VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo will gegen Borussia Mönchengladbach auf neuem Geläuf den ersten Heimsieg

Fußball  Der VfB Stuttgart wartet vor dem 16. Spieltag noch immer auf einen Erfolg in der Mercedes-Benz-Arena. Mutig, offensiv und auf einem neuen Rasen soll die Heimschwäche gegen Gladbach ein Ende finden.

Email

Demonstrieren auch beim Jubeln Geschlossenheit: Die Spieler des VfB Stuttgart schossen zuletzt beim Sieg in Augsburg vier Tore.

Foto: imago images/Sven Simon

Souverän ist, wenn man auf ein Reizthema gut gelaunt, ausführlich und mit einem Scherz reagiert. Pellegrino Matarazzo ist immer sehr gut vorbereitet. Auf den nächsten Gegner des VfB Stuttgart, auf die Pressekonferenzen davor und danach. Die Antwort auf die Frage, ob der Cheftrainer des Aufsteigers seine Mannschaft vor dem Heimspiel an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach ins Hotel schickt, ist die längste in der 35-minütigen digitalen Medienrunde am Freitag - weil sie eine lange Vorgeschichte hat: Der VfB Stuttgart hat in dieser Bundesligasaison noch kein Heimspiel gewonnen, vier Mal remis gespielt, drei Mal verloren. "Vielleicht sollten wir überlegen, ob wir auch einen Tag vor Heimspielen ins Hotel gehen", hatte Matarazzo deshalb nach dem 4:1-Auswärtssieg gegen den FC Augsburg am vergangenen Sonntag gesagt.

Krasser Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsbilanz

"Es war ja klar, dass die Frage kommt", sagte Pellegrino Matarazzo und grinste - passend zu seinem nicht ernst gemeinten Hotel-Spruch. Er mache sich nach jedem Spiel Gedanken. Und Fakt sei nun einmal, dass seine Mannschaft als Tabellenzehnter mehr Punkte auswärts (17) geholt habe als zu Hause (vier), was bei anderen Mannschaften ähnlich sei. Aber: "Das ist ein krasser Unterschied bei uns. Woran liegt"s? Am Gegner? An dessen Ausrichtung? An der Tagesform?" Die Gegner in Heimspielen seien durchschnittlich auf dem achten Tabellenplatz gestanden, in Auswärtsspielen durchschnittlich auf dem elften. Kurzum: "Das spielt alles keine Rolle."

Pellegrino Matarazzo führte weiter aus, dass die vom gleichen Problem geplagten Kollegen von Werder Bremen überlegten, eine andere Route mit dem Bus zu fahren - bei Heimspielen wohlgemerkt. "Vielleicht setzt es eine gewisse Energie frei, wenn wir im Kreisverkehr vor dem Stadion richtig schnell ein paar Runden drehen", scherzte Matarazzo, um bei diesem Thema einen vorläufigen Schlusspunkt zu setzen: "Im Fußball gibt es eine große Box, die heißt: Zufall!" Und da seien Dinge drin, die sich einfach nicht erklären ließen. "Ich hoffe, dass die Diskussion bald ein Ende hat."

150.000 Euro für einen neuen Rasen

Es gibt aber tatsächlich einen neuen Reiz, der für den Unterschied sorgen könnte: In der Mercedes-Benz-Arena ist diese Woche der Rasen ausgetauscht worden - der viel versprechende Neuzugang hat 150.000 Euro gekostet, ist ein echter Naturbursche und soll seinen holprigen Vorgänger schnell vergessen machen. Der grüne Teppich ist ausgerollt. Es könnte ein großartiges, attraktives Fußballspiel werden - glaubt auch Pellegrino Matarazzo: "Wir wollen Spiele immer offensiv und mutig angehen, auch gegen die Gladbacher."

Die sind Tabellensiebter und haben einen Lauf, zuletzt drei Spiele gewonnen, jüngst den FC Bayern München geschlagen. "Das wird eine absolute Herausforderung für uns", sagt Pellegrino Matarazzo, der von den Gladbachern mit ihrer Offensivpower und dem rochierenden Mittelfeld geradezu schwärmte. Dass auch Gästetrainer Marco Rose den VfB gerne spielen sehe, "freut mich", sagte Pellegrino Matarazzo. Aber noch mehr dürfte ihn freuen, wenn der VfB Stuttgart in der Liga endlich den ersten Heimsieg holt - selbst wenn es reiner Zufall wäre.

Wiedersehen am 3. Februar

Das DFB-Pokal-Spiel des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach wird am 3. Februar (20.45 Uhr) ausgetragen - und live in der ARD gezeigt. Den Termin teilten die Schwaben am Freitag mit. Das Duell ist eines von nur zwei Bundesliga-Duellen in den Achtelfinalpartien, von denen die erste Hälfte am 2. Februar ausgetragen wird. Ebenfalls am 3. Februar (18.30 Uhr) empfängt der VfB Wolfsburg in einer Erstliga-Begegnung Schalke 04. 


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

Kommentar hinzufügen