VfB: Weg vom Abstiegs-Relegationsplatz in der Heimtabelle

Fußball  Die auswärts so immens starke Stuttgarter Aufsteiger-Truppe wartet im eigenen Stadion noch auf den ersten Bundesliga-Sieg. Das soll sich gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr) ändern.

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Borna Sosa (rechts) im Duell mit dem Wolfsburger Bartosz Bialek.

Foto: dpa

Schönheit steht über allem. Das klingt gut, ist allerdings falsch, denn die Bundesliga ist kein Model-Wettbewerb. Aber Schönheit schadet auch nicht. Im Profifußball geht es um Tore, Siege, Punkte. Harte Fakten. Aber es gibt auch weiche Faktoren, um das Gute vom Schlechten zu trennen.

Die Schönheit des Spiels ist eine Ausdrucksform von Können. Den Klassenerhalt garantiert sie dem VfB Stuttgart nicht, doch wenn der "Spiegel" nach dem 4:1-Sieg in Augsburg in einer Online-Überschrift schwärmt: "Kempfs 50-Meter-Pass ist schöner als alle Tore", dann zeigt sich zumindest, dass VfB-Innenverteidiger Marc Oliver Kempf ein richtig guter Fußballer ist, der den Kopf nicht nur für Abwehr-Luftzweikämpfe braucht, sondern auch eine beträchtliche Portion Spielintelligenz darin versammelt hat. Kempfs überragender Pass auf Borna Sosa leitete in Augsburg das 2:0 durch Silas Wamangituka ein.

Die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen

Schön war der Angriff. Und erfolgreich auch. So soll es weitergehen. Jetzt endlich auch mit voller Punkteausbeute zu Hause. Denn der Aufsteiger VfB hat zwar mit 17 Punkten aus acht Spielen und famosen 21:9 Toren Platz eins in der Bundesliga-Auswärtstabelle inne, aber in der heimischen Mercedes-Benz-Arena wurden von 21 möglichen Zählern nur kümmerliche vier geholt. Das bedeutet im Ligavergleich Rang 16.

Sieben Heimspiele ohne Sieg lassen die Auswärtsmacht VfB auf dem Abstiegs-Relegationsplatz dastehen. Das soll sich am Samstagabend (18.30Uhr/Sky) ändern. Dann will Pellegrino Matarazzos Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach die Liga-Serie der Erfolglosigkeit beenden. Im Pokal gab es ja schon ein Jubelerlebnis für die Stuttgarter, das 1:0 gegen den SC Freiburg direkt vor Weihnachten.

Wäre der VfB mit Fans heimstärker?

Borna Sosa, der linke Außenbahnspieler, hat gerade erst bei VfB-TV gewitzelt: "Spätestens wenn die Fans wieder ins Stadion dürfen, müssen wir auch wieder Heimsiege holen." Doch die Zuschauer werden angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen noch lange draußen vor den verschlossenen Stadiontüren bleiben müssen. Vielleicht bis Ostern. Vielleicht sogar noch länger. Es wäre also angebracht, schon jetzt die Heimbilanz zu verbessern. Auch wenn die Gladbacher ein Champions-League-Team sind und zuletzt den FC Bayern mit 3:2 geschlagen haben.

"Wenn wir am Samstag die drei Punkte mitnehmen wollen, müssen wir ein perfektes Spiel abliefern und unsere Stärken wie Schnelligkeit und Konterangriffe ausspielen", sagte Borna Sosa. "Wir spielen einen sehr guten Fußball. Wir spielen einen Fußball, den ich liebe. Das ist schneller Offensivfußball - und das ist genau mein Fußball. Ich freue mich auf jedes Spiel." Schönheit ist nicht das Allerwichtigste, aber eben doch von Bedeutung.


Andreas Öhlschläger

Andreas Öhlschläger

Sportredakteur

Andreas Öhlschläger ist seit 2000 Sportredakteur bei der Heilbronner Stimme.

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