Voller Vorfreude zurück ins Geschehen

Fußball  In der ersten Runde des badischen Pokals stehen am Sonntag fünf Sinsheimer Vertreter nach langer Pause vor den ersten Pflichtspielen.

Email

Es geht wieder los: Nach bald fünfmonatiger Pause stehen für einen Teil der Fußballer aus dem Raum Sinsheim die ersten Pflichtspiele an. Zum Auftakt des Verbandspokals sind fünf Teams gefordert – zwei davon treffen direkt aufeinander. Die Vorfreude ist groß. Alle Partien sind für Sonntag, 17 Uhr, angesetzt. Ein Überblick.

Spvgg 06 Ketsch – VfB Eppingen

Der VfB Eppingen um Till Schweizer (Mitte), der von der eigenen Jugend zum Verbandsliga-Team kam, nimmt den Pokal und auch Ketsch ernst.

Ein Athletik-Test Anfang der Woche hat David Pfeiffer bestätigt, was in den ersten beiden Tests schon zu sehen war: "Die Jungs sind fit, haben in der Pause was gemacht", sagt der Trainer des Verbandsligisten. Trotzdem gingen die Duelle mit den Oberligisten Astoria Walldorf II (0:1) und CfR Pforzheim (0:3) glatt verloren. Das ändert nichts daran, dass gegen Ketsch der Einzug in Runde zwei gelingen soll. "Wir wollen unbedingt", sagt Pfeiffer, der den Verbandspokal sonst immer als willkommenen Test ansieht. Diesmal nicht.

Den Kraichgauern sind Testgegner weggebrochen. "Wenn wir nicht weiterkommen, müssen wir gucken, wie wir es machen", meint der ambitionierte Trainer. Als ein inzwischen gestandener Verbandsligist sei man gegen den Landesligisten Favorit. "Aber wir haben vor zwei Jahren gesehen, dass das schnell in die Hose gehen kann." Da benötigte Eppingen in Ketsch die Verlängerung, um weiterzukommen. Dazu kommt, es ist recht früh in der Vorbereitung und der Unterschied sei nicht so groß. Und Ketsch hat schon auf sich aufmerksam gemacht: "Die haben in der Woche mit Sandhausen II einen Oberligisten 4:3 geschlagen." Umso mehr nehme er die Aufgabe ernst.

Dennoch steht am Samstag zuvor ein weiterer Test an: Mit dem FSV 08 Bissingen kommt der nächste Oberligist nach Eppingen (11 Uhr). Ein Highlight, findet Pfeiffer. Der Kader sei groß genug, dass am Wochenende kein Spieler zwei Mal 90 Minuten spielen müsse und werde.

TSV Kürnbach – TSG 91/09 Lützelsachsen

Seit inzwischen drei Wochen steckt Landesligist Kürnbach in der Vorbereitung. Um die Mannschaft in Ruhe kennenzulernen zu können, bat der neue Spielertrainer Andreas Macelski seine Spieler am 13. Juli zum Trainingsauftakt. Und der 37-Jährige ist zufrieden: "Die Beteiligung ist hoch, die Jungs ziehen gut mit." Das spiegelte sich auch im bisher ersten und einzigen Test wider: Gegen Landesligist FV Hambrücken spielte Kürnbach 1:1. "Es war eine gute Leistung von uns, vor allem das hohe Tempo war nach der langen Pause schon erfreulich", sagt Macelski. Erfreulich war auch, dass der Gegentreffer aus einem Elfmeter und eben nicht aus dem Spiel heraus entstand.

Dazu kommt, dass Marius Steinmetz, der seinem Team in der abgebrochenen Saison lange Zeit gefehlt hatte, getroffen hat. Auf seine Treffer ist Kürnbach angewiesen, er soll am besten gleich gegen die TSG Lützelsachsen nachlegen. Macelski hat sich informiert, weiß, dass der Landesliga-Aufsteiger mit einer jungen, hungrigen Mannschaft kommt. "Bei uns freut sich jeder auf das Spiel, die Spieler, das ganze Umfeld." Im Test gegen Hambrücken kamen fast die erlaubten 100 Zuschauer – am Sonntag werden es vielleicht mehr. "Alle sind auf Entzug", sagt Macelski, der eine Runde weiterkommen mag.

