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Sechs-Punkte-Wochenende für Neckarsulmer Verbandsligisten

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Die Sport-Union gibt erst Gas und spielt gegen Schlusslicht FV Biberach eine 3:0-Führung locker zu Ende. Türkspor kommt in Tübingen erst nach der Pause richtig in Schwung.

Philipp Seybold (rechts) sorgte noch vor der Pause für eine beruhigende 3:0-Führung des Verbandsligisten Sport-Union Neckarsulm. Nach dem Seitenwechsel geriet der verdiente Sieg nicht mehr in Gefahr.
Foto: Mario Berger
Philipp Seybold (rechts) sorgte noch vor der Pause für eine beruhigende 3:0-Führung des Verbandsligisten Sport-Union Neckarsulm. Nach dem Seitenwechsel geriet der verdiente Sieg nicht mehr in Gefahr. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Schon frühzeitig hatte die Sport-Union Neckarsulm am Samstagnachmittag das Verbandsliga-Kellerduell auf dem Pichterich-Kunstrasen in die richtige Bahn gelenkt. Schlusslicht FV Biberach war an diesem Tag nicht der Gegner, der die Gastgeber ins Wanken bringen konnte. 3:0 hieß es zur Pause, daran änderte sich nichts mehr, da die SUN im weiteren Spielverlauf das Ergebnis gegen an diesem Tag überforderte Gäste überwiegend nur noch verwaltete und dabei nicht an seine Leistungsgrenze gehen musste.

"In der zweiten Halbzeit mussten wir nicht mehr viel tun", sprach ein zufriedener SUN-Trainer Robin Neupert von einem auch in der Höhe verdienten Sieg. Das war im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten gewesen, hatte Biberach doch unlängst dem Tabellendritten Calcio Leinfelden-Echterdingen, gegen den die SUN zuletzt mit 0:2 den Kürzeren gezogen hatte, ein beachtliches 0:0 abgetrotzt.

Spielfreude trotz unangenehmem Gegner

"Wir wussten, was auf uns zukommt, und dass es unangenehm wird", lobte Neupert seine Mannschaft, die gegen einen defensiv eingestellten Gegner von Beginn an keine Zweifel darüber aufkommen ließ, wer den Platz als Sieger verlassen würde.

"Wir haben ordentlich Gas gegeben", hob der Chefcoach hervor. Die SUN sprühte vor Spielfreude, zumindest bis zum 2:0, das den Gästen letztlich schon frühzeitig den Zahn gezogen hatte.

Frühe 2:0-Führung sorgt für Ruhe im Spiel

"Wir haben es heute gut gemacht und ohne despektierlich gegenüber Biberach zu klingen, diese Begegnung muss man in unserer Situation auch gewinnen. Es war ein Sechs-Punkte-Spiel", sagte Philipp Seybold, der einmal mehr zu den Aktivposten im Neckarsulmer Team zählte und auf der ungewohnten Sechser-Position zum Einsatz kam.

Die Platzherren spielten vom Anpfiff weg gefällig, suchten die Offensive und fanden gegen tiefstehende Biberacher auch die richtigen spielerischen Lösungen. Nach einem ersten Warnschuss von Ermal Elshanaj (4.) war es Enrico Zimbili, der in der zehnten Minute durch einen platzierten Schuss aus 25 Metern mit dem 1:0 die Weichen stellte. Wenig später schloss Giuliano Greco einen sehenswerten Spielzug zum verdienten 2:0 ab (16.).

Sport-Union schaltet in den Verwaltungsmodus

Mit dieser beruhigenden Führung im Rücken agierte die Sport-Union gegen harmlose Gäste nun etwas gemächlicher, aber dennoch mit dem Drang nach vorne und ohne dabei die Spielkontrolle aus der Hand zu geben. Kurz vor der Pause legten die Hausherren nochmals zu und nach einer Diagonalflanke von Burak Alabas auf Julian Schiffmann legte dieser quer auf den freistehenden Philipp Seybold, der auf 3:0 erhöhte.

Dieses Ergebnis hatte auch nach 90 Minuten Bestand. Die Hausherren wollten in Durchgang zwei nicht mehr so richtig und der FV Biberach konnte nicht. Nach dem Seitenwechsel hatte die Sport-Union weiterhin alles Griff, schaltete in den Verwaltungsmodus, gestattete dem Gast aber nur eine echte Torchance, die Fabian Guttleber im Eins-gegen-Eins jedoch vereitelte. Ansonsten war der Keeper über 90 Minuten nahezu beschäftigungslos.

Platzverweis für Biberacher Gäste

"Damit kann ich auch mal ganz gut leben", freute sich Guttleber über seinen ungewohnt ruhigen Samstagnachmittag und darüber, ohne Gegentor geblieben und mit der Mannschaft drei ganz wichtige Punkte geholt zu haben. "Besser geht es nicht."

In der 75. Minute schwächte sich der FVB durch eine Rote Karte für Dario Nikolic, der Zimbili hart gefoult hatte. In den Schlussminuten hätte Seybold auf 4:0 erhöhen müssen, zielte aber aus acht Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß über die Latte.

Seybold verpasst seinen Doppelpack

"Ich hätte ihn gerne gemacht", sagte Seybold über seinen verpassten Doppelpack. "Der Ball ist komisch aufgesprungen, aber keine Frage, aus dieser Entfernung muss das ein Tor sein." Läuferisch habe sein Team viel geleistet, sagte Seybold. "Ich kann da nur für mich sprechen, am Schluss haben die nötigen Körner in den Beinen und auch im Kopf gefehlt."

