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Ist das nicht? Ja, das ist der Ex-Fußballer Michael Zepek

Wenn einen der Sushi-Kurier an der Tür erkennt: Der 41-Jährige aus Siegelsbach blickt vor dem Duell seiner Ex-Clubs Hoffenheim und Leverkusen zurück.

Florian Huber
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Lesezeit 3 Min
Ist das nicht? Ja, das ist der Ex-Fußballer Michael Zepek
Als Hoffenheim rote Trikots trug: Michael Zepek im Sommer 2005, der Kraichgauclub spielte damals noch in der drittklassigen Regionalliga. Foto: imago images/Baumann  Foto: imago sportfotodienst

Mitunter wird man als Kindergartenkind von Freunden mit der bisher verborgenen Vergangenheit des eigenen Vaters konfrontiert. So ist das dem fünfjährigen Eneas in Karlsruhe ergangen. "Du, deinen Papa, den habe ich in einem Panini-Heft bei meinem Vater gesehen", hieß es da neulich. Daheim hat Michael Zepek als Papa dem Sohnemann nicht nur erklärt, was es mit Klebebildchen und 20 Jahre alten Sammelalben auf sich hat, sondern auch, dass er mal Profifußballer war, zu den größten Nachwuchs-Hoffnungen des Landes zählte. "Wenn er alt genug ist, dann wird er es richtig mitkriegen", sagt Michael Zepek.

Vor mehr als 20 Jahren gehörte ein junger Abwehrspieler aus dem kleinen Siegelsbach zu den begehrtesten Nachwuchskickern der Republik, U-Nationalspieler, erste Profieinsätze in Liga drei und zwei. Deutsche Talente waren rares Gut. Bayer Leverkusen setzte sich am Ende beim Wettbieten gegen Bayern München durch.

Die Verbindung zu Calli hat gehalten

"Den Vertrag aus Leverkusen, den würde ich noch fünf Mal unterschreiben. Überhaupt kein Problem. Da können wir gerne den Calli anrufen", sagt Michael Zepek und lacht ins Telefon. Reiner Calmund, dem einstigen Macher von Bayer Leverkusen, gratuliert er jedes Jahr zum Geburtstag. Der 41-Jährige macht kein Geheimnis daraus, dass dieser Vertrag das Grundpolster für das Leben nach der Profikarriere gelegt hat. Ein Bundesligaspiel für Leverkusen gab es nie, Zepek war aber 15 Jahre lang Profi, in Liga zwei und drei, zwischen 2004 und 2007 unter anderem bei der TSG Hoffenheim.

Zehn Jahre nach dem Karriereende spielt der Fußball nur eine sehr untergeordnete Rolle für Michael Zepek. Stadionbesuche sind selten. Die Wochenenden gehören der Familie, der Ehefrau Stephanie, den Kindern Eneas (5) und Celia (3). "Man lernt schnell, dass es andere Dinge als den Fußball gibt", sagt Zepek: "Meine Frau und ich haben 15 Jahre alles dem Fußball untergeordnet, sind oft umgezogen. Danach war es aber auch gut."

Abrupter Entzug? Kein Problem für den Kraichgauer

Der abrupte Entzug vom Profifußball - mit all den Privilegien, die er mit sich bringt - war nie ein Problem. "Man genießt die freien Wochenenden, dass man machen kann, was man will, ohne unter ständiger Beobachtung zu stehen", sagt Zepek.

2012 suchten Schwager und Schwägerin beim eigenen Bauprojekt Mitstreiter, deshalb führte der Weg nach Karlsruhe. Zepek freundete sich mit dem Nachbarn an, der als Geschäftsführer eines Autohauses nach einem Mitarbeiter suchte. Dort ist Zepek nun seit einigen Jahren Disponent und glücklich mit seinem Leben.

Den Leuten ist er trotzdem im Gedächtnis geblieben. Es komme durchaus vor, dass der Sushi-Kurierfahrer einen an der Tür erkenne, obwohl Zepeks große Fußballer-Zeiten nun bald 20 Jahre her sind.

Mit Hoeneß ist er 2007 in die zweite Liga aufgestiegen

Ein Unentschieden wünscht sich Michael Zepek fürs Duell seiner beiden Ex-Vereine TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky), welches er nicht live verfolgen wird. "Mit Hoffenheim habe ich aber noch mehr Sympathien", sagt der Mann aus dem Kraichgau. Was an einem ehemaligen Mitspieler als aktuellem Trainer der TSG liegt. Mit Sebastian Hoeneß stieg Zepek 2007 in Hoffenheim in die 2. Bundesliga auf. "Ich hätte nicht gedacht, dass er diesen Weg geht. Es freut mich für ihn", sagt der 41-Jährige über den zwei Jahre jüngeren ehemaligen Mitspieler, zu dem allerdings kein Kontakt mehr besteht. Der sei damals der eher ruhigere Typ gewesen. "Das muss heute als Trainer kein Nachteil sein", sagt Michael Zepek.

Kurioserweise hat der 1,87-Meter-Mann unter vielen aktuellen und ehemaligen Nationaltrainern gespielt. "Alle deutschen Weltmeistertrainer waren bei mir in der Schule", witzelt Zepek, der unter Joachim Löw als junger Kerl beim Karlsruher SC spielte, bei der TSG Hoffenheim hieß sein Trainer Hansi Flick. Auch mit Stefan Kuntz (beim KSC, heute Türkei) und Ralf Rangnick (Hoffenheim/künftig Österreich) hatte er zu tun.

Jugendtrainer ist nichts für Zepek

Selbst als Trainer fungieren, zum Beispiel in der Bambini-Mannschaft des Sohnes, wäre das nichts? Nein, sagt Michael Zepek. Erstens interessiere sich Eneas eher für Tennis. "Und zweitens bleibe ich da lieber in der Zuschauerrolle", sagt er.

Vor einigen Jahren musste er daheim bei den Eltern in Siegelsbach die vielen Souvenirs aus der Fußballerzeit abholen. "Die waren dort, weil ich so oft umgezogen bin", sagt Zepek. So kann er dann auch was vorzeigen, wenn der Sohnemann demnächst nachfragt, wie das denn früher so war als Profifußballer.

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