Vor der Enttäuschung stand beim SV Adelshofen die Überraschung

Fußball  Der Sinsheimer Fußball-A-Ligist SV Adelshofen hat in der abgebrochenen Saison eine wundersame Wandlung hingelegt. Dahinter steckt ein einfacher Plan.

Von Christian Holz
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Alles im Griff: An Niklas Beck (rechts) ist in dieser Szene kein Vorbeikommen. DIe Adelshofener haben sich in der abgebrochenen Saison in der A-Klasse von einer grauen Maus zu einem Topteam gemausert.

Foto: Klaus Krüger

Lange ist er her, dieser siebte Spieltag der abgebrochenen A-Ligasaison. Dennoch ist er präsent bei Andreas Hettler, dem Spielausschussvorsitzenden des SV Adelshofen. Der 18. Oktober hätte ein Meilenstein für den SVA in der Saison werden können, brachte er doch mit dem 3:2 beim Meisterschaftsfavoriten FVS Sulzfeld die Tabellenführung, die kurz darauf aber wegen eines Spiels weniger an Türkspor Eppingen verlor.

Keine Krönung für die gute Arbeit

"Keiner hätte gedacht, dass das bereits das Ende sein sollte", meint Hettler, der dem Team auch im weiteren Verlauf die Verteidigung eines Spitzenplatzes zugetraut hätte - zumal man bereits früh bis auf Eschelbach auf alle vermeintlichen Spitzenteams getroffen war. So blieb zumindest zunächst eine Krönung der intensiven Arbeit samt Erstellung eines Zukunftskonzepts für den Adelshofener Fußball unvollendet.

"Wir waren maßlos enttäuscht über den Abbruch. Aber zuvor sehr überrascht, wie schnell sich unsere Ideen in Erfolg niederschlugen." Die Ideen basierten vor allem auf einer Rückholaktion ehemaliger Jugendspieler, die dem SVA einst in Ermangelung einer Besetzung älterer Jugendspielklassen den Rücken gekehrt hatten.

Diesen Plan verfolgen sicher viele Vereine im Fußball-Kreis. Aber warum war der SVA mit 17 Neuverpflichtungen, die letztjährigen A-Jugendspieler eingeschlossen, damit so erfolgreich?

Die Überzeugungsarbeit hat viel Zeit gebraucht

"Zeit, sehr viel Zeit" habe man zur Überzeugung gebraucht, sagt Hettler, schließlich war Adelshofen seit dem Aufstieg in die A-Klasse zur Saison 2016/17 sportlich sicherlich keine Topadresse. Nur einmal hielt sich der Verein aus dem Abstiegskampf heraus und schloss 17/18 als Tabellenneunter ab.

Mitentscheidend für den Sprung von Rang 13 in der ebenfalls abgebrochenen Vorsaison auf eins "war natürlich die Trainerentscheidung", sagt Hettler. Zu Stande gekommen war der Kontakt über Ex-Trainer Steffen Gruidl, der mit dem jetzigen Trainer Dustin Weißbeck zwei Vorbereitungsspiele mit dessen früherem Verein Spfr Stockheim vereinbart hatte.

Weißbeck ist ein begeisterungsfähiger Coach

"Mit Dustin konnten wir einen begeisterungsfähigen Coach gewinnen, der uns auch auf dem Platz Ordnung und Stabilität gibt", sagt Hettler. Der Angesprochene gibt das Lob gerne zurück: "Es ist nicht üblich für einen Trainer, gleich im ersten Jahr beim neuen Verein eine solche Steigerung in der Tabelle zu erreichen." Dazu brauchte es gute Vorarbeit, derer, die Verein und Liga bereits kennen. "Vieles stand allerdings auf des Messers Schneide. Ich bin nach meiner Verpflichtung zu den Gesprächen dazugestoßen und gemeinsam konnten wir einen nach dem anderen an Bord holen", sagt Weißbeck.

Zu Gute kamen dem Trainer dabei seine Erfahrungen im Jugendbereich in Brackenheim und Güglingen, was die Art der Ansprache und später das Training für die überwiegend jungen Spieler anging. Vom sportlichen Mitwirken Weißbecks profitiert vor allem die in den letzten Jahren doch kränkelnde Offensive.

Neben fünf eigenen Treffern ist es auch die Vorarbeit für andere: So stellte Adelshofen mit Tobias Ebert den besten Torschützen in der Liga und auch die 27 Treffer des Teams waren Liga-Bestwert.

Trainer lobt die Mentalität seiner Mannschaft

Das alles ist freilich bedeutungslos geworden, aber wie geht der Verein damit um, der seine beste Saison seit langem spielte? Weißbeck klingt nicht enttäuscht: "Ich wusste natürlich nicht genau, was mich erwartet. Aber als Trainer wünscht du dir eine solche Konstellation: großer Konkurrenzkampf, gepaart mit sehr guter Mentalität. Ich blicke nach vorne und möchte mit meiner Mannschaft den guten Eindruck aus dieser Runde bestätigen." Allerdings dürfte der SV Adelshofen den Überraschungseffekt verloren haben.


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