Dass nach der Pause nicht das ein oder andere Tor nachgelegt wurde, lag für Robin Neupert auch an taktischen Umstellungen bei den Gästen. "Die haben es dann besser gemacht, wir bekamen nicht mehr so viele Räume und hatten Probleme mit dem Anlaufen." Während für den FV Biberach wohl endgültig die Abschiedstour aus der Verbandsliga begonnen hat, schob sich die Sport-Union auf den Relegationsplatz.

Sport-Union Neckarsulm: Guttleber - Gölder, Alabas, Gebert, E. Elshanaj (86. Nyassi), Seybold, Meltzer, Neupert, Greco (84. Islamaj), Zimbili (75. Iaciancio), Schiffmann.

Tore: 1:0 Zimbili (10.), 2:0 Greco (16.), 3:0 Seybold (42.).

Schiedsrichter: Fabio Gentile.

Rote Karte: Dario Nikolic (FV Biberach/75.).

Zuschauer: 150.

 

 

Sport-Union plagen bereits wieder Personalsorgen

Aktuell präsentiert sich der Kader der Sport-Union Neckarsulm etwas ausgedünnt, vor allem im Defensivbereich, was gegen Biberach dazu führte, dass Trainer Robin Neupert als Notnagel auf der Ersatzspielerliste aufgeführt war. Marco Romano fehlte mit Verdacht auf Kreuzbandriss, Julian Grupp hatte sich schon vor Wochen einen Innenbandriss zugezogen und Binak Elshanaj hat sich im Derby gegen Türkspor eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen.

"Es sind jetzt fünf Begegnungen nach der Winterpause gespielt und wir haben drei Schwerverletzte", haderte Neupert gegen Biberach zudem mit dem kurzfristigen Ausfall von Mario Müller, der nach dem Warmmachen passen musste, weil der Rücken zwickte. "Aber alle, die ich heute reingeworfen habe, machten ihre Sache richtig gut", hob Robin Neupert das Auftreten seiner Jungs hevor. "Das war eine richtig gute Mannschaftsleistung."

Türkspor dreht im Top-Spiel einen 0:1-Rückstand

Türkspor Neckarsulm hat den Aufstieg in die Oberliga weiterhin fest im Blick. Am Samstag setzte sich der ambitionierte Verbandsliga-Tabellenzweite beim Viertplatzierten TSG Tübingen nach einem 0:1-Rückstand noch verdient mit 3:1 durch. Der Rückstand auf Spitzenreiter SV Fellbach beträgt weiterhin vier Punkte, doch nur ein Zähler hinter Türkspor lauert Calcio Leinfelden Echterdingen auf Rang drei. Tübingen hingegen wurde auf sieben Punkte distanziert.

Beide Mannschaften starteten couragiert in das Spitzenspiel. In der achten Minute erarbeitete sich Gastgeber Tübingen eine sehr gute Schusschance, doch Keeper Kevin Rombach verhinderte mit einer Glanzparade den frühen Rückstand der Neckarsulmer. Eine Viertelstunde war von der Uhr gelaufen, als Tübingen die Zügel fest in der Hand hatte.

Ouadie Barini sorgt per Heber für den Ausgleich

Und so gingen die Gastgeber nach 20 Minuten auch verdient in Führung. Völlig freistehend hatte Alexander Harachasch zum 1:0 abgeschlossen. Auch in der Folgezeit hatte die TSG Tübingen das Geschehen im Griff. Das 2:0 wollte den Hausherren aber nicht gelingen, im Gegenteil, in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs fiel der Ausgleich.

Ouadie Barini war es, der zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt mit einem gefühlvollen Heber TSG-Schlussmann Lucas Berisha kein Abwehrchance ließ und zum 1:1 traf. Die Vorarbeit hatte Abwehrrecke Marcel Hofrath geliefert.

Trainer Tufan Tok findet sie richtigen Worte

Türkspor-Cheftrainer Tufan Tok war mit der Leistung seiner Mannschaft bis dahin nicht zufrieden, fand aber bei der Pausenansprache wohl die richtigen Worte, denn nach dem Seitenwechsel zeigte seine Mannschaft ein völlig anderes Auftreten mit deutlich mehr Spielfreude und Engagement.

Bereits in der 51. Minute belohnten sich die Neckarsulmer für ihren erhöhten Aufwand mit der Führung. Kapitän Hakan Kutlu hatte auf Vorlage von Barini unbedrängt per Flachschuss getroffen und damit das Ergebnis gedreht. Türkspor blieb jetzt dran und suchte die Vorentscheidung.

Englische Woche mit WFV-Pokal-Viertelfinale

In der 61. Minute flog ein Schuss nur denkbar knapp am Gehäuse der Hausherren vorbei. Die Unterländer zeigten weiterhin Offensivdrang, doch die endgültige Entscheidung ließ lange auf sich warten. Es war bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit angebrochen, als Enes Türköz mit einem verwandelten Foulelfmeter den Deckel auf den 3:1-Auswärtssieg der türkischen Mannschaft machte.

Das Spiel in Tübingen war für Türkspor Neckarsulm der Auftakt in eine Englische Woche. Bereits am Mittwoch (17 Uhr) ist die Mannschaft im Viertelfinale des württembergischen Verbandspokals beim Landesliga-2-Tabellenachten TSV Buch gefordert und hat dabei den Halbfinaleinzug als Ziel. Am Samstag folgt das Heimspiel gegen den Verbandsliga-Elften TV Echterdingen.

Türkspor Neckarsulm: Rombach - Cristescu, Erdem, Hofrath, Engler, Kutlu, Türköz, Barini, Kutlu, Özkan (79. Krasniqi), Miftari (88. Matias).

Tore: 1:0 Harachasch (20.), 1:1 Barini (45.+1), 1:2 Kutlu (51.), 1:3 Türköz (90.+5 Elfmeter).

Schiedsrichter: Lauritz-Philipe Hafner.

Zuschauer: 100.

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