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Nico Purtscher verlängert beim FSV Hollenbach: Vertrauen, Konstanz und Heimatgefühl

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Wohlfühlatmosphäre und mehr: Warum Nico Purtscher für zwei weitere Jahre beim Fußball-Oberligisten FSV Hollenbach unterschrieben hat. Und was Manager Karlheinz Sprügel über den Torhüter denkt.

Kräftig zupackend: Nico Purtscher schnappt sich im Spiel beim Göppinger SV den Ball. Er gehört zu den Top-Torhütern der Oberliga.
Kräftig zupackend: Nico Purtscher schnappt sich im Spiel beim Göppinger SV den Ball. Er gehört zu den Top-Torhütern der Oberliga.  Foto: Marc Schmerbeck

Lange muss Nico Purtscher nicht überlegen. Die Antwort kommt so schnell, wie sie kurz und prägnant ist. „Ich spiele – Stand jetzt – Oberliga“, sagt er zu einem Grund seiner Vertragsverlängerung beim FSV Hollenbach um zwei weitere Jahre.

Er fügt aber an: „Zumindest diese Saison. In der nächsten ist es noch fraglich, weil wir aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen, wenn sich unsere Verletztenmisere einigermaßen in Grenzen hält.“

Manager Karlheinz Sprügel hat schon mit einem Großteil des aktuellen Kaders gesprochen

Manager Karlheinz Sprügel hat noch im alten Jahr einen Großteil der Spielergespräche mit den aktuell unter Vertrag stehenden Spielern geführt und die Kaderplanungen für die kommende Runde beinahe abgeschlossen. 16 Feldspieler und zwei Torhüter stehen momentan bereits fest.

Grund zur beidseitigen Freude: Nico Purtscher (links) mit Manager Karlheinz Sprügel. Der Torwart bindet sich zwei weitere Jahre an den FSV Hollenbach.
Foto: privat
Grund zur beidseitigen Freude: Nico Purtscher (links) mit Manager Karlheinz Sprügel. Der Torwart bindet sich zwei weitere Jahre an den FSV Hollenbach. Foto: privat  Foto: privat

„Prinzipiell ist mir jeder Spieler wichtig und bekommt seine Wertschätzung. Für mich ist aber der Torwart eine der wichtigsten Positionen jeder Mannschaft“, sagt Sprügel. „Und Nico ist für mich einer der Besten in unserer Liga. Er hat sich gefestigt, richtige Fortschritte gemacht.“

„Er ist ein super Torwart, super Typ, super Teamplayer.“Karlheinz Sprügel

2023 fiel Purtscher dem Hollenbacher bei einem Spiel einer Hohenloher Auswahl gegen den VfB Stuttgart zum ersten Mal auf. „Als ich von der überraschenden Vertragsauflösung in Schwäbisch Hall gehört habe, habe ich gleich den Kontakt aufgenommen und zum 1. Januar 2025 einen Vertrag abgeschlossen“, erklärt Sprügel.

Starke Parade: Nico Purtscher lenkt den Ball über die Latte.
Starke Parade: Nico Purtscher lenkt den Ball über die Latte.  Foto: Schmerbeck, Marc

Rund ein Jahr später war es ihm ein großes Anliegen, den Torwart, der am Montag 25 Jahre alt wurde, weiter an den FSV zu binden. „Er ist ein super Torwart, super Typ, super Teamplayer“, sagt Sprügel. Der Crailsheimer hat sich eine hohe Akzeptanz in der Mannschaft erarbeitet, ist in den Spielerrat gewählt worden.

Hollenbach ist für Nico Purtscher eine Top-Adresse

„Ich habe im Fußball gelernt, wenn man sich wohlfühlt, dann sollte man bleiben“, nennt Purtscher einen weiteren Grund für seine Vertragsverlängerung. Genau dieses Gefühl habe er in Hollenbach von Beginn an gehabt. Ein weiterer Faktor: die regionale Nähe. Purtscher lebt in Crailsheim, realistische Alternativen im höherklassigen Bereich seien rar.

