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Kein Sieg: VfB hofft jetzt vor allem auf die Relegation

Das Stuttgarter Heim-1:1 gegen Wolfsburg ist eigentlich zu wenig. Doch die Abstiegs-Rivalen Bielefeld und Hertha holen auch nur einen Punkt.

Andreas Öhlschläger
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Lesezeit 2 Min
Kein Sieg: VfB hofft jetzt vor allem auf die Relegation
Geknickte Gestalten, trotz des späten Stuttgarter Torjubels. VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (rechts) und Verteidiger Hiroki Ito (links) nach dem 1:1 des Bundesliga-Drittletzten gegen den VfL Wolfsburg. Foto: dpa  Foto: Tom Weller

Sasa Kalajdzic hat die Situation voll im Griff. Nicht in der 60. Minute, als er im Strafraum des VfL Wolfsburg zum Stürmer von der traurigen Gestalt wird, zum Gegenbild des Stuttgarter Erfolgs-Torjägers, der er so oft war. Da hätte der Österreicher den Ball in zentraler Position annehmen, sich drehen und gefährlich aufs Wolfsburger Tor ballern können. Aber Kalajdzic entscheidet sich für den Versuch einer Ablage. Das geht total schief. Also steht der Stürmer als Lachnummer da.

Das Spiel ist vorbei, und Kalajdzic steht am Reportermikrofon, als er die Situation voll im Griff hat. Es geht um die Bedeutung des 1:1-Unentschiedens für den VfB Stuttgart. "Der Punkt kann am Ende vielleicht noch wichtig werden. Vielleicht auch nicht." Nichts ist klar.

Weiterhin ist alles möglich

Die Ungewissheit bleibt eine VfB-Konstante. Bundesliga-Klassenerhalt oder Abstieg in die 2. Liga? Alles ist weiterhin möglich. Der 32. Spieltag hat keine wesentlichen Änderungen gebracht, auch weil der Tabellen-17. Arminia Bielefeld im Duell mit dem 15. Hertha BSC in der Nachspielzeit ausgeglichen hat. 1:1 auch dort. Die Stuttgarter auf Rang 16 haben weiterhin vier Punkte Rückstand auf die Berliner, auf die direkte Rettung. Mit zwei Zählern Vorsprung auf die Arminia steht der VfB auf dem Relegationsplatz.

Das zumindest soll so bleiben. "Das, was wir in der Hand haben, ist die Relegation. Und deswegen ist das das erste Ziel", sagt Trainer Pellegrino Matarazzo. "Wenn mehr drin ist", wäre es "natürlich toll. Aber das liegt nicht nur an uns."

Gehobene Ansprüche gibt es nicht mehr

Drinbleiben, egal wie. Nur darum geht es. Der Klassenerhalt, ob nun als Tabellen-15. oder über die beiden Extraspiele gegen den Zweitliga-Dritten, "ist ein Erfolg für diesen Club", sagt Sportdirektor Sven Mislintat mit Blick auf seinen VfB.

Gehobene Ansprüche gibt es nicht mehr. "Es ist in unserer Situation auch nicht selbstverständlich, dass wir über Wolfsburg drüberfahren", erklärt Sasa Kalajdzic das holprige Stuttgarter Auftreten. Dass die Wolfsburger ebenfalls eine weitgehend miserable Saison abgeliefert haben: wurscht. 1:1, wenigstens das. Besser ein Punkt als keiner. "Es ist schon noch wichtig irgendwie für den Kopf, für die Moral", sagt Kalajdzic. Aber die Dürftigkeit in der Offensive ist nicht wegzureden. "Es ist im Endeffekt zu wenig rausgekommen, nichts Zwingendes rausgekommen. Und das müssen wir halt besser machen."

Am Sonntag sollen die Bayern provoziert werden

Am Sonntag ist aber der FC Bayern der Gegner. Beim Serienmeister in München ist die Stuttgarter Erfolgs-Wahrscheinlichkeit gering. "Es ist klar, dass die nicht zwei Mal in Folge verlieren wollen, dass die zu Hause wahrscheinlich sehr gerne mit einem Sieg ihren Titel feiern wollen", sagt Pellegrino Matarazzo. "Wir fahren nicht hin, um uns zu ergeben." Doch schwächelnde Münchner, wie gerade in Mainz, wären von Vorteil. VfB-Sportdirektor Mislintat sagt: "Es liegt an uns, das zu provozieren."

Er spricht in der Analyse der Partie gegen Wolfsburg von einem "hoch, hoch, hochverdienten 1:1". Der Wolfsburger Trainer Florian Kohfeldt erinnert hingegen an Szenen kurz vor dem überraschenden Stuttgarter Ausgleich. Man habe da zwei Chancen gehabt, "schon nahe an den 100 Prozent". "Da müssen wir das Spiel zumachen."

Das "gute Gefühl am Ende", wie es Chris Führich formuliert, gehört dem VfB. Aber ein total gutes Gefühl ist es halt nicht. Der Punkt kann am Ende vielleicht noch wichtig werden. Vielleicht auch nicht.

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