Was Hoffenheims Trainer Hoeneß den Geburtstag verhagelt hat

Fußball  Beim letzten Auswärtsspiel in dieser Bundesligasaison in Bielefeld an diesem Samstag muss Hoffenheim auf wichtige Leistungsträger wie Oliver Baumann und Christoph Baumgartner verzichten.

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Am Samstag noch jubelte Christoph Baumgartner über sein Tor zum 3:2 gegen Schalke 04. Nun hat er sich im Training verletzt und fällt aus.

Foto: dpa

Wer daran gezweifelt hatte, dass die Hoffenheimer Profis ihrem Trainer nicht exakt zuhören, der wurde am Mittwoch eines besseren belehrt. Sebastian Hoeneß forderte da - sicherlich nicht zum ersten Mal - von seiner Mannschaft, im Saisonfinale durchzuziehen.

Sportlich geht es für den Tabellenelften im Niemandsland der Tabelle noch um sechs Punkte, aber eben nicht um den Klassenerhalt wie für die Gegner in Bielefeld am Samstag (15.30 Uhr/Sky) oder Hertha BSC am 34. Spieltag.

Die Spieler haben ihren Trainer falsch verstanden

Wie sie durchziehen können, das demonstrierten die TSG-Profis ihrem Trainer, als sie an seinem 39. Geburtstag für ihn Spalier standen. Das hat beim Kraichgauclub Tradition. Der Jubilar erhält dabei den ein oder anderen Klaps. Männer unter sich halt. "Das mit dem Durchziehen hat der eine oder andere falsch verstanden. Darauf war das nicht bezogen", erzählte Sebastian Hoeneß am Tag nach seinem Geburtstag.

Dabei war dieser "walk of pain", wovon Hoeneß sprach, gar nicht mal das Schmerzhafteste am Mittwoch. Christoph Baumgartner knickte am Dienstag im Training mit dem Sprunggelenk nach innen. Eine Untersuchung im MRT zeigte dann schnell, dass die Verletzung doch gravierender ist. "Das hat mir tatsächlich den Geburtstag kurzfristig verhagelt", sagte Hoeneß.

Denn für den 21-jährigen ist die Saison vorzeitig beendet. Eine Saison, in der sich Baumgartner endgültig vom Talent zum Leistungsträger entwickelte. Ob auch die EM für den österreichischen Nationalspieler in Gefahr ist? "Er hat gutes Heilfleisch. Wir sind optimistisch, dass er rechtzeitig fit wird", sagte Hoeneß am Donnerstag.

Hoeneß ist noch in der Bringschuld

Geschenke gab es am Mittwoch, dem Tag des Einzugs ins Quarantäne-Hotel Sinsheim an der A6, aber trotzdem. Zwei, drei kleine Präsente des Trainerteams erfreuten das Trainerherz, von seinen Spielern gab es ein kleines Ständchen. "Ich bin noch in der Bringschuld", sagte Hoeneß in Sachen Geburtstagsessen für alle.

Apropos Spendierhosen: Motivierende Prämien-Angebote der Bielefelder Konkurrenz aus Bremen, Augsburg oder Köln haben Hoeneß noch nicht erreicht. Die braucht es auch gar nicht. So soll die positive Serie mit neun Punkten aus fünf ungeschlagenen Partien fortgesetzt werden. "Wir haben da eine Trendwende geschafft", sagte Hoeneß nicht ohne Stolz. Eine Wende, die dafür gesorgt hat, "dass wir im Quarantäne-Hotel keinen einzigen Gedanken ans Thema Klassenerhalt verschwenden müssen", wie es Hoeneß ausdrückte. Das ist bei den nächsten beiden Gegnern aus Bielefeld und Berlin sicher noch der Fall.

Hoeneß verspricht: Es gibt keine Experimente

Deshalb sei man sich der Verantwortung im Abstiegskampf durchaus bewusst. "Es gibt keinen Grund, nachzulassen. Es wird keine Testläufe geben", sagte Hoeneß und versprach, auf die bestmögliche Elf zu setzen und auf Experimente zu verzichten. Dabei lässt sich das mit Blick auf die Personalsituation kaum verhindern.

Neben Christoph Baumgartner fehlt noch ein "Baum" aus der Hoffenheimer Stamm-Elf. Auch Oliver Baumann verpasst die zwei letzten Spieltage aufgrund einer Schambeinentzündung. Für ihn wird Philipp Pentke in Bielefeld und gegen Berlin das Tor hüten, der sich als ältester Keeper der Liga mit 36 Jahren diese Chance verdient hat. "Er ist wichtig für die Mannschaft", sagte Hoeneß über seine Nummer zwei. Weil auch Innenverteidiger Chris Richards fehlt, ist in Gabriel Haider ein Debütant neu im Kader. Der 18-jährige Österreicher überzeugte zuletzt in der U23-Regionalliga-Elf. Auf Joshua Brenet verzichten die Hoffenheimer im Saisonendspurt, der Rechtsverteidiger spielte schon die ganze Saison keine Rolle und wurde vom Quarantäne-Trainingslager freigestellt.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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