Eppinger mehr und mehr in diese Partie gefuchst. Auch die Mentalitätsfrage, die nach dem Zuzenhausen-Spiel aufgekommen war, stellte sich am Samstag nicht im Ansatz. Im Gegenteil. "Wir haben am Mittwoch schon eine Antwort auf die Frage gegeben", sagte Keeper Andreas Dups mit Blick auf den 3:1-Sieg in Langensteinbach. "Das heute war eine Fortsetzung der Antwort."
VfB setzt VfR defensiv gehörig unter Druck
Nach dem 2:0, das erneut Ali Ibrahimaj nach einem feinen Zuspiel in die Spitze erzielte (52.), hätte die Partie gelaufen sein, die Kraichgauer sich ihrem Schicksal ergeben können. Doch mit dem 1:2 (63.) von Hoyer war der Kampfgeist der Gastgeber richtig geweckt. Die Eppinger drückten auf den Ausgleich, der VfR hatte defensiv seine liebe Mühe - offensiv ließ er die sich bietenden Konterchancen allesamt aus.
Aber auch das 2:2 fiel nicht mehr, wenngleich der VfB alles gab. "Jeder hat bis zur 93. Minute alles versucht, dass wir noch den Ausgleich erzielen", gewann Schweinfurth dem 1:2 zumindest in Sachen Mentalität etwas Positives ab. Aber klar: Der VfB war enttäuscht . "Egal wer unser Gegner ist: Wir haben immer den Anspruch, zu gewinnen", sagte Hoyer. Deswegen fiel allen das Lachen schwer.
Eppinger Sänderknaben sind schlecht vorbereitet
Auf dem Platz waren am Samstag immerhin schon sechs Neuzugänge des VfB zum Einsatz gekommen - beim anschließenden Kabinenfest hatten alle Neuen ihren großen Auftritt. Sie mussten zum Einstand ein Lied zum Besten geben. Gut vorbereitet aber waren die wenigsten: Till Schweizer musste bei Luis Krasinski nachfragen, welches Lied die beiden singen. Bei Marc Zengerle sah das ähnlich aus: "Ich weiß nur, dass ich mit Dupsi singe", sagte er über sein Duett mit Keeper Andreas Dups. Die Trainer geben ihren Einstand später gesondert: "Wir sind ja komplett neu, da machen wir ein eigenes Fest", erklärte Trainer Schweinfurth.
VfB Eppingen: Dups - Kradija, B. Elshanaj (82. Winter), Güzel, Felk (58. Nyassi) - Fitze, Zengerle, E. Elshanaj (46. Schweizer), Hoyer - Rudenko, Ayvaz (68.) Mrijaj.
Tore: 0:1 (38.) Ali Ibrahimaj, Foulelfmeter, 0:2 (52.) Ali Ibrahimaj, 1:2 (63.) Jan-Hendrik Hoyer.
Schiedsrichter: Marco Öttl.
Zuschauer: 200.
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