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Aufstieg nach 41 Jahren: TSG Verrenberg nun in der A1

Die TSG Verrenberg wird Meister der Kreisliga B2 und steigt in die A1 auf. Eine Erfolgsgeschichte, die mit einer Trennung im Jahr 2019 begann.

Marc Schmerbeck
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Lesezeit 3 Min
Aufstieg nach 41 Jahren: TSG Verrenberg nun in der A1
Die Mannschaft lässt Trainer Amir Ramic hoch leben. Er hört nach dem Aufstieg allerdings auf.  Foto: Privat

Beim Relegationsspiel zur Kreisliga A1 war Uli Lederer guter Dinge, keine Frage. Der Abteilungsleiter der TSG Verrenberg durfte Gastgeber für den Tura Untermünkheim II und den SV Tüngental sein und nicht Teilnehmer. Denn die Verrenberger holten sich den Titel in der Kreisliga B2. Lange war es ein Dreikampf mit der TSG Waldenburg und dem SC Bibersfeld, den die Verrenberger mit zwei Punkten Vorsprung vor Waldenburg für sich entscheiden. Nach 41 Jahren schaffte die TSG damit den Aufstieg in die Kreisliga A1.

"Vor Jahren wäre dies nicht für möglich gehalten worden", meint Lederer. Die Anspannung vor dem Saisonfinale gegen Schwabbach war groß gewesen. Mindestens einen Punkt brauchte die TSG noch. Lederer betonte mit Vorstand Hans Schmelzle in einer kurzen Rede vor dem Spiel, dass man unglaublich stolz auf die Mannschaft sei. "Denn egal wie das Spiel ausgegangen wäre, wurde eine klasse Saison gespielt", meint Lederer.

Im letzten Spiel gelang es der TSG, nicht zu verkrampfen

Schon in den Wochen davor war der Druck gestiegen. Die Mannschaft wollte das Ziel nun unbedingt erreichen und schaffte es auch, nicht zu verkrampfen. Gegen Schwabbach gelang ein souveräner 3:0-Erfolg. "Umso erleichterter und glücklicher sind wir nun, dass wir den direkten Aufstieg geschafft haben", sagt Lederer, der sehr froh ist, dass die TSG keine Relegation spielen musste. Er habe dies einmal erlebt und braucht diesen Nervenkitzel nicht mehr.

Aufstieg nach 41 Jahren: TSG Verrenberg nun in der A1
Die TSG Verrenberg feiert ausgelassen den Titelgewinn in der Kreisliga B2. Bis zum letzten Spieltag war es spannend gewesen. Die Verrenberger hatten schließlich zwei Punkte mehr als Waldenburg auf dem Konto. Fotos: privat  Foto: Privat

Die Waldenburger scheiterten dann auch knapp im Elfmeterschießen am TSV Zweiflingen, der den Klassenerhalt schaffte. In einem zweiten Relegationsspiel setzte sich dann Tüngental in Verrenberg mit 3:0 durch und sicherte sich den zweiten freien Platz in der A1.

Angefangen hat der Verrenberger Weg zur Kreisliga A1 im Sommer 2019. Da trafen die Verantwortlichen der TSG eine harte Entscheidung und trennten sich von der Spielgemeinschaft mit der TSG Bretzfeld. Nach und nach stellte Lederer mit seinem Team einen schlagkräftigen Kader zusammen. Die Corona-Pandemie verlangsamte die Ambitionen etwas, konnte sie aber nicht stoppen.

Zuhause kassierte Verrenberg nur vier Gegentore

In der abgelaufenen Saison gelangen dann 23 Siege bei drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Das Prunkstück war mit 23 Gegentoren in 28 Spielen die Abwehr. "Die Defensive gewinnt auch Meisterschaften", meint Lederer und verweist auf eine andere Tatsache: "Zuhause haben wir nur vier Gegentore bekommen - Wahnsinn."

Bei allem Einsatz zeigt sich Lederer auch als Teamplayer: "Grundsätzlich schafft man etwas Großes nur gemeinsam. Dazu gehören neben Spieler und Trainer viele Helfer vom Ausschuss, Techniker, Handwerker, Einkäufer und Verkäufer, die öfters im Hintergrund stehen, aber auch sehr wichtig sind für den Gesamterfolg. Wie bei einem Puzzle werden eben alle Teile gebraucht", sagt er.

Die Trainer waren das wichtigste Puzzleteil in der Erfolgsgeschichte

Aufstieg nach 41 Jahren: TSG Verrenberg nun in der A1
Starke Abteilungsleitung: Uli Lederer (links) und Lars Gebert.  Foto: Privat

Eine besondere Bedeutung hatte aber das Trainer-Duo Asmir Horozovic und Amir Ramic. "Sie waren dabei sicher die wichtigsten Puzzleteile", sagt Lederer. "Auch die Betreuer Wolfgang Schönburg und Torwarttrainer Simon Habart gehören dazu." Doch Lederer hebt auch seinen Stellvertreter Lars Gebert hervor, der selbst noch als Spieler auf dem Platz steht. "Auch wenn er mein Sohn sein könnte, kommunizieren wir auf Augenhöhe", sagt Lederer. "Es wird viel gesprochen, was der eine nicht kann oder tun möchte, macht dann einfach der andere. Es wird viel Wert auf die Gemeinschaft gelegt, die hier gelebt wird."

Und so war auch die Mentalität der Mannschaft ein wichtiger Faktor - auf dem Platz und auch außerhalb. "Die Jungs kennen sich teilweise seit der F-Jugend. Ein Beispiel ist unser Kapitän und Allrounder Sven Roßberg, den ich bereits in der F-Jugend trainieren durfte und ihm quasi das Kicken beigebracht habe", meint Lederer und grinst dabei. "Aber auch all die vielen neuen Spieler haben sich gut integriert und wurden alle sehr gut aufgenommen. Egal woher sie auch kamen. Es ist wie in einer großen Familie, auch da läuft es nicht immer gut, aber es wird sich bemüht."

Auch die Reserve gehört dazu

Bei all dem Erfolg vergaßen die Verrenberger Verantwortlichen auch die Reserve nicht. Diese holte die Vizemeisterschaft und war ebenfalls ein wichtiger Faktor. "Denn wir waren, beziehungsweise sind alle eine Mannschaft und das ist mitunter unsere Stärke", sagt Lederer. "Wir hatten einen breiten und guten Kader, deswegen wurden Ausfälle wegen Krankheit, Corona, dem Geburtstag des Meerschweinchens oder wegen was auch immer, gut kompensiert", nennt Lederer einen weiteren Erfolgsfaktor. Und genau an diesem Miteinander wollen Team und Verantwortliche nun auch in der Kreisliga A anknüpfen.

Vier Neuzugänge

In der Kreisliga A peilt die TSG Verrenberg nun den Klassenerhalt an. "Wir werden demütig bleiben und fangen nicht an zu spinnen. Das Team bleibt fast komplett zusammen und wird nochmals gezielt verstärkt", sagt Lederer. Als Neuzugänge stehen bis jetzt Benjamin Ramic, Denis Sefic (TSV Pfedelbach II), Goran Terzic (ASV Scheppach) sowie Michael Dietle (SC Michelbach/Wald) fest. Aus dem Trainerteam hat sich Amir Ramic verabschiedet. Somit wird Asmir Horozovic Cheftrainer und Marin Kartela sein spielender Co. mars

 
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