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Pausentee: B-Liga-Meister stehen vorzeitig fest - Trainerrochaden in Wüstenrot und Friedrichshall

Pfaffenhofen, Heinsheim und der SSV Auenstein jubeln dank Paragraph 4 der Spielordnung des Württembergischen Fußballverbandes. Und: Während der Friedrichshaller SV sein Trainerteam bereits zusammen hat, ist man beim FV Wüstenrot noch auf der Suche.

Alexander Bertok
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Lesezeit 4 Min
Pausentee: B-Liga-Meister stehen vorzeitig fest - Trainerrochaden in Wüstenrot und Friedrichshall
Eine Änderung in der WFV-Spielordung sorgt dafür, dass der TSV Heinsheim bereits Meister ist. Die Heinsheimer erfuhren am Dienstag von ihrem Glück, abends wurde im Training gefeiert.  Foto: Bertok, Alexander

Die Meisterschaft in den B-Ligen ist entschieden. Der TSV Heinsheim (B2) und der TSV Pfaffenhofen (B3) jubeln. Beide B-Liga-Spitzenreiter sind seit dem Wochenende Meister, obwohl sie von den Punkten her von ihrem jeweiligen Verfolger noch eingeholt werden könnten. Aber nach einer Änderung der Spielordnung zur Saison 2021/22 ist in der untersten Spielklasse - anders als in der A- und Bezirksliga - bei Punktgleichheit der direkte Vergleich das erste Entscheidungskriterium über die Platzierung.

Unter §4 ist in der abgeänderten Spielordnung zu lesen, dass abweichend von der Torverhältnis-Regelung in den übergeordneten Spielklassen für den "Reservespielbetrieb und die Kreisligen B der Herren sowie die Kreis- und Bezirksligen der Frauen bei Punktgleichheit zur Ermittlung der Platzierung an erster Stelle das Gesamtergebnis aus Hin- und Rückspiel im direkten Vergleich steht.

Grund für die Änderung war: In den B-Ligen gab es in den vergangenen Jahren oft zu Rundenende die Konstellation, dass Team A gegen B deutlich hoch gewonnen hat, während B gegen C das Spiel absagte und die Partie für C somit nur mit 3:0 gewertet wurde. A war somit im Torverhältnis gegenüber C bevorteilt.

Pfaffenhofens Abteilungsleiter Timo Götz hatte nachgeforscht

Pausentee: B-Liga-Meister stehen vorzeitig fest - Trainerrochaden in Wüstenrot und Friedrichshall
Eine Änderung in der WFV-Spielordung sorgt dafür, dass auch der TSV Paffenhofen bereits Meister ist.  Foto: Bertok, Alexander

In der Kreisliga B3 könnte Spitzenreiter TSV Pfaffenhofen bei sechs Punkten Vorsprung auf den GSV Eibensbach in den verbleibenden beiden Spielen noch vom Zweitplatzierten eingeholt werden. Doch Pfaffenhofen feierte bereits am Sonntag seinen Titelgewinn, da Abteilungsleiter Timo Götz seine Hausaufgaben gemacht hatte.

"Ich weiß von dieser Regelung auch erst seit vergangener Woche", erzählt Götz, dass er die WFV-Spielordnung nochmals eingehend studiert hatte. In der Hinrunde besiegte der TSV Pfaffenhofen den GSV Eibensbach 3:1, im zweiten Duell hatte Eibensbach mit 2:1 das bessere Ende für sich. Im Gesamtergebnis des direkten Vergleichs liegt der TSV somit 4:3 vorne und ist damit auch Meister, wenn die beiden restlichen Spiele verloren werden und der GSV seine beiden Begegnungen gewinnt.

TSV Heinsheim feiert bis in die Morgenstunden

Auch der TSV Heinsheim ist Meister. Heinsheim führt die Kreisliga B2 mit drei Zählern vor der SGM Langenbrettach an. Beide Vereine haben jeweils nur noch eine Partie auszutragen. Sollte Heinsheim am vorletzten Spieltag (Langenbrettach spielfrei) gegen Biberach verlieren und Langenbrettach zum Saisonfinale (Heinsheim spielfrei) beim SV Heilbronn am Leinbach II gewinnen, wären beide Topteams punktgleich.

Tabellenführer blieben aber trotz des besseren Torverhältnisses der SGM die Heinsheimer, die im direkten Vergleich ein 1:1 und einen 2:0-Sieg stehen haben. Am Dienstag erfuhren die Heinsheimer von ihrem feststehenden Titelgewinn. Noch am selben Abend wurde eine erste Meisterfeier improvisiert. "Wir haben ausgiebig gefeiert und weniger trainiert", erzählt Spielertrainer Norman Bauer von einer feuchtfröhlichen Party "bis um drei Uhr in der Nacht". Die Mehrzahl der Spieler hatte sich für Mittwoch kurzfristig Urlaub von der Arbeit genommen.

