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Elfmeterglück des TSV Zweiflingen in der Hitzeschlacht

Der TSV Zweiflingen schafft über die Relegation doch noch den Klassenerhalt in der Kreisliga A1 Hohenlohe. Der Erfolg gegen die TSG Waldenburg war aber eine ganz schöne Qual für die Fußballer.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 3 Min
Elfmeterglück des TSV Zweiflingen in der Hitzeschlacht
Waldenburgs Torwart Tobias Radzium streckt sich im Elfmeterschießen vergeblich. Fünf Zweiflinger schafften es, ihn zu überwinden.  Foto: Schmerbeck, Marc

Trikot aus. Spurt zu den Kameraden. Es war wohl der längste und schnellste Sprint in 120 Minuten Relegation und einem Elfmeterschießen. Tim Specht war gar nicht mehr einzufangen. Kurz zuvor hatte er dem TSV Zweiflingen vor rund 600 Zuschauern den Klassenerhalt in der Kreisliga A1 gesichert und die Aufstiegsträume des B2-Vizemeisters TSG Waldenburg zerstört. Specht verwandelte den fünften Zweiflinger Elfmeter, sorgte für den 6:4-Erfolg nach Elfmeterschießen. Im zweiten Relegationsspiel zur A1 setzte sich der B3-Dritte SV Tüngental gegen den B4-Vize Tura Untermünkheim II mit 3:0 durch und sicherte sich den zweiten freien Platz in der A1.

Hitze macht den Spielern zu schaffen

"Es war eine Hitzeschlacht", meinte Zweiflingens Trainer Dirk Österlein. Er sah beinahe so abgekämpft wie seine Spieler aus. "Da fällt schon einiges von einem ab", meinte er. Noch während der Verlängerung hatte sein Schrittzähler 10 000 Schritte gemeldet. "Und das in der kleinen Coachingzone", sagte er leicht lächelnd. "Das zeigt aber auch, wie angespannt ich war."

34 Grad zeigte das Thermometer am Samstagmittag in Untersteinbach. Am Ende einer insgesamt langen Saison war nochmal eine kräftige Quälerei angesagt. Die Bedingungen forderten beiden Mannschaften alles ab. Und im finalen Kraftakt war der TSV dann das etwas glückliche Team. "Es ist immer ärgerlich, wenn man im Elfmeterschießen verliert", sagte Waldenburgs Spielertrainer Dragan Djurdjevic. "Aber uns hat insgesamt auch die Durchschlagskraft nach vorne gefehlt."

Elfmeterglück des TSV Zweiflingen in der Hitzeschlacht
Zum Jubeln war die Kraft dann wieder zurück. In der Relegation setzte sich der TSV Zweiflingen erst nach Elfmeterschießen gegen die TSG Waldenburg durch und realisierte so den A1-Klassenerhalt. Fotos: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Es fällt schwer, Tempo zu gehen

Der 104-Tore-Sturm kam kaum zur Entfaltung. Zu selten zogen die Waldenburger das Tempo an - sicher auch etwas hitzebedingt. Doch wenn sie es taten, hatte Zweiflingen große Probleme. Vor allem Jonathan Goes war kaum zu halten. Aber das Mittel setzten sie eben zu selten ein. "Wir sind einen Tick zu wenig in die Tiefe gekommen", sagte Djurdjevic. "Aber Hut ab vor beiden Mannschaften. Sie haben auch in der Verlängerung noch gekämpft."

Waldenburg kam besser in die Partie und hatte auch die größeren Spielanteile. Zweiflingen war hingegen körperlich einen Tick robuster, etwas zweikampfstärker und dann auch noch effektiv. Die erste Chance des TSV führte zum 1:0. Marcel Schmid flankte von rechts, Denny Haspel schloss mit einer Volley-Abnahme ab. Es war ein Wirkunstreffer. "Das hat uns schon einen Knacks gegeben. Es hat bis zur Halbzeit gedauert, ehe wir uns wieder gefangen haben", sagte Djurdjevic.

Trotzdem hatte Goes (22.) die Ausgleichschance. Und es hätte sich wohl auch niemand beschwert, wenn es in der 43. Minute einen Elfmeter gegeben hätte, als Goes von zwei Zweiflingern bedrängt im Strafraum zu Boden ging. So ging es aber eben mit der Zweiflinger Führung in die Kabinen.

TSG kommt zum Ausgleich, dann verflacht die Partie

Nach der Pause übernahm die TSG die Initiative. Trotzdem hatte Ralf Specht zunächst die Möglichkeit, zu erhöhen. Dann scheiterte Waldenburgs Moritz Walther (50.) aus 16 Metern. Drei Minuten später legte sich Benjamin Dimmler den Ball zu einem Freistoß zurecht und glich aus 20 Metern aus.

Nun wollte allerdings keiner mehr ein größeres Risiko eingehen. Durch die Hitze war kaum Tempo im Spiel. So war die nächste Möglichkeit erneut ein Dimmler-Freistoß.

Elfmeterglück des TSV Zweiflingen in der Hitzeschlacht
Am Abend fand in Verrenberg das zweite Relegationsspiel zur A1 statt. Robin Burkert (rechts) traf beim 3:0-Sieg des SV Tüngental gegen Untermünkheim II zwei Mal.  Foto: Schmerbeck, Marc

Elfmeterschießen bringt die Entscheidung

So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. "Da ist dann alles gegen uns gelaufen", meinte Djurdjevic. Für Zweiflingen trafen Nico Weippert, Denis Weippert und Fredrik Streeb. Sebastian Wagner und Benjamin Dimmler hatten zwei Mal für Waldenburg ausgeglichen. Dann schoss Tim Bader zu hoch - Vorteil Zweiflingen. TSG-Torhüter Tobias Radzium parierte dann den Schuss von Nico Weckert, stand dabei aber deutlich vor der Torlinie. Somit wurde der Elfmeter wiederholt und Weckert traf. Zwar verwandelte dann Otto Philipp, doch eben auch Tim Specht, der danach zum Jubel-Spurt ansetzte.

Tüngental setzt sich gegen Untermünkheim durch

Der SV Tüngental hat sich den zweiten freien Platz in der Kreisliga A1 gesichert. Weil die Liga diese Saison Untersoll hatte, wurde durch einen erhöhten Aufstieg aufgefüllt. Deshalb durfte auch der SV Tüngental als Dritter der B3 in die Relegation. Und der Bezirkspokal-Finalteilnehmer nutzte in Verrenberg vor rund 400 Zuschauern seine Chance. Von Beginn an waren die Tüngentaler gegen den Tura Untermünkheim II tonangebend. In der ersten Halbzeit gelang Robin Burkert nach etwas mehr als einer halben Stunde dann auch der Führungstreffer. 61 Minuten waren gespielt, als erneut Burkert das 2:0 nachlegte. Den Treffer zum 3:0-Endstand steuerte Johannes-Jonas Klenk (74.) bei.


TSG Waldenburg: Radzium, Florian Wagner (79. Bader), Wieland, Hagen Philipp (120. Sebastian Wagner), Goes, Walther (97. Baumann), Leidig, Manoschkin, Djurdjevic (72. Winkler), Otto Philipp, Dimmler.

TSV Zweiflingen: Braun, Schmid, Tim Specht, Weckert, Ruf, Schäfer, Denis Weippert, Ralf Specht, Thomä (58. Gronbach, 101. Mugele), Haspel 115. Streeb), Frank (46. Nico Weippert).

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