Öhringer 1:3 nach doppeltem Platzverweis
TSG spielt 54 Minuten in Unterzahl und unterliegt in der Verbandsliga dem FC Wangen 1:3

Viele der knapp 150 Zuschauer im Öhringer Otto-Meister-Stadion machten sich am Samstag verärgert auf den Heimweg. Es war aber weniger die Leistung ihrer TSG bei der 1:3-Niederlage in der Verbandsliga Württemberg gegen den FC Wangen, die für schlechte Laune sorgte, als vielmehr zwei strittige Entscheidungen des Unparteiischen. In der 30. Minute schickte Benjamin Kammerer den Öhringer Yannick Jankowski mit der Roten Karte vorzeitig zum Duschen und sechs Minuten später auch dessen Mannschaftskollegen Hannes Wegner, ebenfalls mit Rot. Beide Platzverweise sorgten für Diskussionen.
"Langsam glaube ich, man will uns nicht in der Verbandsliga haben", war Jürgen Birkert, Sportlicher Leiter der TSG Öhringen, angekratzt. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison wurden die Hohenloher durch fragwürdige Schiedrichter-Entscheidungen um mögliche Punktgewinne gebracht.
Wegner wurde bei einem Zweikampf von seinem Gegner mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen. Beim anschließenden Wortgefecht schubste der Öhringer seinen Kontrahenten weg, der sich theatralisch fallen ließ. Der Unparteiische entschied auf Tätlichkeit. Jankowski holte wenig später einen FCW-Akteur von hinten von den Beinen. Und so standen für die restlichen 54 Minuten nur noch acht Öhringer Feldspieler auf dem Platz. "Der Schiedsrichter hat unser Spiel kaputt gemacht", schimpfte Birkert.
Und dabei hatte der Nachmittag verheißungsvoll angefangen. In der 6. Minute traf Volkan Demir aus 16 Metern zur Öhringer Führung. Bis zur 30. Minute war es ein Spiel auf Augenhöhe mit wenigen Höhepunkten und viel Mittelfeld-Geplänkel. Die nummerische Überzahl der Gäste machte sich zunächst nicht sonderlich bemerkbar. Das 1:1 durch Jan Gleinser in der 44. Minute fiel eher aus dem Nichts. "Wir klären den Ball nicht richtig, und dann ist es eine Kopfball-Bogenlampe, die zum Ausgleich führt", schilderte TSG-Trainer Marius Müller das vermeidbare Gegentor.
Nach der Pause tat sich Wangen weiterhin schwer. Abschlüsse waren lediglich aus der Distanz zu notieren. Zwei Mal glänzte Ruben Götz. Beim dritten Schuss aus 20 Metern war der TSG-Torhüter dann aber machtlos. Okan Houssein hatte in der 62. Minute getroffen.
Öhringen gab sich nicht geschlagen, kämpfte verbissen und hatte in der Schlussphase mehr Spielanteile. In der 80. Minute zog Kevin Müller aus spitzem Winkel ab. FC-Torhüter Julian Hinkel hatte Mühe den Ball abzuwehren. Manuel Martinez lauerte auf den Abpraller, doch irgendwie schaffte es Hinkel, die Situation noch zu klären. Nur eine Minute später war es erneut Müller, der für Gefahr sorgte, doch mit vereinten Kräften überstand Wangen auch diese brenzlige Situation. In der 90. Minute hatte Marin Kartela die letzte Öhringer Möglichkeit, sein abgefälschter Schuss wurde von Hinkel gehalten. Im direkten Gegenzug erzielt Kaan Basar gegen eine entblößte Abwehr den 1:3-Endstand.
Viel Lob gab es die für die Öhringer dennoch. "Dafür können wir uns nichts kaufen", sagte Kevin Müller, Öhringens bester Akteur. "Mit etwas Glück machen wir am Ende noch das 2:2." Enttäuscht war auch Marius Müller, der es bedauerte, dass seine Spieler für den gezeigten Aufwand nicht belohnt wurden und nun auf den 13. Platz abgerutscht sind. "Meine Mannschaft hat das in Unterzahl ganz gut gemacht. Alle haben sich zerrissen und aufopferungsvoll gekämpft. Mit elf Mann wäre die Chance groß gewesen, einen Dreier zu holen."
TSG Öhringen: Götz, Kartela, Bemmerer, Demir (66. Martinez), Sasso, Schieferdecker (58. D. Alankus), Jankowski, Klinkert (77. Schiffmann), Müller, Wegner, Herkert (37. Baumann).
Tore: 1:0 (6.) Demir, 1:1 (44.) Gleinser, 1:2 (62.) Housein, 1:3 (90.) Basar. Zuschauer: 150. Schiedsrichter: Benjamin Kammerer (Bösingen).
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