VfB Stuttgart vor dem Schalke-Spiel: Und der dritte Streich, der folgt sogleich?

Fußball  Pellegrino Matarazzo kann die neu gewonnene Auswärtsstärke seines VfB nicht erklären. Am Samstag gibt es beim Auswärtsspiel bei Schalke 04 auch ein Wiedersehen mit Michael Reschke.

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Ein Trainer-Herz und eine Sportdirektoren-Seele: Pellegrino Matarazzo (links) umarmt hier Sven Mislintat. Die beiden haben gerade gut lachen.

Foto: Archiv/dpa

Am Samstag ist ja Halloween. Der gruseligste Tag des Jahres. Für den FC Schalke 04 ist das ganze Jahr 2020 schon eins zum Schaudern, voller Schreckensergebnisse und -erlebnisse. Am 17. Januar, zum Rückrundenauftakt, glückte ein 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Seither war nix Süßes mehr dabei, es setzte eigentlich nur noch Saures. Ob das auch an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) zum Start in den 6. Bundesligaspieltag der Fall ist, wenn der VfB Stuttgart in der leeren Schalker Arena antritt?

Schalke hat 2020 exakt so viele Punkte geholt wie der VfB als Aufsteiger in den ersten fünf Bundesligaspielen dieser Saison, nämlich acht an der Zahl. Acht Unentschieden und 13 Niederlagen ergeben 21 sieglose Schalker Spiele. "Das ist keine schlechte Mannschaft", sagt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo: "Da fehlt natürlich das Selbstvertrauen, aber ein neuer Trainer gibt neue Impulse. Ich schau nicht auf einen schwachen Gegner, sondern auf unsere Stärken", sagt er.

Zwei Siege sind noch keine Serie, machen aber eine breite Brust

Drei Auswärtssiege zu Saisonbeginn, die gab es noch nie für den VfB Stuttgart. Drei Erfolge in der Fremde in den ersten Spielen als Erstligatrainer wären zudem ein Novum für einen VfB-Coach. Wie hat es Matarazzo geschafft, die Auswärtsschwäche zu Beginn der Geisterspiele, als es Zweitliga-Niederlagen in Wiesbaden, Kiel oder Karlsruhe setzte, in eine Stärke zu verwandeln? "Wir haben keinen anderen Ablauf", sagt Pellegrino Matarazzo und will aus den zwei Dreiern in der Fremde auch noch kein großes Ding machen oder gar von einer Serie sprechen. "Ich glaube, dass zwei Siege nicht relevant sind", sagt er, stellt aber auch klar: "Sie geben eine breite Brust."

Die holte sich seine Mannschaft auch durch fünf Spiele, in denen immer ein frühes Tor fiel. Gegen Freiburg, in Mainz und gegen Leverkusen musste Gregor Kobel im VfB-Tor früh hinter sich greifen. In Berlin und gegen Köln legte der VfB mit frühen Treffern stark los. Erklären kann sich das Matarazzo nicht: "I don´t know. Ich kann es nicht sagen." Seine Mannschaft hat in der neuen Liga mit höherem Tempo und mehr Intensität keinerlei Adaptionsprobleme. "Ich habe nicht damit gerechnet, aber ich bin auch nicht überrascht, weil ich keine Erwartungen hatte", sagt der 42-Jährige: "Ich hatte auch keine Erwartungen bei den Punkten."

Für Mislintat läuft es besser als einst für Reschke

Schalke gegen Stuttgart, das ist auch das erste Wiedersehen mit Ex-VfB-Sportvorstand Michael Reschke, der nun als Technischer Direktor bei Schalke 04 in der zweiten Reihe fungiert. In seiner Stuttgarter Zeit stieg er häufiger in Fettnäpfchen, drückte sich unglücklich aus (Entlassungen von Hannes Wolf und Tayfun Korkut), lag bei Transfers (Pablo Maffeo) und Trainern (Markus Weinzierl) daneben. Die Rolle des schwäbischen Chefkommunikators, die hat jetzt Sven Mislintat als Sportdirektor beim VfB inne. Für ihn läuft es besser als für Reschke einst.

"Ich kenne Michael ja schon länger. Früher waren wir beide ja sozusagen die Schattenmänner, er in Leverkusen, ich in Dortmund. Da trifft man sich auch auf Reisen und trinkt einen Wein zusammen", sagte Mislintat kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. "Auch jetzt habe ich mit Michael immer mal wieder Kontakt, das hat aber auch mit Transfers zu tun, wie zum Beispiel dem von Ozan Kabak." Das türkische Abwehr-Juwel verpflichtete Reschke noch für die Stuttgarter und holte es dann nach Gelsenkirchen. Das sportliche Wiedersehen mit ihm fällt allerdings aus. Kabak ist verletzt.

Matarazzo: Man erkennt Sven Mislintats Handschrift

Sven Mislintats Vertrag in Stuttgart läuft im nächsten Sommer aus. Pellegrino Matarazzo hofft auf einen Verbleib des Sportdirektors, wie er am Mittwochmittag bei der Video-Pressekonferenz sagte: "Ich gehe davon aus, dass er bleibt." Mislintat arbeitet seit April 2019 für den schwäbischen Fußball-Bundesligisten. Man sehe Mislintats Handschrift. "Sein Netzwerk ist riesengroß. Seine Qualität ist erkennbar."


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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