Auenstein profitiert vom Heilbronner Nicht-Antritt

Auenstein ist Meister, da der ASV Heilbronn am Samstag nicht antritt.  Foto: Bertok, Alexander

In der Kreisliga B1 hätte Auenstein rechnerisch noch einen Sieg benötigt, um endgültig alles klar zu machen. Doch auch der SSV kann jetzt vorzeitig feiern, da das Spiel am Samstag beim ASV Heilbronn ausfällt. Der Gastgeber wird - vermutlich aufgrund von Spielermangel - nicht antreten.

In der Tabelle war es am Donnerstag zwar noch nicht vermerkt, aber Auenstein wird die Punkte vom Sportgericht zugesprochen bekommen. "Wir hätten die Meisterschaft natürlich lieber auf dem Platz mit einem Sieg gefeiert", freut sich SSV-Abteilungsleiter Michael Peter aber dennoch über den vorzeitigen Titelgewinn. Am Donnerstag wurde beim Training angestoßen. Die große Feier steigt aber erst am letzten Spieltag nach der Partie gegen den Tabellenzweiten Spvgg Heinriet.

Friedrichshaller SV mit Vierer-Team an der Linie

Pausentee: B-Liga-Meister stehen vorzeitig fest - Trainerrochaden in Wüstenrot und Friedrichshall
Die Sport-Verantwortlichen des Friedrichshaller SV (von links): Sascha Peukert, Philipp Matyssek, Abteilungsleiter Sinan Külüslü, Martin Hess und Markus Kaminik.  Foto: Bertok, Alexander

In den vergangenen Wochen wurden beim FSV wichtige Personalien für die nächste Saison festgezurrt. Zum jetzigen Zeitpunkt verlassen Benedikt Kuhne und Tom Franz den Verein. "Wir wünschen beiden alles Gute und freuen uns auf ein Wiedersehen", sagt Abteilungsleiter Sinan Külüslü und vermeldet als Neuzugänge Marc-André Heeg (FV Reichenbuch) und Martin Hess (VfR Heilbronn).

"Die Kaderplanungen sind noch nicht final abgeschlossen, so dass die nächsten Wochen spannend bleiben", sagt Külüslü. Philipp Matyssek geht mit dem FSV in seine dritte Saison als Spielertrainer. "In der Rückrunde durften endlich die Früchte seiner leidenschaftlichen Arbeit geerntet werden", hebt Külüslü hervor. "Als Saisonziel setzten wir uns einen einstelligen Tabellenplatz. Dies werden wir schaffen. Es ist das erfolgreichste Ergebnis seit der Saison 2013/14." Tatkräftig unterstützt wurde Matyssek in der Trainerarbeit durch Markus Kaminik und Sascha Peukert.

Froh ist man in Friedrichshall, in Hess einen prominenten Neuzugang präsentieren zu können. "In mehreren Gesprächen durfte ich Martin kennen- und schätzen lernen. Mit seiner langjährigen Erfahrung wird er sich in verschiedenen Bereichen einbringen", sagt Külüslü. "Um unsere FSV-Jugendspieler gewinnbringend in die Herrenmannschaften zu integrieren wird Martin die Schnittstelle zwischen A-/B-Jugend und den Aktiven ausfüllen und sich zudem als Neuzugang der ersten Mannschaft auf dem Spielfeld zeigen." In der Saison 2022/23 präsentiert sich der FSV mit Vierer-Trainerteam: Hess wird das Team mit Chefcoach Matyssek, Kaminik und Peukert als spielender Co-Trainer ergänzen.

FV Wüstenrot steht vor einem großen Umbruch

Die Spielertrainer Oliver Köhler und Hamadouch Bouidia stehen dem abstiegsbedrohten FV Wüstenrot nach dieser Runde aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Doch nicht nur das. Da vor und während der Saison etliche Akteure den Verein verlassen haben, steht der FVW vor einem Neuaufbau. "Wir suchen für die neue Saison nicht nur einen Trainer sondern auch Spieler", sagt Andre Fritz, Vorstand Sport beim FVW. Was die Trainerfrage betrifft, ist Eile geboten.

Noch ist unklar, ob der FVW 2022/23 in der Bezirksliga oder der Kreisliga A1 an den Start geht. "Trainer, Spielertrainer, gerne auch ein Neueinsteiger - wir sind nach allen Seiten offen", sagt Fritz (Tel.: 0151/15726239), man sei an einer längerfristigen Zusammenarbeit interessiert.

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