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Wenn der VfB auf einen Stuttgarter trifft

Dass Tayfun Korkut seit Montag Trainer bei Hertha BSC ist, dem Bundesliga-Gegner des VfB Stuttgart an diesem Sonntag, sorgt für besonderen Wirbel.

Lars Müller-Appenzeller
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Wenn der VfB auf einen Stuttgarter trifft
Das ist schon eine Weile her: Tayfun Korkut am 26. September 2018 als Trainer des VfB Stuttgart im Spiel gegen RB Leipzig. Foto: dpa

Der Fußball dreht sich ab und an im Kreis, Trainerwechsel sorgen für besonderen Wirbel. "Immer wenn ein neuer Trainer kommt, schaut man sich die früheren Stationen an: Was sind seine Prinzipien, was für eine Ausrichtung hat er in den Pressekonferenzen angekündigt, wie möchte er gerne Fußball spielen lassen?", sagt Pellegrino Matarazzo, Cheftrainer des VfB Stuttgart. Trainer und ihr Team mögen es nicht, wenn der nächste Gegner ein paar Tage vor dem Spiel den Coach austauscht - so wie Hertha BSC am Montag. Das Spannende am Wechsel von Pal Dardai zu Tayfun Korkut: Beim Blick auf die Stationen des 47-jährigen Trainers landet Pellegrino Matarazzo immer wieder beim VfB Stuttgart, wo der gebürtige Stuttgarter zuletzt gearbeitet hat - einmal im Kreis gedreht.

Schwierige Wahrscheinlichkeits-Rechnung

Zum Kerngeschäft eines Fußballtrainers gehört es, den Erfolg der eigenen Mannschaft wahrscheinlicher zu machen. Deshalb ist die Kenntnis darüber, wie der nächste Gegner spielen wird, was er mag und was er nicht mag, wichtig. "Wir sprechen Wahrscheinlichkeiten aus. Nach einem Trainerwechsel ist es oft schwer einzuschätzen, wie der Gegner auftreten wird", sagt Pellegrino Matarazzo über die Vorbereitungen auf das Spiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen den Tabellennachbarn - die Berliner stehen mit 14 Punkten auf Platz 14, die Stuttgarter mit 13 Zählern auf Rang 15.

Tayfun Korkut soll nicht nur neue Euphorie bei der alten Dame Hertha entfachen, sondern der ehemalige türkische Nationalspieler soll auch dem spröden Fußball seines Vorgängers eine Frischzellenkur verpassen. Am Dienstag leitete Korkut das erste Training - drei Jahre hatte er vorher keine Mannschaft trainiert. Über 50 Spiele kam er bei keiner Profi-Trainerstation bisher hinaus. Für den VfB saß er 2018 für 22 Pflichtspiele auf der Bank. Auf wie viel VfB aus dem Jahr 2018 wird der VfB zum Jahresende 2021 treffen? Matarazzo versichert: "Wir sind auf alles vorbereitet." Es werde Phasen geben, in denen die Berliner draufgehen werden, aber man versuche, die Gäste in eine kompakte Grundordnung zu zwingen.

Die Vorbereitungen beim VfB liefen in dieser Woche nicht ganz rund. Denn die beiden defensiven Fachkräfte Waldemar Anton (Oberschenkel) und Atakan Karazor (Wunde am Fuß) sind mit Problemen aus dem vergangenen Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 herausgegangen. Doch das Wichtigste waren die drei Punkte und der Schwung, die der 2:1-Sieg eingebracht hat. Es war ein emotionales Spiel. Wegen der 25 000 Zuschauer im Stadion. Wegen der Rückkehr von Silas Katompa Mvumpa.

Stürmer Silas kann weiter nur ein Joker sein

Der VfB muss allerdings zum einen in den Geisterspielmodus wechseln. Seine Mannschaft versuche, auch ohne Zuschauer im Stadion emotional und erfolgreich Fußball zu spielen, so Pellegrino Matarazzo. Zum anderen kann der VfB auch am Sonntag nicht auf Langzeithilfe von Silas Katompa Mvumpa hoffen. "Er ist ein paar Minuten weiter" und sei deshalb aber noch kein Kandidat für die Startelf, sagt Matarazzo über den zuletzt acht Monate wegen eines Kreuzbandrisses fehlenden Stürmer.

Was dem VfB Stuttgart auch schon in dieser Trainingswoche gut getan hat, ist die Rückkehr von Abwehrspieler Marc Oliver Kempf (Oberschenkel-Probleme). Ob er den gegen Mainz als Torschützen erfolgreichen Kollegen Hiroki Ito aus der Startelf verdrängt? "Gesunder Konkurrenzkampf tut jeder Mannschaft gut, schiebt das Niveau in jeder Trainingseinheit hoch - es könnten auch beide spielen", sagt Pellegrino Matarazzo.

Auch Daniel Didavi (Erkältung) ist wieder voll im Training. Was das für die Wahrscheinlichkeiten rund um das Spiel des VfB Stuttgart bedeutet, das darf sich Tayfun Korkut ausrechnen.

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