Peter Hogen: "Nun muss auch mal Leistung kommen"
Der Trainer des Fußball-Verbandsligisten VfR Gommersdorf spricht im Stimme-Interview über die Vorbereitung und den Rückrundenstart. Die Leistung seiner Mannschaft im letzten Testspiel hat Hogen nicht gefallen

Dick eingepackt, die Kapuze über den Kopf gezogen, saß Peter Hogen am Samstag im windigen Hollenbach auf der Trainerbank und sah mit fast stoischer Ruhe seiner Mannschaft zu. Und die Leistung des VfR Gommersdorf beim 1:3 gegen die A-Jugend des FSV Hollenbach sorgte nicht gerade dafür, dass dem Trainer im letzten Testspiel vor dem Beginn der zweiten Saisonhälfte am nächsten Sonntag wärmer wurde. "Eigentlich wollten wir uns Selbstvertrauen holen, jetzt sind wir eher verunsichert", sagte er im Gespräch. Zudem trübte die Verletzung von Torhüter Nils Leidenberger die Stimmung. Nach einem Zusammenprall musste er vom Feld.
Herr Hogen, wie haben Sie das Spiel gesehen?
Peter Hogen: Es war unser schlechtestes Vorbereitungsspiel. Ich habe gedacht, dass wir anders auftreten. Aber das war, wie soll ich sagen, nicht verbandsligatauglich. In allen Belangen. So hat man keine Chance, irgend etwas zu erben. Warum weiß ich nicht. Es waren zu viele Spieler unter ihrem Niveau.
Hat das Team das Spiel eventuell zu leicht genommen, weil es gegen eine A-Jugend ging?
Hogen: Es ist schwierig, da irgend etwas in den Raum zu stellen, Es war einfach fehlerhaft, ohne Tempo.
Aber man sagt ja, auf eine schlechte Generalprobe …
Hogen: Ja, jetzt kann man das wieder heranziehen. Aber ich habe gedacht, dass wir uns etwas Selbstvertrauen holen. Es war jetzt das Gegenteil der Fall. Da macht sich eher Verunsicherung breit. Über allem steht die Oberschenkel-Verletzung von unserem Torhüter Nils Leidenberger. Er muss operiert werden. Das wird natürlich schwierig zu verkraften sein.
Aber ansonsten war doch die Vorbereitung in Ordnung, oder nicht?
Hogen: Das letzte Spiel war auch schon schwach. Die ersten zwei, drei waren ganz ordentlich, aber da war es auch vom Gegner kein Verbandsliga-Niveau. Wir haben jetzt ein paar Neue, mit denen wir mehr Möglichkeiten haben, aber vom Gesamteindruck war es nicht so, wie man es gerne gesehen hätte.
Stichwort Neuzugänge, wie sind Sie insgesamt mit ihnen zufrieden?
Hogen: Wechselhafte Eindrücke. Tim Siegfried ist durch seine fußballerische Qualität für uns herausragend. Aber heute war er schwach, weil er nicht ins Spiel gekommen ist und viele Fehlpässe gespielt hat. Eigentlich soll er das Spiel von uns etwas steuern. Das war heute nicht der Fall. Aber er hat auch eine Weile nicht Fußball gespielt und muss wieder in den Rhythmus finden. Eli Camicia vorne ist enorm schnell, aber er hat vorher zwei Klassen tiefer gespielt. Wir müssen sehen, wie er sich in der Runde durchsetzen kann. Jan Reuther hatte teilweise einige gute Aktionen. Timo Pöthe ist ein zweikampfstarker Spieler, der uns in der Abwehr mehr Stabilität gibt.
Das Fazit der Vorbereitung.
Hogen: Wir müssen schauen, dass wir konkurrenzfähig sind. Da müssen wir von allem etwas drauflegen.
Mit Spielberg kommt dann aber gleich ein Spitzenteam zum Rückrundenauftakt nach Gommersdorf ....
Hogen: Das ist eine Mannschaft mit einem anderen Niveau. Das steht außer Frage. Mit der Offensive, mit Geckle und Ritter, sowie Gondorf im Mittelfeld sind die schon stark besetzt. Wenn wir da so wie heute auftreten, haben wir keine Chance.
Aber wenn es wieder um Punkte geht, wird am Sonntag gegen Spielberg eine andere Spannung da sein …
Hogen: Ja, warten wir es ab. Das ist wieder ein anderer Fußball. Kunstrasen war gegen Hollenbach auch eine Umstellung, wenn man sonst im Matsch rumrennt. Es waren schon schwierige Bedingungen bei uns, aber wenigstens gab es kein Hochwasser, so dass wir durchtrainieren konnten. Jetzt schauen wir halt mal, dass wir am Sonntag einen anderen Auftritt hinlegen.
Was hat sich bei der direkten Konkurrenten getan?
Hogen: Ich verfolge das nicht so richtig. Wir könnten es eh nicht ändern. Letztendlich denkt man von Woche zu Woche und schaut nach sich selbst.
Wie sehen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt?
Hogen: Ich hoffe, dass wir es schaffen. Das hat echte Priorität. Die Vorrunde war natürlich schwierig − auch aus personellen Gründen, weil wir da keine Alternativen hatten. Jetzt haben wir ein paar mehr. Aber nun muss auch mal Leistung kommen. Sonst wird es schwer.
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