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TSG Waldenburg im Duell mit dem TSV Zweiflingen: Ein Relegationsspiel mit Derby-Charakter

Die TSG Waldenburg und der TSV Zweiflingen duellieren sich in Untersteinbach um einen Platz in der Kreisliga A1. TSG-Trainer Dragan Djurdjevic setzt auf die Offensive, Zweiflingens Dirk Österlein hofft, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 3 Min
TSG Waldenburg im Duell mit dem TSV Zweiflingen: Ein Relegationsspiel mit Derby-Charakter
Waldenburgs Trainer Dragan Djurdjevic sieht die Relegation als Belohnung.  Foto: Schmerbeck, Marc

Die Trainer kennen die Situation nur allzu gut. Die meisten Spieler gehen eher unerfahren in die Relegation. Dragan Djurdjevic will mit der TSG Waldenburg, dem Zweitplatzierten der Kreisliga B2, die Chance nutzen und den Aufstieg in die A1 realisieren. Dirk Österlein hofft mit dem TSV Zweiflingen, der zum Saisonende hin eher überraschend auf den drittletzten Platz der A1 abgerutscht ist, die Klasse zu halten. Und so kommt es am Samstag um 14.30 Uhr beim TSV Untersteinbach zu einem Relegationsspiel mit Derbycharakter. Die Waldenburger haben für das kurze Stück gar einen Fanbus organisiert.

Djurdjevic will i-Tüpfelchen setzen

"Wir können jetzt unsere Runde krönen, das i-Tüpfelchen setzen", sagt Djurdjevic, der einst als Spieler mit dem FV Künzelsau die Abstiegsrelegation zur Landesliga bestritt. "Das ist vom Druck her vielleicht etwas angenehmer." Und so geht er die Partie positiv gestimmt an und versucht vorher so viel Normalität wie möglich zu vermitteln. "Natürlich ist es etwas Besonderes und im Endeffekt ist es ein Spiel, das wir aus unserer Sicht einfach mitnehmen wollen", sagt Djurdjevic. "Das Ambiente, die Zuschauerzahl müssen einen pushen, das muss man aufsaugen. Da muss man geil drauf sein und gut."

Waldenburg kann sich auf treffsicheres Sturm-Duo verlassen

Der B2-Zweite spielte eine starke Runde und behauptete sich im Zweikampf um Platz zwei im Endspurt gegen den SC Bibersfeld. Andererseits holte sich die TSG Verrenberg mit nur zwei Punkten Vorsprung die Meisterschaft. Dies sieht Djurdjevic eher mit Anerkennung für den Gegner als mit Frust über die verpasste Chance, schließlich stand Verrenberg auch fast die komplette Saison auf dem ersten Platz. "Die Jungs haben voll mitgezogen", lobt Djurdjevic seine junge Truppe. "Die Trainingsbeteiligung hat gepasst und die hatten Bock, sich weiter zu entwickeln und zu stabilisieren. Der Ehrgeiz, der Wille waren da." Und hinzu kam auch eine Portion Talent. Gerade in der Offensive. 104 Treffer erzielten die Waldenburger in 28 Spielen. Otto Philipp (25) und Jonathan Goes (22) steuerten beinahe die Hälfte davon bei.

Das Spiel ist aus Sicht von Djurdjevic nun mehr mehr Belohnung und Chance für eine gute Runde, als eine Strafe für die um zwei Punkte verpasste Meisterschaft.

Prognose: 50:50-Spiel

Bei den Zweiflingern ist dies gerade anders herum. Am letzten Spieltag erst rutschten sie auf den Relegationsplatz ab - durch eine Niederlage im direkten Duell mit dem TSV Bitzfeld. Ein Punkt hätte für den direkten Klassenerhalt gereicht. "Das Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison, es war irgendwie unnötig", sagt Österlein. Er stand mit dem SV Dimbach vor einigen Jahren in der Relegation zur Bezirksliga. Selbst spielte er mit dem TSV Kupferzell vor längerer Zeit in Untersteinbach die Relegation. "Da habe ich auch noch einen Elfmeter verschossen, vielleicht schließt sich jetzt der Kreis mit einem positiven Erlebnis", sagt Österlein. "Jetzt müssen wir da durch. Es wird sicher nicht einfach. Als möglicher Absteiger geht man da schon anders rein. Da hat man mehr zu verlieren als zu gewinnen. Ich denke, es wird ein 50:50-Spiel werden."

Vieles wird Kopfsache sein. Die Mannschaft, die ihre Nerven besser im Griff hat, wird sich durchsetzen und bekommt den Platz in der A1. "Die haben schnelle und gute Leute vorne, wir haben schnelle und gute Leute vorne", sagt Österlein. "Entscheidend wird sein, wer im Kopf bereit ist, weniger Fehler macht und hinten besser steht. 15, 16 Mann müssen bereit dazu sein, da durchzugehen. Und bevor wir auf den Gegner schauen, müssen wir erst unsere Leistung auf den Platz bringen."

Österlein ist trotz Unerfahrenheit guter Dinge

TSG Waldenburg im Duell mit dem TSV Zweiflingen: Ein Relegationsspiel mit Derby-Charakter
Zweiflingens Trainer Dirk Österlein will den Abstieg vermeiden. Fotos: Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Am Donnerstagabend bat er sein Team nochmal zu einem lockeren Aufgalopp. "Von meinen Jungs hat noch keiner Relegation gespielt, das ist etwas Neues", sagt Österlein. "Das Unbekannte kann man auch nicht wirklich mit einrechnen. Wir haben zum Saisonabschluss gegen Hessental und Bitzfeld zwei Chancen liegen lassen. Jetzt müssen wir da durch und es richten. Aber ich bin guter Dinge." Noch blickt er ruhig auf die Partie. "In bin in der Woche weniger nervös gewesen als vor dem Spiel gegen Bitzfeld", sagt Österlein. Die innere Unruhe wurde schließlich bestätigt. Ob er mit seiner inneren Ruhe dieses Mal auch wieder richtig liegt?

Untermünkheim II und SV Tüngental im Duell um zweiten A1-Platz

Da die Kreisliga A1 in dieser Saison Untersoll hatte, gibt es zwei Endspiele um die freien Plätze. Die zweite Partie findet an diesem Samstag statt - um 18.30 Uhr bei der TSG Verrenberg. Dabei stehen sich der B4-Vize Tura Untermünkheim II und der SV Tüngental gegenüber. Der B3-Dritte hatte in dieser Saison bereits Erfahrung mit großer Kulisse gemacht: Der SVT erreichte das Bezirkspokal-Finale, unterlag aber dem TSV Dünsbach.

 
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