Die Moral des FSV Hollenbach stimmt, das Ergebnis nicht
FUSSBALL-Oberligist Hollenbach startet nach 0:3 eine Aufholjagd, verliert aber beim FC Nöttingen mit 3:5. So lief das Spiel ab.

Der Manager suchte zuerst nach den positiven Dingen. „Man hat gesehen, die Moral ist gut, die Mannschaft intakt“, sagte Karlheinz Sprügel nach der 3:5-Niederlage beim FC Nöttingen. Mit 0:3 lag der FSV Hollenbach bereits zurück, bevor er nochmal ins Spiel kam und für Spannung bis in die Schlussminuten sorgte. „Es soll halt nicht sein“, sagte Sprügel. „Zum Schluss hätten wir fast einen Punkt verdient gehabt. Aber dafür können wir uns nichts kaufen. Aber es ist halt so. Die haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Nöttingen ist natürlich auch eine gute Mannschaft.“
Trainer Reinhard Schenker spricht von einem wilden und kuriosen Spiel
Und trotzdem wäre dem FSV fast die gleiche Überraschung wie dem FC Denzlingen zum Auftakt in diesem Jahr, als Hollenbach eine 3:0-Führung noch aus der Hand gab und mit 3:4 verlor. „Wir haben es leider nicht geschafft“, sagte Sprügel.
Die Hollenbacher waren von Beginn an gut in dem „Spiel mit vielen wechselnden Phasen“ (Trainer Reinhard Schenker) drin. „Wir haben dann eher ein wildes Spiel oder kurioses Spiel gesehen, was bei uns eher häufiger der Fall ist“, sagte Schenker. „Grundsätzlich denke ich, dass der Sieg von Nöttingen natürlich völlig in Ordnung geht. Wobei ich glaube, wir hätten vielleicht sogar den Ausgleich zum 4:4 machen können. Dann wäre sogar ein Punkt drin gewesen, ein Punkt für die Moral. Wobei man sagen muss, dass Nöttingen die bessere Mannschaft war.“
Der FC Nöttingen legt bis zur Pause zwei Tore vor
Nach einem ersten Warnschuss von Hollenbachs Juan Faßbinder (4.) übernahmen die Gastgeber langsam die Kontrolle und sie hatten durch David Zenner (5.) und Jannis Rabold (7.) ihre ersten beiden Abschlüsse. „Wir hatten da dann Schwierigkeiten, die Räume zu zubekommen“, sagte Schenker, „und sind auch in Rückstand geraten.“
In der 13. Minute ging Nöttingen mit 1:0 in Führung. Der FC gewann im Mittelfeld drei Zweikämpfe, war jedes Mal etwas schneller, dann ging es über die linke Seite und Matej Mijic hatte im Strafraum etwas zu viel Platz und schloss unbedrängt zum 1:0 ab. Hollenbach versteckte sich zwar auch danach nicht, kam in der Folge zu dem einen oder anderen Standard, aber zu keinen klaren Abschlüssen.
Hollenbach schafft es, die Räume eng zu machen
„Dann haben wir es ganz gut geschafft, die Räume eng zu machen und hatten einige Halbchancen, die wir sehr unsauber ausgespielt haben. Wir hatten viele technische Probleme - beim ersten Kontakt, der Ballmitnahme. Auch das Ball festmachen in der vordersten Reihe war sehr fehlerbehaftet“, sagte Schenker. So fiel das 2:0 in der 37. Minute. Ein Hollenbacher Befreiungsversuch wurde abgefangen und Khery Hamka schloss ab.
„Ich glaube, dass wir eine relativ vernünftige erste Halbzeit gespielt haben. Wir haben das gespielt, was auf dem Platz möglich war“, sagte Nöttingens Trainer Dennis Will. „Und dann hat man schon gesehen, dass der ein oder andere Ball verspringt und dass Hollenbach natürlich auch auf die Situation wartet, um nach Ballverlust umzuschalten. Das hat uns im Spiel schon gekillt und das wussten wir natürlich.“ Doch Nöttingen war darauf gut eingestellt und ließ nur sehr wenig zu.
Reinhard Schenker: „Wir wussten, dass im Fußball alles möglich ist“
„Wir sind dann mit dem 0:2 in die Kabine gegangen, wussten aber, dass im Fußball alles möglich ist“, sagte Schenker. „Das haben wir ja selbst schon am eigenen Leib erfahren.“ Zunächst legten die Nöttinger erstmal das 3:0 nach. Torschütze in der 51. Minute war erneut Mijic.
Nach dem 1:3 ist für den FSV Hollenbach wieder alles möglich
„Mit unserem 1:3 aus dem Nichts hatte man wieder das Gefühl, dass wir wieder da sind“, sagte Schenker. Inas Music traf nach einer Flanke aus dem Halbfeld per Kopf (51.). Hannes Scherer legte dann das 2:3 nach (75.). Doch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd währte nicht lange. Tassos Leonidis (84.) nutzte einen Ausrutscher eines Hollenbacher Abwehrpielers im Strafraum aus und traf aus 18 Metern. Zwei Minuten später gelang dem kurz zuvor eingewechselten Rico Hofmann das 3:4.
Unglücklich dann das 3:5 in der Nachspielzeit. Ein Hollenbacher nahm im eigenen Strafraum den Ball in die Hand, weil er dachte, der Ball sei im Aus gewesen. „Und ich glaube ihm da auch, sonst nimmt er den Ball doch nie in die Hand“, sagte Schenker. Den fälligen Elfmeter verwandelte Salvatore Catanzano zum 5:3-Endstand.
„Ich bin stolz auf die Mannschaft, da sie Moral gezeigt hat“, sagte Schenker. „Wir müssen nächste Woche die Köpfe wieder hochnehmen und dann schauen, dass wir die Punkte mitnehmen.“
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