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FSV Hollenbach zurück im baden-württembergischen Oberhaus

Hollenbach will nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Als Titelkandidaten in der Oberliga gelten die Stuttgarter Kickers, Sonnenhof Großaspach und Villingen.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 3 Min
FSV Hollenbach zurück im baden-württembergischen Oberhaus
Michael Kleinschrodt (links) ist einer der Hollenbacher Akteure, die bereits Oberliga-Erfahrung gesammelt haben. Foto: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Fünf Jahre brauchte der FSV Hollenbach für die Rückkehr in die Oberliga - ein wenig wurden die Hohenloher in den vergangenen beiden Jahren durch die Corona-Pandemie ausgebremst, die einen früheren Aufstieg verhinderte. Nun geht es für das Team darum, sich wieder im baden-württembergischen Oberhaus zu etablieren. "Ganz klar, für uns geht es erstmal um den Klassenerhalt. Gut wäre es, wenn wir von Anfang an nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben", sagt Mäzen Rudi Sprügel. Das Potenzial dafür ist vorhanden, ein Selbstläufer wird es indes nicht.

Was dem FSV Hollenbach noch fehlt ist der Siegeswille

"Wir müssen erstmal in der Liga ankommen", sagt Trainer Martin Kleinschrodt, der selbst mehr als 300 Oberliga-Spiele absolviert hat. In der Vorbereitung lief noch nicht alles nach Wunsch. Das Team tat sich phasenweise schwer. Die Abläufe passten noch nicht ganz, die Feinabstimmung fehlte. "Das muss sich entwickeln", sagt Kleinschrodt. "Und die Vorbereitungsspiele waren ja nicht schlecht." Was noch fehlte war der letzte Siegeswille. "Klar ist auch, wir können nicht jeden Spieler sofort einbinden, da braucht man Geduld", sagt Kleinschrodt. "Ich habe über vier Jahre ein Team aufgebaut, in dem es wenige Wechsel gab und das aufgestiegen ist. Jetzt haben wir einige Neuzugänge, die ein anderes System gespielt haben. Das muss sich nun noch etwas finden."

Insgesamt sechs neue Spieler im Kader des FSV

Mit Marc Wagemann (TSV Crailsheim), Benjamin Kurz (TSV Ilshofen) Daniel Schmelzle (TSV Ilshofen) und Jann Baust (VfR Gommersdorf) gab es vier externe Neuzugänge. Dazu kommen die aus der A-Jugend aufgerückten Luis Rohn, Hannes Limbach, Marco Specht, Timo Pöthe und Maximilian Beck. Damit wurde der Kader auch deutlich verbreitert. Dies dürfte für die lange Oberliga-Saison auch nötig sein.

Denn schon in der Vorbereitung verletzte sich Baust am Sprunggelenk und wird noch einige Wochen ausfallen. "Das ist schade für ihn, da er gute Ansätze gezeigt hat", meint Manager Karl-Heinz Sprügel. Auch Daniel Schmelzle musste zuletzt pausieren. "Wenn wir längerfristig größere Verletzungssorgen bekommen, wird es schwierig", sagt Sprügel. "Ansonsten bin ich zuversichtlich, dass wir eine gute Rolle spielen können, wenn wir unsere PS auf den Rasen bringen."

Trainer Martin Kleinschrodt hört am Ende der Saison 2022/23 auf

Dass die Hollenbacher das Zeug dazu haben, bewiesen sie von 2010 bis 2017. Aber gerade in der Abstiegssaison waren es vor allem Verletzungen, die am Ende den Ausschlag für Platz 15 mit einem Punkt zu wenig gaben.

So weit will Trainer Kleinschrodt aber gar nicht denken. Für ihn wird seine Premieren-Saison in der Oberliga auch gleich die letzte sein. Früh kündigte er an, danach pausieren zu wollen. Und seinem Nachfolger würde er gerne einen Oberligisten hinterlassen. "Ich hoffe, dass wir gut in die Saison kommen, dann ist es auch möglich", sagt Kleinschrodt. Und er freut sich mit dem Team auf eine attraktive Spielklasse mit attraktiven Gegnern und schönen Stadien. Als Topfavorit hat er die Stuttgarter Kickers ausgemacht, die in der vergangenen Saison den Aufstieg als Zweiter über die Relegation verpasst haben. Aber auch Regionalliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach und den FC Villingen ("Es ist Wahnsinn, wen die alles geholt haben"), zählt Kleinschrodt zum Kreis der Titelanwärter. "Dazu kommen Pforzheim, Göppingen und eventuell der FSV Bissingen, der einen guten Kader hat, aber auch einen relativ großen Umbruch hinter sich hat", sagt Kleinschrodt. "Auch den FC Nöttingen schätze ich stark ein. Dieser hat mit Anton Fink (77 Zweitliga-Spiele, zweifacher Drittliga-Torschützenkönig) auch einen der prominentesten Neuzugänge der Oberliga in seinen Reihen.

In der Oberliga kann jeder jeden schlagen

Mit Villingen ist gleich ein ganz großes Kaliber der Gegner im ersten Hollenbacher Heimspiel der Saison. Vorher geht es aber zum nordbadischen Mitaufsteiger ATSV Mutschelbach - sicherlich ein Team, für das es in erster Linie um den Klassenerhalt geht.

"Ich denke, die Liga wird ausgeglichen sein. Es kann jeder jeden schlagen. Da wird jedes Spiel wichtig", meint Benjamin Kurz, der vergangene Saison noch zusammen mit Schmelze in Ilshofen Oberliga spielte. "Ich freue mich auch auf die geilen Stadien bei den Kickers, in Aspach und Reutlingen." Und für sein neues Team setzt er auch etwas auf den Heimvorteil: "Es ist für keine Mannschaft einfach, in Hollenbach zu spielen. An einem guten Tag können wir hier auch gegen einen der Favoriten bestehen. Da haben wir auch im ersten Heimspiel gegen die starken Villinger sicher unsere Chance."

 
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