Sport-Events in Zeiten von Corona: Fans kommen trotzdem ins Stadion

Hoffenheim  Auch im Sinsheimer Stadion ist das Corona-Virus beim Spiel der TSG Hoffenheim gegen Bayern München ein Thema, auch und vor allem bei Besuchern. Aber nicht zu kommen, ist für niemanden eine Option. Eine kleine Umfrage unter den Zuschauern.

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Trotz Coronavirus kamen die Fans zahlreich zum Spiel Hoffenheim gegen Bayern. Foto: Andreas Veigel

Der Seifennotstand ist behoben: Als Seife und Desinfektionsmittel auf den Toiletten im Pressebereich der Pre-Zero-Arena leer sind, reagiert das Personal schnell, füllt alles wieder auf. Auch in Hoffenheim ist das Corona-Virus beim Spiel gegen Bayern München ein Thema, auch und vor allem bei Besuchern. Aber nicht zu kommen, ist für niemanden eine Option. Eine kleine Umfrage unter Zuschauern.

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Tickets sollen nicht verfallen

Sascha Schneider aus Mannheim mit seinem Sohn Damian: „Klar ist das ein Thema, aber es gab keine Überlegungen, heute nicht zu kommen. Bei aller Sorge: Wir können uns jetzt ja nicht verstecken oder gar zu Hause einschließen. Und unsere Tickets, die wir schon länger haben, wollten wir auch nicht verfallen lassen. Vielleicht wäre eine Absage von Bundesliga-Spielen ähnlich wie in der Schweiz denkbar. Aber man darf bei solchen Entscheidungen auch nicht vergessen, welcher Aufwand dahintersteckt. Wir passen auf, verzichten auf das Händeschütteln. Vor ein paar Jahren gab es doch schonmal ein Virus. Das war am Ende auch nur Hysterie.“

Niemandem zu nahe kommen

Angelika Mann aus Neckarsteinach mit ihrer Enkeltochter Malou: „Wir sind hier unter freiem Himmel: Da mache ich mir generell weniger Sorgen. Was anderes wäre es, wenn wir mit vielen Leuten in geschlossenen Räumen wären. Da breitet sich ein Virus schnell aus. Wir passen aber auf, dass wir niemandem zu nah kommen. Letztlich ist ein Stadionbesuch ja nichts anderes, als zum Einkaufen zu gehen oder Bus und Bahn zu fahren. Wenn es mehr Fälle in der Region geben würde, dann hätte ich für eine Absage des Spiel Verständnis gehabt. Aber im Moment muss man nicht übertreiben. Wir sind aber vorsichtig, geben niemand die Hand und passen auch auf öffentlichen Toiletten auf. Wir haben auch Hygienetücher dabei. Auf einen Mundschutz verzichten wir: Der bringt ja nur was, wenn man das Virus hat und niemanden anstecken möchte.“

Panik ist unangebracht

Heike Hofmann aus Viernheim: „Ich glaube nicht, dass man durch Absagen von Sportevents wie in der Schweiz die Verbreitung des Virus wirklich aufhalten kann. Höchstens die Ausbreitung verlangsamen. Insofern ist das bestenfalls eine verzweifelte Maßnahme. Wir können ja nicht das ganze öffentliche Leben stilllegen. Ganze Städte wie in China abzuriegeln, halte ich nicht für übertragbar auf Deutschland. Panik ist unangebracht, ich bin da relativ gelassen. Ich glaube auch, dass man einer Ausbreitung mit gesundem Menschenverstand entgegenwirken kann: keine Hand geben, Hände öfter waschen und desinfizieren. Ich fahre auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln."

Auch in der Schule ein Thema

Linette Hofmann aus Viernheim: „Klar ist das bei uns in den Pausen in der Schule ein Thema. Aber gefühlt ist das doch weit weg. Aber wenn es schlimmer werden sollte, können sie gerne die Schule ein paar Tage schließen. Wie beim Sturmtief Sabine.“

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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