„Ich habe im Fußball gelernt, wenn man sich wohlfühlt, dann sollte man bleiben.“

Nico Purtscher

„Hollenbach ist für mich eine Top-Adresse“, betont er. Andere Optionen, etwa eine Rückkehr in die Verbandsliga, hätten ihn sportlich nicht gereizt. „Warum sollte ich wechseln, wenn hier alles passt?“

Die Mannschaft des FSV Hollenbach ist ein eingeschworener Haufen 

Was für Purtscher besonders zählt, ist das Mannschaftsgefüge. Der Torhüter spricht von einem „eingeschworenen Haufen“, wie man ihn im höherklassigen Fußball nur noch selten finde. „Normalerweise heißt es ja: Je höher die Liga, desto mehr Arbeitskollegen statt Freunde. In Hollenbach ist das anders.“ Auch nach sportlich schwierigen Phasen breche die Mannschaft nicht auseinander – ein starkes Zeichen. „Es geht nicht nur um Fußball. Man trifft sich auch und geht miteinander weg“, sagt Purtscher. „Das ist mir auch wichtig.“

„Es geht nicht nur um Fußball. Man trifft sich auch und gehtmiteinander weg.“Nico Purtscher

Großes Lob richtet Purtscher an Trainer Reinhard Schenker und das gesamte Umfeld. Trotz begrenzter Möglichkeiten werde in Hollenbach hervorragende Arbeit geleistet. „Der Verein bleibt seinen Prinzipien treu. Es gibt genug Beispiele, wo viel Geld investiert wird und trotzdem kein Erfolg da ist.“ Dass Hollenbach geografisch nicht gerade im Zentrum liege, mache die Aufgabe für den Trainer nicht einfacher. Umso höher schätzt Purtscher das, was aus dem Team herausgeholt werde.

Konstante Spielzeit hat Purtscher in seiner Entwicklung geholfen

Sportlich hat der Torwart selbst einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Nach dem Wechsel habe er sich zunächst an das höhere Tempo in der Oberliga gewöhnen müssen, gibt er zu. „Das ist normal bei einem Vereinswechsel.“ Entscheidend sei aber die Spielpraxis gewesen: Purtscher stand in der Hinrunde in allen Partien auf dem Platz. „Mein Vater hat mir immer gesagt: Du musst spielen, sonst entwickelst du dich nicht.“ Diese Konstanz habe ihm sichtbar geholfen.

Nico Purtscher im Gespräch mit Torwarttrainer Uwe Liebenstein.
Nico Purtscher im Gespräch mit Torwarttrainer Uwe Liebenstein.  Foto: Fußball

„Mein Vater hat mir immer gesagt: Du musst spielen, sonst entwickelst du dich nicht.“

Nico Purtscher

Der Blick zurück zeigt einen abwechslungsreichen Werdegang. Nach seiner Jugendzeit beim VfR Aalen, gehörte er mit 18 Jahren dem Profi-Kader der Würzburger Kickers an, musste aber erkennen, dass es für den ganz großen Sprung noch nicht reichte. In der Corona-Zeit folgte der Schritt nach Großaspach, verbunden mit dem Beginn einer Ausbildung. „Irgendwann muss man realistisch sein und sich ein zweites Standbein aufbauen“, sagt er. Aber dort war er in erster Linie Trainingsgast. So führte ihn der Weg zum Verbandsligisten Schwäbisch Hall und schließlich nach Hollenbach.

Gute Reaktion; Nico Purtscher im Spiel gegen Normannia Gmünd.
Gute Reaktion; Nico Purtscher im Spiel gegen Normannia Gmünd.  Foto: Herbert Schmerbeck

Purtscher: „In der Oberliga wirst du für jeden Fehler sofort bestraft  

Für die Rückrunde zeigt sich der Torhüter optimistisch. Mit der Rückkehr verletzter Stammspieler und etwas mehr Spielglück soll der Klassenerhalt gelingen. „Viele Spiele waren extrem eng. In der Oberliga wirst du für jeden Fehler sofort bestraft. Die Moral hat aber immer gestimmt“, sagt er und hofft, dass es die Mannschaft schafft, in der Rückrunde individuelle Fehler zu minimieren.

Testspiele des FSV Hollenbach

Das erste Testspiel in der Wintervorbereitung steht für die Hollenbacher am Samstag, 17. Januar, gegen die Würzburger Kickers auf dem Programm. Eine Woche später wird bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall getestet. Weitere Partien gibt es gegen 1. FC Bruchsal und den VfR Heilbronn, bevor am 21. Februar beim FC Denzlingen die Rest-Rückrunde startet. 

Die Winter-Vorbereitung beginnt für den FSV Hollenbach am 12. Januar. Doch schon jetzt stehen individuelle Läufe an. Auch für Purtscher. „Dabei bin ich Torhüter geworden, dass ich das nicht machen muss“, sagt er lachend und schnürt seine Laufschuhe. „Aber das gehört eben dazu. Da muss ich durch.“

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