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FSV Hollenbach verliert gegen SSV Ehingen Süd

Der FSV Hollenbach verliert das Verbandsliga-Spitzenspiel gegen den SSV Ehingen-Süd mit 0:2. Verdient, weil der FSV nicht wie ein Spitzenreiter spielte.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 3 Min
Eine Frage der Einstellung
Während die Hollenbacher Noah Krieger (links) und Christoph Rohmer enttäuscht vom Platz schlichen, feierten die Ehinger ihren Sieg ausgelassen. Foto: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Es war nicht der Auftritt eines Spitzenreiters. "Uns haben die Eier gefehlt", meinte Boris Nzuzi. "Wir waren irgendwie eingeschüchtert und haben keine Mittel gefunden. Wir sind die ganze Zeit nur hinterher gelaufen." Der FSV Hollenbach ließ fahrlässig eine große Chance liegen, den zweiten Platz in der Verbandsliga so gut wie zu sichern und mit dem SSV Ehingen-Süd einen der härtesten Konkurrenten im Titelkampf aus dem Rennen zu werfen. Doch die Gäste hatten die bessere Einstellung, zeigten den etwas größeren Siegeswillen und haben durch einen 2:0-Sieg in der Jako Arena ihre Chance genutzt, weiter im Titelrennen zu bleiben.

"Ich bin froh, dass wir noch dabei sind", meinte SSV-Trainer Michael Bochtler. "Wir wussten, dass es spannend bleibt, wenn wir gewinnen. Jetzt bleibt es hochspannend." Denn der FC Holzhausen verkürzte den Rückstand auf die Hollenbacher auf drei Punkte, Ehingen-Süd hat vier Zähler weniger.

Dem FSV fehlte der Mut zum Risiko

Der FSV hat sich selbst unter Zugzwang gebracht, weil er eben nicht wie ein Tabellenführer auftrat. Weil zu sehr in den Köpfen verankert war, dass ein Punkt im Spitzenspiel auch reichen würde, um weiter einen komfortablen Vorsprung zu haben. Und so fehlte der Mut zum Risiko. Den hätten die Gastgeber auch nicht zwingend zeigen müssen. Aber sie ließen auch die Dominanz vermissen, mit der ein Tabellenführer einem harten Konkurrenten von Anfang an klar machen kann, dass es nichts zu holen gibt. Dafür schlichen sich ungewohnt viele Fehler ein. Das Passsspiel war zu ungenau, der Ball sprang bei der Annahme zu oft weit vom Fuß weg. "Die Unterschiedsspieler waren heute nicht zu sehen. Und diese braucht man in so einem Spitzenspiel", sagte Manager Karl-Heinz Sprügel.

Gerade in der Offensive wurden die falschen Entscheidungen getroffen. Statt den Abschluss zu suchen, wurde der Ball dem Gegner in die Füße gespielt, statt den freien Mann zu bedienen wurde geschossen. Und wenn es mal aussichtsreiche Situationen gab, köpfte Hannes Scherer (2.) frei dem Torhüter in die Arme oder Michael Kleinschrodt traf den Ball nicht richtig und Christoph Rohmers Schuss landete am Pfosten. Ansonsten spielte sich über 90 Minuten das Meiste im Mittelfeld ab. In der 45. Minute hatten die Gäste ihre beste Möglichkeit, doch Philipp Hörner lenkte den Kopfball von Ilir Tupella zur Ecke.

Pech für Hollenbach: Kurz vor der Pause hätte es Handelfmeter geben können

Nach dem Seitenwechsel blieb es dabei. Ehingen-Süd hatte etwas mehr Konsequenz in den Zweikämpfen und Hollenbach blieb hinter seinem Leistungsvermögen zurück. Pech hatte der FSV kurz nach der Pause, als es einen Handelfmeter hätte geben können. Vor dem 1:0 - das mit der ersten Chance im zweiten Abschnitt in der 76. Minute fiel - hätte es auch einen Freistoß für den FSV geben können. Der Pfiff blieb aber aus und Narciso Filho traf zum 0:1. Bevor Hollenbach auf den Rückstand reagieren konnte, legte Filip Sapina das Ehinger 2:0 nach. Er durfte nach einer Ecke völlig frei köpfen.

Der FSV kam nun nicht mehr zurück. Und auch wenn der Gegner eine engagierte Leistung zeigte, wäre mehr drin gewesen, wenn der FSV sein Potenzial abgerufen hätte. Aber gerade die Ehinger Defensive, die schon 49 Gegentore in dieser Saison zuließ, wurde zu wenig unter Druck gesetzt und blieb stabil.

Manager Sprügel zählt seine Spieler an

"Wir haben zu wenig fürs Spiel getan", sagte Trainer Martin Kleinschrodt. "Wir haben gedacht, es wird schon nichts passieren und haben uns den Schneid abkaufen lassen, waren zu ängstlich."

Deutlicher wurde da Manager Karl-Heinz Sprügel. "70 Prozent der Spieler haben heute unter ihren Möglichkeiten gespielt. Ehingen hat gut gespielt, aber so gut wie die waren, so schlecht waren wir. Das war eine Katastrophe. Wir sind sicher mit der falschen Einstellung reingegangen. Es ist deprimierend, so eine Leistung in so einem Spiel zu zeigen. Das ist für eine Spitzenmannschaft zu wenig, was wir geboten haben. Mit so einer Leistung haben wir oben aber auch nichts verloren."

Und so dröhnte auch noch eine Stunde nach Spielende Jubelgesang und laute Musik aus der Gästekabine, während die Hollenbacher noch etwas bedrückt dreinschauten.

FSV Hollenbach: Hörner, Volkert (79. Hahn), Schülke, Minder (81. Dörner), Kleinschrodt, Scherer (85. Krieger), Schmitt, Jonas Limbach (78. Nzuzi), Rohmer , Uhl, Ruck.

SSV Ehingen-Süd: Gralla, Hahn, Deiss, Scioscia, Peter (68. Filho), Neu (90+2 Bayer), Sapina (90+1 Bihr), Ruiz, Sutalo, Schmid, Tupella (81. Daur).

Tore: 0:1 (76.) Narciso Filho, 0:2 (83.) Filip Sapina.

Schiedsrichter: Timo Lämmle.

Zuschauer: 520.

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