TSV Neckarbischofsheim – TSV Steinsfurt

Voller Vorfreude zurück ins Geschehen

Auf das erste Pflichtspiel nach langer Pause, zumal noch gegen Nachbar Steinsfurt, freuen sich Spielertrainer Oliver Mahrt und der TSV Neckarbischofsheim. Einen Favoriten gibt es in dem Duell nicht.

Fotos: Klaus Krüger

Ein Derby, dazu zweier Ligakonkurrenten im Verbandspokal? In Runde eins? Neckarbischofsheim und auch der TSV Steinsfurt könnten mit dem Los hadern, die beiden Trainer aber sind davon weit entfernt. "Ein schöner Zufall", sagt Steinfurts Christian Stumpf. Und Oliver Mahrt sagt, dass sein Team "voller Vorfreude auf dieses Kräftemessen" sei. Einen Favoriten kann "Bischesses" Trainer nicht erkennen. "Steinsfurt kommt als Aufsteiger mit breiter Brust und hat sich sehr gut verstärkt. Das wird ein Duell auf Augenhöhe." Seit eineinhalb Wochen sind die Gastgeber im Training, gehen ohne Testspiel in dieses Pokalduell. "Wir wissen noch nicht, wo wir stehen", sagt Mahrt.

Da weiß Steinsfurt schon mehr – das 4:0 unter der Woche bei Bezirksligist Neckarsulmer Sport-Union II, bei dem Co-Trainer Julian Keitel bereits wieder zwei Mal traf, ist ein Fingerzeig. "Das war gut", sagt Stumpf. Sein Team hätte gut gegen den Ball gearbeitet, gut verschoben. Kleiner Wermutstropfen: "Wir hätten höher gewinnen können." Macht diese gelungene Generalprobe den TSV zum Favoriten am Sonntag? "Nee, so weit sind wir nicht." Ohnehin soll das Duell niemand überbewerten. "Von uns beiden ist noch keiner bei 100 Prozent." Interessant dürfte es dennoch werden, die Steinsfurter wollen alles raushauen. Zumal viele Zuschauer ihr Kommen angekündigt haben.

FVS Sulzfeld – VfB St. Leon

Voller Vorfreude zurück ins Geschehen

Tarek Alokhadar (vorne) ist mit Sulzfeld gegen St. Leon nur Außenseiter.

Zusammen feiern können sie schon, das haben Philipp Müller und seine Jungs bereits rausgefunden. Seinen Einstand hat der neue Spielertrainer des FVS Sulzfeld zu Beginn der Vorbereitung auf die neue Saison in der A-Klasse gegeben – er ist hellauf begeistert. "Das ging bis in die frühen Morgenstunden", sagt der 38-Jährige. Dass sie in dieser Konstellation auch zusammen kicken können, das muss das Team noch beweisen. Müller hat daran keine Zweifel, sieht im 2:0-Sieg im bislang einzigen Test gegen den Unterländer Kreisliga-Vertreter Güglingen ein Indiz. "Wir haben technisch beschlagene Einzelspieler, aber konditionell haben wir Luft nach oben", erzählt Müller. Seine Sulzfelder hätten mehr Tore machen müssen. "Wichtig war mir aber, dass die hinten Null steht."

Gelänge das auch am Sonntag gegen den VfB St. Leon, käme das wohl einer Sensation gleich. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Überraschung. "Aber im Fußball ist alles möglich, erst recht im Pokal", meint Müller. "Wir wollen am Sonntag was reißen." Aber nicht mit offenem Visier, sondern über Konter. Vor allem über die schnellen Außen, die Tobias Zakel, der von Verbandsligist VfB Eppingen gekommen ist, im Sturmzentrum bedienen sollen. Scheiden die Sulzfelder aus, wäre es gegen einen guten Landesligisten kein Drama. "Dann hatten wir auf jeden Fall einen guten Test", sagt Müller.

Früher kommen

Pünktlich zur ersten Runde im Verbandspokal sind zwar wieder mehr Zuschauer zugelassen – die Hygiene- und Abstandregeln aber haben nach wie vor Gültigkeit. Weil die Vereine die Corona-Vorschriften zwingend einhalten müssen, bitten alle Gastgeber die Zuschauer, früher als üblich zum Sportplatz zu kommen. Das gilt insbesondere für das Derby Neckarbischofsheim gegen Steinsfurt, weil durchaus mehr Andrang zu erwarten sei. 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

Kommentar hinzufügen