Wie sichtbar werden die Hoffenheimer Lerneffekte?

Fußball  TSG-Trainer Sebastian Hoeneß setzt beim Bundesligaspiel in Bielefeld auf Rückkehrer wie Ihlas Bebou und Pavel Kaderabek. Die Arminia hat viele Gemeinsamkeiten mit den Mainzern.

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Der Hoffenheimer Fußballlehrer Sebastian Hoeneß als gestenreicher Dirigent.

Foto: dpa

Hat ein Schüler eine Prüfung verhauen, so hilft es in Sachen Lernfortschritt ganz gewiss, eine ähnliche Aufgabe zeitnah zu meistern. An Mainz 05 ist TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende beim Heim-0:2 ja krachend gescheitert. Nun geht es am fünften Spieltag an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu Arminia Bielefeld. "Ihre Art und Weise ist schon ähnlich", sagt Sebastian Hoeneß über die Bielefelder. "Sie bringen den Ball schnell in die gegnerische Hälfte, um dann ihre Körperlichkeit ins Spiel zu bringen", analysiert Hoffenheims Trainer. Da sollte ein spielstarke Elf wie seine eigentlich Lösungen finden, Lerneffekte zeigen. Warum nun alles besser wird - und Sebastian Hoeneß dieses Mal nicht wieder "stocksauer" nach Erklärungen sucht?

Der 39-Jährige führte am Donnerstag bei der Pressekonferenz einige Argumente auf, die allerdings in den 90 Minuten auf der Bielefelder Alm erst mit drei Punkten welche auch in eigener Sache werden. Als da wären, die komplette Trainingswoche und die damit verbesserte Belastungssteuerung, "damit die Jungs auch körperlich und mental in der Lage sind, in so ein Spiel hineinzukommen". Besonders die Österreicher Florian Grillitsch und Christoph Baumgartner wirkten nach drei Länderspielen zuletzt überspielt.

Das Lob nach dem 2:3 in Dortmund als süßes Gift

Die vielen Länderspieleinsätze der Hoffenheimer Profis dürfen gegen Bielefeld nicht mehr als Erkläransatz herangezogen werden. Gegen Mainz fehlte es dem Kraichgauer Fachpersonal sichtbar an Frische in Kopf und Bein. "Um aggressiv zu spielen, musst du darin top sein", sagt Sebastian Hoeneß. Fuchsteufelswild machte ihn insbesondere die Art und Weise des ersten Gegentors, das Jacob Bruun Larsen mit einem Ballverlust einleitete. Das viele Lob für den starken Auftritt beim unglücklich-späten 2:3 in Dortmund wirkte zudem im Vorfeld der Mainz-Partie wie süßes Gift.

Taktisch haben die TSG-Profis "Dinge aufgenommen, die wir vor der Länderspielpause schon gut gemacht haben", führt Hoeneß aus. Das gebe "Hoffnung, die Power auf den Platz zu kriegen", wie es der Fußballlehrer formuliert. Er macht sie an "wichtigen Achsenspielern" fest, die nun körperlich weiter seien.

Nach überstandener Corona-Erkrankung wieder fit

Der TSG-Trainer nennt hierbei insbesondere Ihlas Bebou, der nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung in Bielefeld auf den Platz zurückkehren wird. "Die Frage wird sein, hauen wir ihn von Anfang an rein?", sagt Hoeneß. Der Mann aus Togo hat zwei komplette Trainingswochen hinter sich. "Er ist in meinen Gedanken voll eingeplant", sagt Hoeneß.

Zu den Achsenspielern und Startelf-Rückkehrern zählen für Samstag auch Pavel Kaderabek, Florian Grillitsch und Diadie Samassekou. Das Trio hat aus unterschiedlichen Gründen noch kein Spiel von Beginn an bestritten. Insbesondere Samassekou ist nach seiner Covid-Erkrankung körperlich immer besser beieinander. Er könnte Sebastian Rudy ersetzen, der mit Rückenproblemen kämpft. "Es geht darum, zu punkten", gibt Hoeneß die Devise vor. Er weiß, dass ihm ohne Punkte schnell die Argumente ausgehen. Vier Punkte nach vier Spielen sind nicht genug für die eigenen Ansprüche, aber aktuell noch gut genug für Rang neun.

Hoeneß: Wir wollen in der oberen Tabellenhälfte bleiben

Drei Partien in Bielefeld, gegen Wolfsburg und in Stuttgart stehen bis zur nächsten länderspielbedingen Ligapause an. "Wir sind in der oberen Tabellenhälfte, da wollen wir bleiben. Mindestens. Wir wollen Anschluss halten. Dafür brauchen wir nicht nur gute Leistungen wie zu Beginn der Saison, sondern auch Punkte", macht Hoeneß deutlich. Dafür müssen Lernfortschritte her.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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