FSV Hollenbach: Auf der Suche nach der verloren gegangenen Heimstärke
Die Jako Arena des FSV Hollenbach war in den vergangenen Jahren eine Festung. In dieser Saison hat der Fußball-Oberligist erst zwei Heimsiege gefeiert. Gegen den FV Ravensburg will der FSV am Samstag (15 Uhr) zurück zu deiner alten Heimstärke finden.

Der FSV Hollenbach hat in dieser Saison ungewohnte Probleme in der heimischen Jako Arena. Nur zwei Heimsiege holte der Fußball-Oberligist in der ersten Saisonhälfte. Insgesamt nur acht Punkte aus neun Spielen. Der zweitschlechteste Wert der Liga. Ein ungewohntes Bild. Schließlich waren die Hollenbacher in der Vergangenheit für ihre Heimstärke bekannt, fast schon berüchtigt. Kein Team spielte gerne in Hollenbach. Die Jako Arena war beinahe eine Festung.
Es ist keine klare Ursache für die unerklärliche Heimschwäche auszumachen
Nun steht am Samstag das erste Pflicht-Heimspiel des Jahres auf dem Programm. Zu Gast um 15 Uhr ist der FV Ravensburg.
Trainer Reinhard Schenker ringt selbst um eine schlüssige Erklärung. „Ich kann es mir tatsächlich schwer erklären“, sagt er offen. Zumal der Kader im Vergleich zu den Vorjahren nahezu identisch geblieben sei. Und während man in der vergangenen Saison zuhause kaum zu bezwingen war, dafür auswärts große Probleme hatte, zeigt sich nun das umgekehrte Bild: Die meisten Punkte holte der FSV Hollenbach in fremden Stadien.
„Als wir letztes Jahr von einer Auswärtsschwäche gesprochen haben, habe ich schon nach einer Erklärung gesucht, jetzt ist es eher eine Heimschwäche“, beschreibt Schenker die paradoxe Entwicklung. Eine klare Ursache? Fehlanzeige. Vielmehr scheint es eine Mischung aus Faktoren zu sein – Selbstverständnis, Spielverlauf, vielleicht auch Erwartungshaltung.
Im Abstiegskampf wären Heimsiege des FSV Hollenbach immens wichtig
Gerade im Abstiegskampf wiegt die Bilanz schwer. „Du kannst nicht nur auswärts punkten“, betont Schenker. „Auch dort wirst du nicht immer in der Lage sein, Spiele zu gewinnen.“ Umso wichtiger sei es, zuhause wieder ein anderes Gesicht zu zeigen. Die Mannschaft müsse das Gefühl zurückgewinnen, im eigenen Stadion „extrem schwer schlagbar“ zu sein.
Genau dieses Selbstverständnis habe die Hohenloher in den vergangenen Jahren ausgezeichnet. Gegner aus dem oberen Tabellendrittel reisten nur ungern nach Hollenbach. „Das war immer so: Wenn Teams wie Ravensburg hierherkamen, wussten sie, dass es richtig unangenehm wird“, sagt Schenker mit Blick auf den nächsten Gegner. „In Hollenbach kann immer was passieren – das war unser Markenzeichen.“
Schenker glaubt, dass es in erster Linie über Erfolgserlebnisse geht
Aktuell fehlt beim FSV Hollennbach dieses Gefühl. Spiele, die früher mit aller Konsequenz über die Ziellinie gebracht wurden, kippten. Schenker vermeidet dabei Kritik. Vielmehr setzt er auf Psychologie und positive Erlebnisse. „Das geht nur über Erfolgserlebnisse“, ist er überzeugt. Man müsse Heimspiele „irgendwie ziehen“, auch wenn es spielerisch vielleicht nicht immer glänzend laufe. Entscheidend sei, dass die Mannschaft wieder spüre: Hier sind wir die Macht.
Dabei spielt auch der Kopf eine Rolle. Wer sich seiner Heimstärke bewusst ist, tritt anders auf – aggressiver in den Zweikämpfen, klarer in den Aktionen, selbstbewusster im Abschluss. Fehlt dieses Selbstverständnis, schleichen sich Zweifel ein. Gerade in engen Partien kann das den Ausschlag geben.
FSV Hollenbach will die Trendwende einläuten
Schenker sieht sein Team in der Pflicht, die Trendwende einzuleiten. „Wir müssen deutlich mehr punkten als in der Vorrunde“, sagt er nüchtern. Der Kampf um den Klassenerhalt lasse keinen Raum für Rechenspiele. Jeder Zähler zählt – besonders vor eigenem Publikum.
War der FSV Hollenbach früher zuhause kaum zu schlagen, wuchs mit jedem Sieg das Selbstvertrauen. Aktuell fehlt dieser Lauf. Doch genauso schnell, wie sich Negativtrends einschleichen, können sie auch wieder enden.
Für Schenker ist klar: Die Qualität im Kader ist vorhanden. „Wir können uns auf unsere Qualität verlassen“, betont er. Nun gelte es, diese Qualität auch im heimischen Stadion wieder konstant abzurufen. Ein dreckiger 1:0-Sieg könne dabei mehr bewirken als das schönste Auswärtsspiel.
Die Mission für die Rückrunde ist damit klar umrissen: Der FSV Hollenbach will sein Zuhause wieder zur Festung machen. Damit Gegner beim Blick auf den Spielplan wieder denken: „Oh je, nach Hollenbach – das wird schwer.“ Wenn dies gelingt, stehen die Chancen auf den Klassenerhalt auch gut.
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