Für den FSV Hollenbach gilt im Heimspiel, 90 Minuten lang scharf bleiben
Fußball-Oberligist FSV Hollenbach empfängt am Samstag den FV Ravensburg. Die Erinnerungen an das Hinspiel schärfen die Sinne.

Es hatte zu Beginn der Woche durchaus Gesprächsbedarf beim FSV Hollenbach gegeben. Trainer Reinhard Schenker richtete ein paar eindringliche Worte an das Team, analysierte das 3:4 nach einer 3:0-Führung beim Oberliga-Schlusslicht FC Denzlingen nochmal ganz genau, zeigte ein paar anschauliche Beispiele für die Probleme, in die sich das Team selbst manövriert hat.
Durch die unerwartete Niederlage ist die Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt nicht einfacher geworden.
Schenker glaubt nicht, dass die Niederlage in Denzlingen einen Knacks gibt
Dass die Partie seinem Team einen Knacks gibt, glaubt Schenker indes nicht. „Ich glaube, dass die Mannschaft so gefestigt ist und dass die Truppe so homogen ist, dass sie sich jetzt schon versuchen wird zu wehren. Ich habe da nicht die Angst, dass man sich jetzt irgendwie aufgibt oder vor Ehrfurcht erstarrt.“
Mit dem FV Ravensburg kommt nun der Tabellenfünfte am Samstag um 15 Uhr in die Jako Arena. Im Hinspiel passierte Ähnliches wie gegen Denzlingen. Hollenbach führte 2:0, ließ eine große Chance auf das 3:0 liegen und kassierte in der Nachspielzeit noch zwei Tore zum 2:2-Endstand.
Die Hollennacher haben sich zu früh zufrieden gegeben
„Ich hatte das Gefühl, dass wir nach 40 Minuten, die wirklich gut gelaufen sind, in denen wir alles im Griff hatten und 3:0 führten, zu schnell zufrieden waren“, sagte Schenker über die Partie in Denzlingen. „Da ist ein bisschen die Spannung verloren gegangen, was ich dann anhand einiger Szenen versucht habe zu belegen. Da haben Präsenz und Aggressivität gefehlt. Und mit dem ersten Gegentor hat man gemerkt, dass das Selbstvertrauen verloren geht.“
Und so übernahmen immer mehr die Gastgeber die Initiative. „Wir waren auf einmal zu ängstlich, zu mutlos, haben Fehler gemacht, konnte uns nicht mehr richtig wehren“, erklärte Schenker.
FSV Hollenbach hat bewiesen, dass Potenzial vorhanden ist
Er verwies darauf, dass sein Team in der Vergangenheit aber oft genug bewiesen hätte, das es das Potenzial hat, in der Oberliga zu bestehen. Er sagt aber auch: „Es ist aber auch ein großer Unterschied zwischen Potenzial und Qualität, weil ich denke, es ist eine Qualität, sein Potenzial dann auch immer abrufen zu können. Und ich glaube, wenn das Selbstvertrauen mal verloren geht, haben wir aktuell nicht diese Widerstandsfähigkeit einfach vom Kopf her dann auch zu sagen, okay, jetzt funktioniert es dann vielleicht spielerisch nicht so. Jetzt muss man dann vielleicht nochmal eine Schippe drauflegen, was die Aggressivität angeht und einfach kämpfen.“
Dies wird ein wichtiger Punkt gegen die spielstarken Ravensburger sein.
Die Einstellung der Hollenbacher stimmt
Der FV startete mit Schwierigkeiten, war zeitweise bis auf Platz 16 abgerutscht, um dann auf Platz fünf zu überwintern. Am vergangenen Wochenende fiel ihre Partie gegen den VfR Mannheim allerdings aus.
Das Hinspiel sprach Schenker extra nochmal an. „Ich finde gar nicht, dass man es irgendwie aus den Köpfen streichen sollte, sondern ich denke, es hilft eher beim Bewusstmachen der Tatsachen.“
Dabei geht es ihm keinesfalls darum die Einstellung seines Teams anzuprangern. Denn diese könne er der Mannschaft nicht absprechen. „Ich weiß, dass jeder will. Und dass jeder auch vom Mindset her so eingestellt ist“, sagt Schenker und verweist nochmal auf die Partie in Denzlingen: „Aber man sieht beim ersten Gegentor beispielsweise, dass wir in drei Situationen nicht in einer Zehntelsekunde mit dem letzten Willen agieren, das Tor unbedingt verteidigen zu wollen.“
Schenker richtete beispielhafte Worte an seine Spieler
Und er richtete dann beispielhafte Worte an seine Spieler und sagte: „Stellt euch vor, ihr seid am letzten Spieltag in der 90. Minute 1:0 vorne und das bedeutet den Klassenerhalt. Ich bin mir sicher, dass ihr in diesen drei Situationen einfach anders verteidigt hättet, als wenn wir 3:0 führen gegen Denzlingen. Und da fängt das Ganze halt an.“ Man müsse wirklich in jeder Situation über 90 Minuten versuchen, in jeder Aktion scharf zu sein.
Ravensburg besitzt viel individuelle Klasse
Gerade gegen eine Mannschaft mit so viel individueller Klasse, wie sie die Ravensburger besitzen, ist das wichtig. „Nicolas Jann ist mit Sicherheit einer der bestem Spieler der Liga und mit Daniele Gabriele haben sie vorne drin einen unglaublich torgefährlichen aber auch mannschaftsdienlichen Spieler“, sagt er über den Gegner, der zurecht im oberen Tabellendrittel stehe. „Von dem her wird es eine extrem schwere Aufgabe für uns. Aber im Hinspiel hat man gesehen, dass man mit unseren Mitteln auch so einem Gegner weh tun kann. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir auch gegen Ravensburg etwas holen können.“
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