Warum im Verbandliga-Derby der Platz brennen soll

Fußball  Der VfB Eppingen hat gegen den FC Zuzenhausen und nach dem mageren 1:1 zuletzt gegen Weinheim einiges wieder gut zumachen. Vor drei Wochen gab es ein 0:3 im Verbandspokal.

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Der VfB Eppingen muss im Derby auf Binak Elshanaj (links) verzichten: Der Innenverteidiger der Kraichgauer muss nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Weinheim nun gegen Zuzenhausen zuschauen.

Foto: Klaus Krüger

Florian Kradija hat inzwischen ein gutes Auge dafür, wann eine Entwicklung droht, in die falsche Richtung zu gehen. Der Außenverteidiger gehört zu den älteren, vor allem aber erfahrensten Spielern des VfB Eppingen, ist als stellvertretender Kapitän diese Saison zum schlechten Gewissen des Verbandsligisten geworden. Der 30-Jährige hebt den Finger und mahnt, wenn andere noch glauben, dass es läuft. Nach der famosen Leistung und dem 3:0 des VfB zum Auftakt beim SV Waldhof Mannheim II bemängelte Kradija in der Analyse im Training hinterher die Chancenauswertung. Beim dürftigen 1:1 gegen Weinheim knöpfte er sich seine Teamkollegen nach Abpfiff noch auf dem Platz vor.

Das Spiel als Spiegel der Trainingsleistungen

"So wie wir trainieren, spielen wir auch", machte Kradija seinem Unmut über das Abschlusstraining Luft. Das hatte in der Vorwoche nicht die Qualität, die es braucht. In der Folge waren eine Reihe VfB- Spieler im Spiel mit dem Kopf nicht bei der Sache. "Und dann kannst du kein dominantes Spiel aufziehen", sagt Trainer David Pfeiffer.

Mit Blick auf das Derby Freitagabend beim FC Zuzenhausen (19.30 Uhr) mahnte Kradija schon einmal an, dass es in der neuen Trainingswoche doch bitte von Anfang anders laufen müsse. "Der Platz muss die ganze Woche über brennen", sagte er. Dieses Derby sei schließlich ein Highlight. Zumal es nach einer Verlegung zum Flutlichtspiel wird. "Ich war Gott froh, als die Anfrage kam", sagt der Außenverteidiger.

Nicht schon wieder Punkte liegenlassen

Florian Kradija ist heiß, erwartet es auch von den anderen. "Wir müssen geil auf dieses Spiel sein." Denn noch einmal will er keine Punkte liegen lassen. Und: Nicht wieder in Zuzenhausen verlieren. Im Achtelfinale des Verbandspokals vor drei Wochen war der VfB nach einer miesen Leistung glatt mit 0:3 ausgeschieden. Eine Schmach. "Diese Niederlage hat die Eppinger richtig geärgert, das werden sie sich nicht ein zweites Mal gefallen lassen", schätzt FC-Trainer Steffen Schieck. Er rechnet mit einem giftigen Gegner, der über ein hohes Pressing Wiedergutmachung will. Ob das dem auf Umschaltsituationen spezialisierten FC Zuzenhausen nicht entgegenkomme? "Wir müssen noch überlegen, wie wir das taktisch angehen wollen. Vielleicht überraschen wir den Gegner ja auch", sagt Schieck.

Eine böse Überraschung würden die Eppinger diesmal gerne vermeiden. Für Pfeiffer hängt das in erster Linie davon ab, welches Gesicht sein Team zeigt: das gute vom Waldhof-Spiel. Oder doch das schlechte aus den Partien gegen Zuzenhausen oder Weinheim. Der starke Auftritt beim Waldhof war damals eine Reaktion auf das Pokal-Aus in Zuzenhausen. Eine Reaktion im doppelten Sinne soll jetzt folgen: Auf das 1:1 gegen Weinheim - und das 0:3 im Pokal. Quasi als Revanche. David Pfeiffer weiß: "Zeigen wir wieder die gleiche Reaktion, muss Zuzenhausen aufpassen."

Nur mit 100 Prozent ist etwas drin.

Umgekehrt gilt dafür: "Wenn wir nicht von Anfang an voll fokussiert sind, geht es in die Hose." Das gelte umso mehr in dem meist sehr offenem 4-3-3 des VfB, findet sein stellvertretender Kapitän. "Wenn wir es nicht zu 100 Prozent umsetzen, kriegen wir gegen jeden Gegner Probleme." Wobei sein Trainer zu Bedenken gibt, dass das für jede taktische Formation gilt. "Taktik funktioniert nur dann, wenn man sie auch mit Leben füllt", sagt David Pfeiffer. Genau das hat der VfB vor - Florian Kradija wird mit ein Auge darauf haben.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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