Eppingen vor dritter Herkulesaufgabe
Nordbadischer Verbandsligist empfängt den Tabellendritten VfR Mannheim

Es ist nicht nur der Tabellendritte der Verbandsliga Nordbaden, der an diesem Samstag (14.30 Uhr) seine Visitenkarte auf dem Eppinger Sportgelände abgibt. Mit dem VfR Mannheim reist einer der traditionsreichsten Vereine aus Baden in den Kraichgau. 1949 wurden die Mannheimer in der "Hitzeschlacht" von Stuttgart im Neckarstadion gegen Borussia Dortmund deutscher Meister, nahmen als erster Verein die neue Meisterschale in Empfang. Vor 92000 Zuschauern siegte der VfR 3:2 nach Verlängerung.
Doch die erfolgreichen Zeiten sind Vergangenheit. Beide Vereine treffen nun in der sechsten Liga aufeinander. Für den VfB Eppingen geht es darum, das polster auf die Abstiegsplätze zu wahren, während die Gäste noch auf Platz eins oder zwei schielen, sich bei fünf beziehungsweise neun Zählern Rückstand beim VfB aber keinen Punktverlust erlauben dürfen. Eppingen ist Neunter, der Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang 13 beträgt fünf Zähler.
Topteam
Für die Eppinger ist es im dritten Spiel nach der Winterpause das dritte Topteam der Liga, gegen das angetreten werden muss. Doch nach den Leistungen bei der 3:5-Niederlage zum Auftakt gegen Spitzenreiter TSG 62/09 Weinheim und dem 0:0 beim Vierten 1. FC Bruchsal müssen sich die Gastgeber vor der Herkulesaufgabe gegen den Tabellendritten nicht verstecken.
Das Hinspiel in Mannheim hat VfB-Trainer Michael Streichsbier in unguter Erinnerung. Nach 45 Minuten lag sein Team gegen den Oberliga-Absteiger 0:3 hinten, nach verschlafener erster Halbzeit wurde am Ende 2:4 verloren.
Positiv denken
"Das war wie gegen Weinheim, da ist die Abwehr auch völlig neben sich gestanden. Da haben wir zu viele Räume offen gelassen, nicht zusammen als Team verteidigt und dem Gegner Lücken geboten", blickt Streichsbier zurück. Doch der Trainer verwischt die negativen Gedanken, zieht lieber Kraft aus dem positiven Auftritt der vergangenen Woche in Bruchsal. Denn dort präsentierte sich seine Mannschaft mit Teamspirit, überzeugte mit einer tollen Taktik im Defensivbereich.
"Unser Matchplan wird diesmal ähnlich aussehen", hofft Streichsbier, dass seine Jungs die Leistung bestätigen können. "Mannheim und Bruchsal sind von der Leistungsstärke ähnlich hoch einzuschätzen, wobei Mannheim von der Qualität der Einzelspieler besser besetzt ist."
Hier sind vor allem Stürmer Marc Haffa (acht Treffer) und der nicht minder torgefährliche Mittelfeldspieler Aydin Zeric (sieben Treffer) hervorzuheben. Vor allem die Kreise von Zeric sollten eingeengt werden. "Ihn müssen wir an die kurze Leine nehmen, er lenkt das Spiel der Mannheimer und gibt das Tempo vor", sagt Streichsbier.
Hundert Prozent Leistung sind von den Gastgebern gefordert, ob es am Ende zu etwas Zählbarem reicht, bleibt abzuwarten. "Wenn wir vom Platz gehen, müssen wir sagen können, dass alles in die Waagschale geworfen wurde", wäre Streichsbier im Vorfeld mit einem Punkt zufrieden. "Aber vielleicht gelingt uns ja der erste Sieg nach der Winterpause."
Im Vergleich zur Hinrunde hat der VfB Eppingen seine Bilanz um zwei Zähler gesteigert. In den bisherigen drei Spielen der Rückserie gegen den FC Zuzenhausen (4:3), Weinheim (3:5) und Bruchsal (0:0) hat sich der VfB vier Punkte erspielt, im selben Zeitraum der ersten Saisonhälfte waren es nur derer zwei. Vermutlich wird der VfB Eppingen dieses Heimspiel nochmals auf dem Kunstrasen bestreiten müssen. Was zumindest für die Spieler einen Vorteil hätte. "Die müssen dann ihre Fußballschuhe nicht putzen", sagt Streichsbier und lacht.
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