Was sich bei der TSG Hoffenheim in Augsburg ändern muss

Fußball  Vor dem Auswärtsspiel in Augsburg am Samstag (15.30 Uhr) geht es beim Kraichgauclub um Haltungs- und Personalfragen. In der Offensive droht nicht nur Andrej Kramaric auszufallen.

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Ein Fingerzeig in die richtige Richtung? Nicht nur Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß will einen anderen Auftritt als zuletzt gegen Mainz sehen.

Foto: dpa

Zwei Wochen voller Bauchgrummeln, das ist nicht angenehm, wenn es an der nötigen Medizin mangelt. Erst recht, wenn sich der Auslöser klar identifizieren lässt. Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen sagte dieser Tage der "Augsburger Allgemeinen", dass es immer noch in ihm rumore aufgrund der ungenügenden Leistung gegen Mainz. Das Hoffenheimer 1:2 gegen den Abstiegskandidaten war einer, wenn nicht der spielerische Tiefpunkt dieser Saison. Ungenügend. Note sechs.

Rosen will ein anderes Gesicht sehen

Ob sich das Bauchgefühl durchs Hoffenheimer Auswärtsspiel beim FC Augsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) verbessert? Alexander Rosen hat klare Vorstellungen formuliert. Sie sind an die Mannschaft der TSG 1899, aber auch an den Cheftrainer adressiert. "So will ich uns nicht mehr spielen sehen. Ich habe die klare Erwartung, dass wir gegen den FC Augsburg ein anderes Gesicht zeigen."

Sebastian Hoeneß wählt andere Worte, die Ähnliches zum Ausdruck bringen sollen. "Entscheidend ist, dass wir eine andere Haltung, ein anderes Aggressivitätslevel an den Tag legen", sagt der 38-Jährige. "Das sind Basics, die man gegen Augsburg auf den Platz bekommen muss."

Das Problem: Grundlagenarbeit war zuletzt nicht möglich. Dafür mangelte es an der Präsenz der Nationalspieler. Gleich 13 an der Zahl fehlten zuletzt. "Sicherlich kein Vorteil", sagt Sebastian Hoeneß. "Die Augsburger hatten nur drei Abstellungen, da kann sich jeder selbst ausmalen, was das in der Vorbereitung auf so ein Spiel bedeutet. Aber es ist halt so." Haltung thematisieren, das geht auch als Distanz-Fußballlehrer. Hoeneß führte viele Einzelgespräche, stand mit den Nationalspielern per Whatsapp in Kontakt. Das Ziel: "Die Jungs bei der Ehre packen", wie es Hoeneß formuliert.

Wurde das Ende aller Abstiegssorgen zu früh ausgerufen?

30 Punkte sind auf dem Konto, nach dem 2:1 gegen Wolfsburg Anfang März hatte der TSG-Trainer noch verkündet, dass man nun nicht mehr nach unten schauen müsse. Ein Trugschluss? Folgt nun die dritte Niederlage in Serie, hat sich diese Aussage endgültig überholt. Sich zu früh in Sicherheit zu wiegen, das ist schon manchem Team im Abstiegskampf zum Verhängnis geworden. "Wir müssen punkten und dann in eine Situation kommen, dass wir die Saison sorglos beenden", sagt Hoeneß.

War zuletzt die Abwehr personelles Notstandsgebiet, drohen nun in der Offensive Engpässe. Andrej Kramaric knickte bei der kroatischen Nationalmannschaft um, nicht zum ersten Mal bremsen ihn Sprunggelenksprobleme. "Es ist nichts Beängstigendes, aber es wiederholt sich. Ich hatte schon mehrmals eine solche Situation", äußerte sich der TSG-Topstürmer in kroatischen Medien. Immerhin kehrt Kramaric als verheirateter Mann aus der Heimat zurück. Ishak Belfodil zwickt es im Rücken, bei Israeli Munas Dabbur stellt sich die Frage, ob er rechtzeitig freigetestet werden kann. Christoph Baumgartner stand für Österreich drei Mal 90 Minuten auf dem Spielfeld. Sargis Adamyan brachte Oberschenkelprobleme aus Armenien mit. Weil auch Marco John (Hüftbeuger) und Kevin Vogt (Wade) in Zuzenhausen mit Blessuren zu kämpfen hatten, steht Hoeneß vor Puzzleaufgaben.

 


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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